Keine Einigung
Studiengebühren bleiben umstritten
Ein Studium kostet Geld. Soweit scheint nach wie vor
Einigkeit unter den Politikern aller Colour zu herrschen. Der Teufel steckt jedoch im
Detail. Wer die Kosten zu tragen hat, bleibt weiter strittig. Schuld daran ist unter
anderem auch der gerade geplatzte Staatsvertrag über Studiengebühren.

Das Finanzbudget der meisten Studierenden
ist schmal
Foto: Tribukeit |
Dabei hatten sich die Kultusminister Ende Mai dieses
Jahres bereits darauf verständigt, das Erststudium innerhalb der Regelstudienzeit
bundesweit weiterhin gebührenfrei zu belassen. Nach einer Überschreitung der Frist von
weiteren vier Semestern sollte es allerdings Strafgebühren geben. Diese Vorstellungen
sind nun vom Tisch. Wie das Ringen um eine bundesweit einheitliche
Studiengebühren-Regelung weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen.
Dass der avisierte Staatsvertrag gescheitert ist, sorgt
dennoch nicht nur für Unmut. Daniel Taprogge vom AStA der Uni Potsdam sieht darin
auch eine Chance. "Jetzt ist der Weg frei für die Bundesregierung, das zu
verwirklichen, was in der Koalitionsvereinbarung steht", sagt er. "SPD und
Grüne versprechen dort immerhin ein bundesweites Verbot von Studiengebühren." Mit
Nachdruck hätten die Studis in zahlreichen Bundesländern auf die dringend notwendige
Klärung des Problems hingewiesen. Dem Anliegen habe beispielsweise auch eine bundesweite
Unterschriftenaktion, an der immerhin rund 100000 junge Leute teilnahmen, gedient.
"Die Politik kann an dem breiten Widerstand einfach nicht mehr vorbei", zeigt
sich der für Sozial- und Bündnispolitik im Gremium Verantwortliche optimistisch.
In Potsdam will man auch künftig nicht aufgeben. So lag
gerade rechtzeitig zum Doppelhaushaltsbeschluss des Landtages eine Klage der
Studierendenschaften Brandenburgs gegen das Land auf dem Tisch. Sie wie auch
Einzelpersonen wollen vor dem zuständigen Verwaltungsgericht gegen die geplante
Rückmeldegebühr von 100,- DM vorgehen. "Notfalls ziehen wir durch alle
Instanzen", versichert Taprogge. Die Klage werde voraussichtlich nach der erstmaligen
Erhebung der Gebühr für das Herbstsemester eingereicht. Damit folgen die Brandenburger
dem Beispiel ihrer Kommilitonen aus Baden-Württemberg, deren ähnliche Klage sich bereits
beim Bundesverfassungsgericht befindet.
Sollten die Studierenden mit ihrer Aktion scheitern,
scheinen für sie schwere Zeiten anzubrechen. Für viele von ihnen herrscht schließlich
schon jetzt Ebbe im Portmonee. An der Uni Potsdam zahlen die Studis gegenwärtig zu
Semesterbeginn Beiträge von insgesamt 60,- DM.
P.G.
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