DFG-Sonderforschungsbereich 447 Teilprojekt
A3 Kulturen des Performativen. "Performative Turns" im: Mittelalter, in der
Frühen Neuzeit und in der Moderne
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Gegenstand und Ziel In den Kulturwissenschaften daß heißt den Geistes- und Sozialwissenschaften scheint sich in den letzten Jahren ein Wechsel der Forschungsperspektiven anzubahnen. Dieser Wandel hängt mit dem jeweils zugrunde gelegten Verständnis von Kultur zusammen. Bis in die späten achtziger Jahre dominierte die Erklärungsmetapher "Kultur als Text", das heißt, Kultur insgesamt wie auch einzelne kulturelle Phänomene wurden als strukturierter Zusammenhang von Einzelelementen aufgefaßt, denen bestimmte Bedeutungen zugeschrieben werden können. Eine Leistung dieser Forschungsrichtungen, die Kultur als Text auffassen und dementsprechend mit textwissenschaftlichen Methoden arbeiten, besteht vor allem in der Erweiterung und Öffnung des Gegenstandsbereichs. Doch eine wirkliche Veränderung der textwissenschaftlichen Sicht wird damit nicht erreicht. |
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| Diese
entscheidende Herausforderung entsteht erst dann, wenn Kultur nicht nur als Text
verstanden wird, sondern insbesondere die Performativität von Kultur in den Blick rückt.
Die Erforschung derartiger performativer Prozesse erweist sich in den letzten Jahren in so
unterschiedlichen Disziplinen wie der Theaterwissenschaft, der Diskursanalyse, der
Ethnologie, der Soziologie, der (Sprach-) Philosophie, der Linguistik, den
Literaturwissenschaften, der Psychologie oder auch der Pädagogik als äußerst fruchtbar.
Weitere, partiell sich mit dem Konzept der Performativität überlappende Begriffe, die
einen veränderten Blick auf Kulturen und kulturelle Phänomene anzeigen, sind:
Inszenierung, Spiel, Maskerade, Spektakuläres sowie eine Betonung der Materialität,
Medialität und interaktiven Prozeßhaftigkeit kultureller Handlungen. (aus dem Projektantrag) |
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Projektbereich
A 3:Dramaturgie von Witz und Witzkultur in Spätmittelalter und Früher
Neuzeit Prof. Dr.
Hans-Jürgen Bachorski † und Prof. Dr. Werner Röcke (Humboldt-Universität Berlin)
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| Theoretische Bestimmungen des Komischen und Forschungen zum"Grund des Vergnügens am komischen Helden" verfuhren bislang ontologisch: Gefragt wurde nach dem "Wesen des Komischen", nicht aber nach den Funktionen und Wirkungszusammenhängen des Lachens. Demgegenüber bietet die Kategorie des Performativen die Möglichkeit, die Inszenierung, die Technik und die Wirkungsmöglichkeit des Lachens in unterschiedlichen soziokulturellen Kontexten vergleichend zu untersuchen. Die Formen des Witzes und des Witzigen sind dafür in besonderem Maße geeignet, da jeder Witz als "sozialer Vorgang" konzipiert ist, der einer je unterschiedlichen Dramaturgie, Rhetorik und Körpersprache folgt. In dem Projekt wird der intellektuell-rhetorische Witz, der mit Hilfe von Sprachspielen, Verkehrungen vertrauter Sinndeutungen Lachen hervorruft, von dem körpersprachlichen und figurativen Witz unterschieden, der sich vor allem der Visualität des Zeigegestus und der Komik des lebenden Bildes bedient. Die Funktionsweisen des intellektuell-rhetorischen Witzes sollen anhand der lateinischen und volkssprachlichen Fazetienkultur des Spätmittelalters vergleichend erarbeitet werden, die zunächst im höfischen, darin aber auch immer mehr in universitären und humanistischen Gebrauchszusammenhängen je unterschiedliche Formen sozialer und literarischer Kommunikation ermöglichte. Der körpersprachlich-figurative Witz hingegen soll anhand der Selbstinszenierung und Körperbilder spätmittelalterlicher Narren und närrischer Pfaffen untersucht werden. Dann soll aber vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und wieweit die Visualität des Zeigegestus mit seiner Verschriftlichung in Fastnachtspiel oder Singspiel des 15. bis 17. Jahrhunderts modifiziert und literarisiert wird. Als Ergebnis werden Studien zur Lachliteratur des 15. und 16. Jahrhunderts sowie darüber hinausreichende Publikationen zur Lachkultur und ihrer theoretischen Grundlegung erwartet. | ||
Mitarbeiter
des DFG-Sonderforschungsbereich 447, Teilprojekt A3:
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Körperkonstruktion
- Körperpräsentationen
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Thema des Projekts sind Entwürfe von Körperbildern aus dem späten Mittelalter im Übergang zur Moderne Angeschlossen wird hier an theoretisch entwickelte Fragestellungen der gender studies, die den Blick auf die historische Vielfalt und spezifische Denk- und Darstellungsmuster von Kategorien wie Geschlecht und Körper gelenkt haben. Schwerpunkte bilden vor allem jene Diskurse und Darstellungsformen, die den Körper als Grenze und Konstituens von Identität besonders akzentuieren und visualisieren; z.B. mystische Visionen, Träume und imaginäre Körperbilder, Inszenierungen sakraler Körper von Heiligen und Märtyrern, groteske Körper. | |
Mittelalter-Rezeption
im Film
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| Gegenstand sind die heterogenen Mittelalter-Bilder, die in Filmen des 20. Jahrhunderts entwickelt worden sind. Dabei geht es sowohl um die Historisierung derartiger Entwürfe in ihrem sozialen und ideologischen Entstehungskontext als auch um die Archäologie von spezifischen Topoi und Erzählmustern, die beispielsweise über die romantische oder viktorianische Literaturtradition vermittelt sind. Die synchrone Analyse richtet sich demgegenüber auf Inszenierungsformen und Semiotik von Mittelalter im audiovisiuellen Medium. Das Projekt wird mit den Mitarbeitern des Lehrstuhls durchgeführt und zielt auf Publikationen einzelner Analysen sowie eine umfassende Filmographie von Mittelalterfilmen ab. | ||
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Copyright©2000 Lehrstuhl Mediävistik Universität Potsdam |
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