1.
irrational-emotionaler Ansatz:
unvermeidliche und unverschuldete Tragik bzw. Schicksal des Geschichtsverlaufs
-> Rede von der Unbegreifbarkeit und Unbeschreibbarkeit |
2.
mentalitätsgeschichtlicher Ansatz:
der deutsche Volkscharakter, d.h. die durch den Geschichtsverlauf
hervorgerufene bzw. habituelle politische Unmündigkeit (Maßlosigkeit,
Undiszipliniertheit in Denken und Handeln) |
3.
sozioökonomischer Ansatz:
Hitler war 'Knecht' von Großkapital, Großgrundbesitz und
Großindustrie.
Krieg war ökonomische Notwendigkeit zur Rohstoffgewinnung und
Profitmaximierung (Holocaust dabei ein Aspekt) |
4.
kultur- und modernitätskritischer Ansatz:
Säkularisierung, Industrialisierung, Vermassung, Liberalismus,
Individualismus, Werte-Beliebigkeit, Majoritätsprinzip
-> Entwurzelung, Heimatlosigkeit, Materialismus, Kollektivismus
und Manipulierbarkeit, Abfall vom (christlichen) Glauben
(= Entwicklung seit Renaissance / seit Französischer Revolution
/ seit 1900) |
|
Desweiteren wurde die eigene (Mit)Schuld auf folgende Weise delegiert
bzw. relativiert: |
a.
Schuldverlagerung:
Die diplomatischen Kontakte Hitler-Deutschlands mit dem Ausland sowie
die Anerkennung des Regimes durch die anderen europäischen Staaten
nach 1933 haben den NS-Staat stabilisiert und für die eigene
Bevölkerung legitimiert. |
b.
Schuldverminderung:
d.h. eine Parallelisierung- und Aufrechnungsmentalität; dadurch
wurden die eigenen Verbrechen verglichen und aufgerechnet mit dem
Bombenkrieg gegen Deutschland, der Vertreibung aus Ostgebieten, den
Greueltaten der Roten Armee und der alltäglichen Demütigung
durch die Alliierten nach 1945. |