Campus 

Freiraum mit Zukunft!

Ergebnisse einer Diplomarbeit

Mit der "Freiraumgestaltung des Campus Golm, als Erscheinungsbild eines Ortsteiles" beschäftigte sich Felix Schneider in seiner Diplomarbeit. Er studierte von 1995 bis 2000 Geoökologie an der Universität Potsdam. Bei seinen Untersuchungen ging es ihm um das unmittelbar wahrnehmbare und nutzbare Lebensumfeld des Menschen. Er analysierte das Untersuchungsgebiet, bewertete die Ökotop- und Freiflächenqualität und unterbreitete Entwicklungsvorschläge, um die Attraktivität des Uni-Standortes Golm zu erhöhen. PUTZ-Redakteurin Dr. Barbara Eckardt unterhielt sich mit Felix Schneider.

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Über die Freiraumgestaltung des Campus Golm machte
sich Felix Schneider in seiner Diplomarbeit Gedanken.
Foto: Schneider

Wie könnte denn der Campus der Zukunft aussehen?

Schneider: Es würden viele Orte und Plätze der Begegnung vorhanden sein, ob im Schatten, in der Sonne oder von Hecken etwas abgeschirmt. Die Gestaltung wäre sehr nutzergerecht, es gäbe beispielsweise ein System mit Wegweisern und farbigen Gebäuden für die Orientierung. Aber auch künstlerische Akzente und Sportmöglichkeiten im Freiraum, wie Beach-Volleyball, wären vorhanden. Nicht zuletzt wäre das Gelände mit ressourcenschonenden Anlagen beispielsweise Regenwassernutzung versehen. Abgerundet würde die Gestaltung von einem Pflanzplan, der eine hohe Biotopvielfalt sichert und die jahreszeitlichen Wechsel vielgestaltig erlebbar macht.

Wie realistisch ist es, dass Ihre Vorschläge kurzfristig umgesetzt werden können?

Schneider: Das hängt von der Prioritätensetzung der Universität ebenso ab wie von der Einschätzung des aufgezeigten Handlungsbedarfes für eine Attraktivitätserhöhung des Golmer Uni-Standortes. Verschiedene Finanzierungsquellen zeige ich in meiner Arbeit auf. Die Handhabbarkeit der Entwicklungsvorschläge unterstützte ich, indem ich zehn Handlungsschwerpunkte auswies, deren Gestaltung besonders wirksam wären. Die Chancen für eine Realisierung sind demnach sehr gut.

Ist das Thema Ihrer Arbeit nicht eher untypisch für das Fachgebiet Geoökologie?

Schneider: Der Schwerpunkt Geoökologie sollte aus meiner Sicht die fachübergreifende Arbeit zum Ziel haben, was leider zu wenig der Fall ist. Ich habe versucht, einen Weg zu finden, um verschiedene Spezialgebiete von Botanik, über Sozialwissenschaft bis hin zur Freiraumplanung zu verbinden.

Wie kamen Sie auf das Thema Freiraumgestaltung des Universitätsstandortes Golm?

Schneider: Das war natürlich ein Prozess, der vor meinem Studium einsetzte, in dem ich mich mit Stadtplanung und Siedlungsökologie beschäftigte. Das Besondere für mich war, einen abgegrenzten Ortsteil zu untersuchen, der aufgrund seiner Nutzungsgeschichte Defizite in gestalterischer und siedlungsökologischer Hinsicht aufweist. Das Spannende ist, dass die Möglichkeiten der Freiraumgestaltung überwiegend relativ kurzfristig realisierbar sind, im Gegensatz zu existierenden Konzeptplanungen, die vor allem langfristig angelegt sind.

Worin besteht die neue Sichtweise in Ihrer Arbeit?

Schneider: Neu ist die Sicht auf einen Universitätsteil, der nicht rein pragmatisch einzuschätzen ist, sondern zukünftig attraktiv gestaltet, ein wesentliches Kriterium für das positive Image als Studien- und Forschungsstandort sein wird. Ebenfalls neu ist es, die Nutzer des Untersuchungsgebietes befragt zu haben, um deren Kritik und Wünsche in die Vorschlagserarbeitung einzubeziehen, als einen Beitrag der Beteiligung an den sie betreffenden Planungsentscheidungen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Diplomarbeit von Felix Schneider ist im Institut für Geoökologie, im Prüfungsamt der Universität Potsdam und in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, Am Kanal 47, ausleihbar. Felix Schneider ist über E-Mail: Xilefschneid@aol.com erreichbar.

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