Professur für Allgemeine Soziologie
Forschungsprojekte - Prof. Dr. Erhard Stölting
Drittmittelprojekte in Planung, Eigenfinanzierte Projekte, Lehrforschungsprojekte
Abgeschlossene Drittmittelprojekte
Projekttitel
Neue regionale Identitäten und strategischer Essentialismus.
Eine vergleichende Studie zu Potenzialen und Blockierungen multipler und
interkultureller Identitätsbildung
Projektleiter
Beteiligte Wissenschaftler:
Dr. Dietmar Rost (Ansprechpartner)
Tel.: 0331/977-4607
Fax : 0331/977-3308
Kooperationspartner des Forschungsprojektes:
für den Untersuchungsteil in Polen:
Prof. Dr. Tomasz Zarycki
(Warschau)
Anna Tucholska (Warschau)
Für den Untersuchungsteil in Norditalien:
Prof. Dr. Gaspare Nevola (Trient)
Prof. Dr. Günther Pallaver (Innsbruck/Bozen)
Dott. Paolo Pasi (Trient)
Dott. Ivan Pedrazzini (Bozen)
Laufzeit
Bewilligung: 4.7.2001 Laufzeit: 2 Jahre 6 Monate
Kurzbeschreibung
Globalisierung und Europäisierung haben zu einer Stärkung der supranationalen und der regionalen Ebene sowie zu einer zumindest relativen Schwächung der nationalstaatlichen Ebene beigetragen. In diesem Zusammenhang untersucht das Forschungsprojekt Konsequenzen hinsichtlich der Konstruktion kollektiver Identitäten. Während Nationalismus und Nationalstaatlichkeit durch einen totalisierenden Effekt geprägt sind, d.h. durch eine Tendenz, alle Phänomene auf der nationalen Ebene abzubilden und dadurch nicht zuletzt interkulturellen und pluralen Kulturmustern entgegenzuwirken, stellt sich nun die Frage, ob mit der gegenwärtigen Konjunktur des Regionalen günstigere Bedingungen für die Entwicklung multipler bzw. neuer inter- und transkultureller Identitäten einhergehen. Dies soll anhand von gemeinsam mit Kooperationspartnern durchgeführten Fallstudien aus Italien, Polen und Deutschland untersucht werden. Dabei wird unter anderem nach Beziehungen zwischen den Sozialwissenschaften und der regionalistischen Praxis sowie nach Spuren einer steigenden Reflexivität in der Artikulation kollektiver Identitäten bzw. eines strategischen Essentialismus gesucht.
Projekttitel
- Sicherung der Volkswirtschaft. Untersuchung zur Kontrolle und Steuerung der DDR-Wirtschaft durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) (Schwerpunktprogramm: Sozialer und politischer Wandel im Zuge der Integration der DDR-Gesellschaft)
Projektleiter:
- Prof. Dr. Peter Steinbach (FU Berlin), Prof. Dr. Erhard Stölting.
Beteiligte Wissenschaftler:
- Dr. Hans-Herrmann Hertle, Dr. Franz-Otto Gilles.
Kurzbeschreibung:
- Es soll die kombinats- bzw. industriezweigbezogene Tätigkeit des MfS, die unter dem Rubrum Sicherung der Volkswirtschaft" zu dessen wichtigsten Aufgaben gehörte, exemplarisch nachgezeichnet und analysiert werden. Hintergund ist, daß sich diese Aufgabe seit den fünfziger Jahren sukzessiv von der Abwehr exogener Gefährdungen zur Bearbeitung endogener Probleme verschob. Mehr und mehr versuchte das MfS, die in der Wirtschaft auftretenden Defizite aufzufangen und die Ineffektivität eigentlich zuständigen Steuerungsorgane zu kompensieren. Das Projekt soll darüber hinaus die Frage beantworten helfen, warum dieses System angesichts der seit Anfang der achtziger Jahre dramatisch zunehmenden ökonomischen Defizite nicht zur Umsteuerung bzw. zur Selbstregulierung fähig war.
