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077/04 vom 12.05.2004 | |
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Nachwuchswissenschaftler geehrt
Publikationspreis und Sonderpreis des Leibniz-Kollegs 2004 für Nachwuchswissenschaftler vergeben Den insgesamt mit 2.500 Euro dotierten Publikationspreis für Nachwuchswissenschaftler des Leibniz-Kollegs erhalten in diesem Jahr zu gleichen Teilen Judit Schneider und Thomas Kietze. Judit Schneider wird der Preis für ihre neue Methode zur Berechnung und Visualisierung chaotischer Tracer-Ausbreitung und deren Anwendung auf chemische und biologische Systeme zuerkannt. Solche Systeme sind beispielsweise die Bewegung eines Wetterballons oder einer Boje im Ozean. Diese Methoden ermöglichen unter anderem nach Ölkatastrophen eine schnelle Beurteilung des Gefährdungsgrades der Umwelt. Judit Schneider hat ein numerisches Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, komplexe dynamische Strukturen sichtbar zu machen. Die Arbeit der Wissenschaftlerin entstand in enger Kooperation mit der Eoetvoes-Universität Budapest/Ungarn. Die 1976 in Budapest/Ungarn geborene Judit Schneider ist Doktorandin im Institut für Physik der Universität Potsdam. Thomas Kietzke erhält den Preis für seine Beiträge zur Entwicklung einer neuartigen Methode, gezielte mehrkomponentige Polymerschichten mit gewünschten Eigenschaften zu erzeugen. Diese Beiträge wurden, gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern, in der Zeitschrift "Nature Materials" publiziert. Der neue Ansatz ist auf viele, fast beliebige Kombinationen von Polymeren anwendbar. Breite Anwendungen der neuartigen Methode werden bei den Funktionspolymeren, beispielsweise für Solarzellen, erwartet. Die Arbeit von Thomas Kietze ist in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Chemie der Universität Potsdam und dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung entstanden. Der 1973 in Uelzen geborene Thomas Kietze ist Doktorand im Institut für Physik der Universität Potsdam. Vor einem Jahr hat der international renommierte Pflanzenwissenschaftler Prof. Chris Somerville von der Carnegie Institution, Stanford, den Hauptvortrag im Rahmen des 7. Leibniz-Kollegs gehalten. Chris Somerville hat den Sonderpreis Pflanzenbiologie gestiftet, der an einen jungen Nachwuchswissenschaftler eines Forschungsinstitutes in Berlin oder Brandenburg verliehen wird. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird geteilt und geht in gleichen Teilen an Dr. Axel Tiessen und Dr. Tomáš Werner. Axel Tiessen, Jahrgang 1973 und aus Mexiko stammend, hat seine Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie durchgeführt. Ihm wird der Sonderpreis Pflanzenbiologie für Arbeiten auf dem Gebiet der pflanzlichen Stärkebiosynthese zuerkannt. Am Beispiel der Kartoffelknolle hat Axel Tiessen den Nachweis erbracht, dass ein enger regulatorischer Zusammenhang zwischen dem Saccharosegehalt in der Knolle und der Rate der Stärkesynthese besteht. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stand ein Schlüsselenzym des Stärkestoffwechsels, die so genannte ADP-Glucose-Pyrophosphorylase, für das ein neuer Aktivierungsmechanismus nachgewiesen werden konnte. Seine Erkenntnisse tragen wesentlich zum Verständnis dieses auch für die menschliche Ernährung zentralen pflanzlichen Prozesses bei. Sie ermöglichen weitere Detailstudien und weisen den Weg in neue züchterische und biotechnologische Ansätze zur Verbesserung des Stärkeertrages. Teile der Arbeit entstanden in Kooperation mit der University of Bristol/England. Mit einem anderen Aspekt pflanzlicher Regulationsprozesse hat sich der zweite Preisträger, Tomáš Werner, Jahrgang 1975 und aus Tschechien stammend, beschäftigt. Er hat seine Doktorarbeit an der Freien Universität Berlin angefertigt und Arbeiten zur Funktion einer in den 50er Jahren entdeckten Gruppe pflanzlicher Hormone, den Cytokininen, durchgeführt. Cytokinine spielen eine wichtige Rolle in vielen pflanzlichen Prozessen, angefangen von der Samenkeimung über die Sprossentwicklung bis hin zu Alterungsphänomenen. Durch den Einsatz der Transgen-Technologie, bei dem Gene mittels gentechnischer Methoden in einen Organismus eingebaut werden, gelang es dem Preisträger erstmals, Pflanzen mit reduzierten Cytokinin-Gehalten herzustellen. Damit wurde es möglich, die Auswirkung des Mangels an Cytokinin in vivo zu testen. Tomáš Werner hat eine Vielzahl von Beobachtungen gemacht, die das bisherige Bild von der komplexen Funktionsweise der Cytokinine in wesentlichen Punkten erweitern und die Basis für vielfältige weitergehende Studien liefern. Diese Arbeiten wurden in enger Kooperation mit Arbeitsgruppen in Frankreich und der Tschechischen Republik durchgeführt. Hinweis an die Redaktionen Zeit der Preisverleihung: 13. Mai 2004, 16.00 Uhr Ort der Preisverleihung: Universitätskomplex Am Neuen Palais, Haus 8, Auditorium Maximum, 14469 Potsdam Für weitere Auskünfte steht Ihnen Dr. Barbara Schneider von der Universität Potsdam, telefonisch unter 0331/977-2961, E-Mail: schneide@rz.uni-potsdam.de zur Verfügung. Informationen zum Leibniz-Kolleg sind im Internet unter www.leibniz-kollegpotsdam.de abrufbar. zurück zur Übersicht |
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[Letzte Aktualisierung 12.05.2004 Queck] |