Mit Hilfe von Video-LEED-, Thermodesorptions- und Kontaktpotential(Ø)-Messungen wurde das Adsorptionsverhalten von Wasserstoff auf einer Cu(110)-Oberfläche im Temperaturbereich von 85 bis 400 K studiert. Bei kleinen H2-Expositionen und unterhalb von 150 K bildet sich eine geordnete (1x3)-Struktur aus, die bei weiterer Erhöhung des Wasserstoffangebots einen Ordnungs-Unordnungs-Übergang erleidet. Oberhalb von 160 K liegt dann die bekannte H-induzierte (1x2)-Phase vor, von der man weiß, daß sie von einer "missing row "-Rekonstruktion herrührt. Über eine absolute numerische Integration von Thermodesorptionsspektren, die mit LEED-Überstruktur-Intensitätsmaxima korreliert wurden, konnten wir den Bedeckungsgrad der (1x2)-Phase zu ® = 0.39 (± 40 %) bestimmen, was mit ®1x2,abs= 0.5 kompatibel ist. Für die (1x3)-Phase, die sehr wahrscheinlich ebenfalls rekonstruiert ist, folgt dann zwanglos ein Bedeckungsgrad von 0.33. Temperaturabhängige Ø-Messungen zeigen, daß die (thermisch aktivierte) Bildung der (1x2)-Struktur aus den Tieftemperaturadsorptionsphasen mit einer deutlichen Erhöhung der Elektronenaustrittsarbeit (~ 300 meV) verknüpft ist. Aus den verfügbaren Daten haben wir ein Zustandsdiagramm für das System Cu(110)/H konstruiert, das hier vorgestellt wird.
Verh. Dt. Phys. Ges. 8/91, S. 1318