Mittelgeber: DFG
Laufzeit: 2 Jahre
Projekttitel
- Das politische Regime einer delegierten Demokratie in der russischen Transformation. Eine theoriegeleitete Fallstudie im Gebiet Saratov.
Projektleiter:
- Prof. Dr. Erhard Stölting
Beteiligte Wissenschaftler:
- Dr. Michael Brie
Mittelgeber:
- Volkswagenstiftung
Kurzbeschreibung:
- Das Projekt will die "Abweichung" der politischen Entwicklung vom Ziel eines konsolidierten Rechtsstaats und die Stabilisierung einer "delegierten Demokratie" durch eine empirische Felduntersuchung in einer Region Rußlands untersuchen und dabei die Generalisierbarkeit des gewählten Erklärungsansatzes überprüfen. Statt der Implementation eines politischen Systems wird dessen Hervorgehen aus einzelnen Governancestrukturen analysiert.
- Vier Fälle werden mit den gleichen untersucht und verglichen: der Wandel des Wahlsystems, die Formierung des Gebietshaushalts, die Reformen der Gebietsverwaltung und der Gebietsduma und die Konflikte um die Auszahlung ausstehender Löhne und Renten. Zwei Annahmen werden in diesem Zusammenhang empirisch getestet:
- Erstens: Wichtige Tendenzen einer delegierten Demokratie wie personale Machtkonzentration, Ausbildung interpersoneller Kartelle, Präferenz informeller und extralegaler Interaktionsformen, wie sie neben politischen, auch für wirtschaftliche und kulturelle oder andere soziale Prozesse kennzeichnend sind, können transaktionskostentheoretisch als rationales Handeln unter Bedingungen der Schwäche rechtsstaatlicher Institutionen, hoher Unsicherheit und großer Gewinne oder Verluste, die unter Transformationsbedingungen für die regionalen Eliten möglich sind, erklärt werden. Zweitens: Wichtige spezifisch politische Tendenzen einer delegierten Demokratie wie Direktwahl des Chefs der Exekutive und die Verwandlung des staatlichen Apparats in eine "Partei" des Exekutivchefs und seiner politisch-wirtschaftlichen Machtgruppe erklären sich durch eine legitimationsbedingte Spezifikation transaktionskostentheoretischer Erwägungen der handelnden Akteure. Unter den genannten Bedingungen ist der Aufwand für einen erfolgreichen politischen Wettbewerb gegenüber dem für eine Kopplung aus charismatischer Führung und Massenpatronage wesentlich höher. Politische Macht tendiert deshalb zur Personalisierung und muß sich durch substantielle Leistungen für eine breite Wählerschaft zu legitimieren.
Projekttitel
-
Privatisierung oder Entbürokratisierung: Öffentliche Unternehmen
zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Verwaltung
(Schwerpunktprogramm: Regulierung und Restrukturierung der Arbeit)
Projektleiter:
- Prof. Dr. Thomas Edeling, Prof. Dr. Erhard Stölting, Prof. Dr. Dieter Wagner.
Beteiligte Wissenschaftler:
- Roger Sitter, N.N.
Kurzbeschreibung:
-
Aus der Perspektive soziologischer und betriebswirtschaftlicher Organisationstheorien werden Strukturen und Praxis des Managements öffentlicher Betriebe mit denen vergleichbarer privatwirtschaftlicher Unternehmen und mit öffentlichen Verwaltungen verglichen. Kontext sind die Diskussionen um Effizienzsteigerung durch Privatisierung öffentlicher Aufgaben auf der einen Seite und um die Aufrechterhaltung einer Grenzziehungen zwischen "erwerbswirtschaftlich" privater und "bedarfswirtschaftlich" öffentlicher Wirtschaft.
