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1. Neues Projekt in Mainz im März 2004
in Zusammenarbeit
und der Anna-seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.
Lange Zeit taten sich (west)deutsche Literaturwissenschaft und Literaturkritik schwer mit den „verbrannten Dichtern“ (Jürgen Serke), den aus politischen oder rassischen Gründen verfolgten und vertriebenen Schriftstellern der NS-Zeit. Die reichhaltige und vielfältige Literatur des Exils geriet – nach einer Phase des Verdrängens und Verschweigens – erst Ende der 1960er Jahre wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. In den 70er und 80er Jahren erschienen Textsammlungen (u. a. hrsg. von Ernst Loewy, Heinz Ludwig Arnold u. Michael Winkler), Editionen und umfangreiche Gesamtdarstellungen zur Exilliteratur (Hans-Albert Walter), eine Gesellschaft für Exilforschung wurde gegründet und gab ihr gleichnamiges Jahrbuch heraus, und allmählich drang das Bewusstsein der Bedeutung dieser „literarischen Epoche“ auch in den Kreis der Schulbuchautoren und Herausgeber vor, so dass repräsentative Texte von und Abhandlungen zu Leben und Werk von Exilschriftstellern heute auch in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien zu finden sind.
„Vom
Exil. […] Schrecklich, wenn es
ein erzwungenes ist. Wenn du all das verlässt, was zu dir gehört, verlässt du
dich fast selbst. Aber die Dinge können auch solche eine Wendung nehmen, dass
du von hier gern verschwinden würdest, aus dem Käfig, wo dich Gefahren
umringen und du dich angesichts der Bedrängnis wie ein Krüppel fühlst.
Schrecklich, wenn es dann verboten ist. Aus irgendeinem unwägbaren Grund aber
bleibst du. Und vielleicht überlebst du sogar. Dann hast du Recht gehabt. Doch
es kann auch sein, dass du nicht überlebst. Und aus unwägbarem Grund hast du
vielleicht trotzdem Recht gehabt.
Vielen
Emigranten blieb zum Abwägen nicht viel Zeit. Ihr Bleiben, das ahnten sie, würde
ihren Tod bedeuten. Das war die Aussicht der Juden in Hitlers Europa.
Sentimentales Festhalten an der Heimat erwies sich im Allgemeinen als
Selbstmord. […]
Ein
Schriftsteller wird an jedem Ort der Welt schreiben. Sprache funktioniert ähnlich
wie Sexualität. Meisterwerke sind auch in sibirischen Holzhütten,
Lagerbaracken, auf Gefängnisbritschen oder während der Bombardierung unter
einem Güterwagen entstanden. Der großen Begabung kann keine Falle etwas
anhaben, das mittelmäßige Talent dagegen verfängt sich darin. […].“ György
Konrad [zitiert nach: DIE
ZEIT, Nr. 1, 22. Dezember 2003]
Das
Fortsetzungsseminar, das sich an die Teilnehmer/innen der Einführungsveranstaltung
im 2. Halbjahr 2003 aber ebenso an neue Interessenten richtet, wird sich mit den
Lebens- und Arbeitsbedingungen, dem Schreiben und Verlegen von Büchern, den Möglichkeiten
und Grenzen antifaschistischen Widerstandes im Exil, der Emigration aus den
europäischen Nachbarstaaten nach Übersee auseinandersetzen. Die literarische
Verarbeitung all dieser Erfahrungen soll dann in Workshops am Beispiel der
Romane Transit von Anna
Seghers, Exil von Lion
Feuchtwanger und Fair
Play von Ludwig Frank und exemplarisch an Literaturverfilmungen untersucht
und mögliche Wege zur Behandlung im Unterricht aufgezeigt werden.
2. Studentische Projekte an der Universität Potsdam
Anna Seghers - Exil in Frankreich
3. Ausstellung zu verleihen!
"Meine Mutter - Anna Seghers. Eine Schriftstellerin durchschreitet das XX. Jahrhundert"
Wir verleihen unsere Anna Seghers - Ausstellung!
Autorinnen: Dr. Ruth Radvanyi und Gabriele Falk
Der Lichtenberger Kulturverein e.V. hat im Jahr 2000, anläßlich des 100. Geburtstages von Anna Seghers gemeinsam mit Frau Dr. Radvanyi, der Tochter von Anna Seghers, eine Ausstellung gestaltet.
Sie wurde mit großem Erfolg in den Rathäusern von Mainz, Berlin-Lichtenberg und in der Bibliothek der Fernuniversität Hagen gezeigt.
Nach diesen erfolgreichen Veranstaltungen wollen wir unsere Ausstellung an andere Interessenten weiter verleihen.
Zum Inhalt:
Die Ausstellung zeigt auf insgesamt 35 Tafeln, das Leben und Werk Anna Seghers in Verbindung mit der Zeitgeschichte aus der ganz persönlichen Sicht ihrer Tochter.
Die liebevoll zusammen getragenen Bilddokumente spannen einen Bogen von den Kindheitserlebnissen in Mainz über die Jahre des Studiums, dem Umzug nach Berlin bis hin zur Flucht aus Hitlerdeutschland und den Jahren im Exil in Frankreich und Mexiko.
Die zweite Hälfte ihres Lebens verbrachte Anna Seghers in der DDR, wo sie s8ich als Vorsitzende des Schriftstellerverbandes und Mitglied des Weltfriedensrates engagierte.
Vom jugendlichen Alter bis kurz vor ihrem Tode - schrieb sie.
Umfang der Ausstellung: 35 Tafeln aus Foarmboard und Wabenkern
7 Tafeln 1,40 x 0,90m
15 Tafeln 1,00 x 0,70m
13 Tafeln 1,00 x 0,30m
Telefon: (030) 5 25 12 68 ; (030) 51 09 87 96; Fax (030) 51 09 87 97
E-Mail: lbg.kulturverein@t-online.de
Adresse: Lichtenberger Kulturverein e.V.
Sewanstraße 120
10319 Berlin
Kontaktperson: Frau Antje Mann
Die Kosten für den Transport sowie die Versicherung der Ausstellung während des
Transportes und während des Ausstellungszeitraumes übernimmt der Leihnehmer.
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4. Ein Schulprojekt der Anna-Seghers-Oberschule, Berlin: "Wir schreiben
selbst". Ein Buch von Schülerinnen und Schülern
dieser Schule mit Geschichten und Gedichten, gewidmet der Schriftstellerin Anna Seghers
Frühere Veranstaltungen zum 100. Geburtstag im Jahre 2000
Weitere Veranstaltungsmeldungen bitte an