Mittelgeber:
DFG
Projekttitel
- Verwaltungskultur - Einstellungen und Werte im bürokratischen Transformationsprozeß. Eine qualitative Untersuchung in Kommunalverwaltungen mit Publikumskontakt in Frankfurt/Oder.
Projektleiter:
- Prof. Dr. Erhard Stölting.
Beteiligte Wissenschaftler:
- Dr. phil. Ruth-Kristin Rößler, Dipl. Soz. Karsten Rogas, Dipl. pol. Helmar Schöne.
Kurzbeschreibung:
- Das Forschungsinsteresse richtete sich auf die Mechanismen, mittels derer in einer Kommunalverwaltungen der ehemaligen DDR der berufliche Veränderungsprozeß nach 1989 erlebt, bzw. in welchen Begriffen und welchen Perspektiven er von den Beteiligten beschrieben wurde. Ziel war es, in den persönlichen Stellungnahmen die Art und Weise der Verarbeitung dieser historischen Erfahrung nachzuzeigen und in den Formen verallgemeinerbare Wahrnehmungsformen zu finden, die für weitere Forschungen zu diesem Thema als Ausgangspunkt dienen können. Gewicht hatten ebenso Fragen der Wahrnehumg von Veränderungen der Regelungsdichte, der Hierarchie, wie solche die das Ost-West-Verhältnis aus der Perspektive der Befragten betreffen.
Mittelgeber:
Haushaltsmittel
Laufzeit: 1992-1995
Abgeschlossen 1997, siehe Broschüre
Drittmittelprojekte in Planung
- Nationale Identitätskonzepte und Stereoptypisierungen und ihr Bezug auf die europäische Einigung. Ein empirischer Vergleich zwischen Großbritannien und Deutschland, gem. mit Prof. Wolfgang Müller-Funk (Birmingham/Wien) – Antrag in Arbeit.
- "Couches moyennes et stratégies scolaires dans trois métropoles européennes: Londres, Paris, Berlin", französisches-britisches-deutsches Gemeinschaftsprojekt, deutsche Federführung Prof. Dr. Elisabeth Flitner, Universität Potsdam
-
Lehrbuch Allgemeine Soziologie, gemeinsam mit Dr. Hans-Joachim Schubert, Verlag Oldenbourg
-
Öffentlichkeit. Theoretische Reformulierung.
-
Politische Steuerung durch Mobilisierung von Emotionen. Eine theoretische Reformulierung.
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Soziale Deutungsschemata der DDR-Gesellschaft. Eine hermeneutische Rekonstruktion anhand von Filmen der Serie "Polizeiruf 110" in den siebziger Jahren. Projekt des Kolloquiums "Interpretation".
Abgeschlossen
- Lebensabschnitt Universität. Studium und soziale Integration in Potsdam, gemeinsam mit Dr. Antje Zapf, SS 2000 bis WS 2000/01.Ergebnisse veröffentlicht in Soziologische Arbeitshefte Nr.1/2001 unter gleichnamigem Titel.
- Exemplarische Studien zum Vereinswesen in Dörfern und Städten Brandenburgs, gemeinsam mit Dr. Antje Zapf, SS 2001 bis WS 2001/02.
- Schulwahl und soziale Segregation, gemeinsam mit Prof. Elisabeth Flitner, SS 2002 bis WS 2002/03.
- Ethnizität und Bildung, gemeinsam mit Dr. Hans-Joachim Schubert, SS 2003 bis WS 2003/04.
- Studiensituation ausländischer Studierender an der Universität Potsdam, gemeinsam mit Dipl.-Soz. Philipp Pohlenz, Ergebnisse: Broschüre. WS 2004/05 bis SS 2005.
- Studienorientierung und Studienreform. Eine qualitative Untersuchung. Gemeinsam mit Dipl.-Soz. Claudia Dreke, SS 2006 bis WS 2006/07.

