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Forschungsschwerpunkte
Sprachkontakte und Sprachgenesen: Funktionale Analyse
von Sprachvariation, Interferenz und Konvergenz in der Romania
Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Fortentwicklung, Erprobung und Anwendung eines funktionalen Analyseverfahrens der sprachlichen Variation, der Interferenz, des konvergenten Sprachwandels und der nachfolgenden Sprachgenese regionaler Dialekte der Standardsprachen in romanischen Ländern. Das Analyseverfahren wird von mehreren empirischen Einzelstudien zur sprachlichen Variation und Sprachdynamik in Regionen Italiens, Frankreichs und Spaniens abgestützt. Im Rahmen des Projekts laufen Kooperationen mit Partnern an der Universität Heidelberg (im Graduiertenkolleg "Dynamik von Substandardvarietäten") sowie an der Universität Palermo (Centro di Studi Filologici e Linguistici Siciliani). Im Rahmen dieses Projekts erschien 1999 der Sammelband Dialektgenerationen, Dialektfunktionen, Sprachwandel (Tübingen: Narr); ein weiterer Band zum Thema "Unsichtbare Hand und Sprecherwahl. Typologie und Prozesse des Sprachwandels in der Romania" ist 2005 erschienen (Tübingen: Narr).
La pluriglossie dynamique: Français et occitan en Périgord languedocien
Untersuchungsvorhaben sind die empirische Erfassung und die Beschreibung der Sprachdynamik zwischen Französisch und Okzitanisch in der Generationenfolge zweisprachiger Familien im ländlichen Périgord, bis hin zum language death des Okzitanischen, dessen Dialektfunktion auf regionale Varietäten des Französischen übertragen wird. Auch hier werden neben sprachlichen Daten solche zum metasprachlichen und sprachlichen Wissen der Sprecher (Kompetenz) sowie zu ihrer selektiven Sprachverwendung in der Redetätigkeit (Pragmatik) erhoben und ausgewertet. Eine Monographie in französischer Sprache befindet sich in Vorbereitung. Es besteht ein Informationsaustausch mit der Universität Bordeaux III.
Fondamenti di linguistica variazionale. Italiano, dialetto e
dinamica linguistica a Canosa di Puglia (Provincia di Bari)
Das Projekt hat die auf empirischen Datenerhebungen basierende Analyse der progressiven Verdrängung eines (primären) italoromanischen Lokaldialekts in Apulien durch den (tertiären) Regionaldialekt des Italienischen zum Ziel. In den aufeinander folgenden Generationen mehrerer Sprecherfamilien in Canosa di Puglia werden mit Bezug auf den Basisdialekt wie auf das Italienische neben sprachlichen Daten auch solche zum metasprachlichen und sprachlichen Wissen der Sprecher (Kompetenz) sowie zu ihrer selektiven Sprachverwendung in der Redetätigkeit (Pragmatik) erhoben und ausgewertet. Das Projekt befindet sich in der Auswertungs- und Dokumentationsphase; die Vorbereitungen für eine Monographie in italienischer Sprache sind im Gange. Der Abschluss des Projektes ist für 2006 vorgesehen; es besteht eine Kooperation mit der Universität Bari.
Geolinguistik und Sprachdynamik. Kontaktlinguistische Sprachatlanten
und
Dokumentation von Sprachwandel im geographischen Raum in Italien und Frankreich
Ziel dieses Projekts ist die auf empirische Datenerhebungen gestützte Entwicklung von neuen Methoden einer geolinguistischen Dokumentation der Sprachdynamik im geographischen Raum. In Abgrenzung zur traditionellen, auf die (fiktive) Einsprachigkeit im Basisdialekt zentrierten Geolinguistik, deren Innovationen sich auf quantitative Methoden der Datenauswertung beschränken, geht es hier u.a. um die Entwicklung mehrsprachiger Sprachatlanten, die romanische Basisdialekte, regionale Dialekte des Standards und generationsbedingte Kompromissformen in ihrer Aufeinanderfolge zusammen erfassen und dokumentieren. Es existieren Kooperationen mit dem Centro di Studi Filologici e Linguistici Siciliani sowie mit der Wissenschaftlichen Kommission für den Sprachatlas Siziliens - ALS (Atlante Linguistico della Sicilia) an der Universität Palermo.
Idiomas europeos en contacto en América Latina
Ziel dieses Projektes ist die Erforschung der Sprachkontaktdynamiken, die in den verschiedenen Phasen der europäischen Besiedelung zwischen europäischen, und vor allem romanischen Sprachen untereinander in Lateinamerika stattgefunden haben, und die auch heute noch nicht zum Stillstand gekommen sind. So haben umfangreiche Kontaktdynamiken zwischen dem Spanischen und dem Italienischen (Argentinien, Uruguay, Venezuela), zwischen dem Spanischen und dem Französischen (Französisch-Guayana), dem Spanischen und Portugiesischen (Uruguay, Brasilien), dem Portugiesischen und dem Italienischen (Brasilien) stattgefunden, die erst zum Teil und dies zumeist nicht mit neueren Methoden untersucht worden sind. Nach einer ersten Phase der Materialsammlung, der Literaturbeschaffung und der Durchführung von Sprachaufnahmen in Argentinien und Uruguay befindet sich das Projekt in der Phase der Datenauswertung. Es besteht eine Kooperation mit der Universidad de la República in Montevideo (Uruguay) und der Universidad Nacional del Sur in Bahia Blanca (Argentinien).
Laufende Promotionsprojekte
Forschungsprojekt: "La lengua de la inmigración peruana en Japón: Estudio sobre la variación lingüística hispano-japonesa"
Forschungsprojekt: "Die kubanoamerikanische Sprechergemeinschaft in New Jersey: Eine empirische Untersuchung"
Forschungsprojekt: "Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen: Diskurstraditionen und Interkulturelle Kommunikation"
Forschungsprojekt: "Sprachliche Migration und Integration von Rumänen nach 1990 in Frankreich im Ballungsraum Paris"
Sandra Sánchez Münninghoff M.A.
Forschungsprojekt: "Migration und Mehrsprachigkeit. Variationslinguistische Untersuchungen zum spanisch-italienischen Sprachkontakt am Río de la Plata"
Forschungsprojekt: „Linguistik der Verständigung: interkulturelle Kommunikation in deutsch-italienischen Unternehmen“
Forschungsprojekt: "Die sprachliche Integration der chinesischen Immigranten in Peru. Eine empirische Untersuchung"
Abgeschlossene Promotionen
Dr. Frank Jablonka
Dissertation: Frankophonie als Mythos: variationslinguistische Untersuchungen zum Französischen und Italienischen im Aosta-Tal, Wilhelmsfeld: Egert 1997 (pro lingua 28).
Dr. Adrian Bröking
Dissertation: Sprachdynamik in Galicien: Untersuchungen zur sprachlichen Variation in Spaniens Nordwesten, Tübingen: Narr 2002 (Tübinger Beiträge zur Linguistik 463).
Dr. Alexandra von Nolcken
Dissertation: Einsprachige Mehrsprachigkeit. Sprachwissen und Sprachvariation in der Normandie, Wilhelmsfeld: Egert 2002 (pro lingua 34).
Dr. Elton Kristi Prifti
Dissertation: Italoamericano. Italiano e inglese in contatto negli USA. Linguistica variazionale e linguistica migrazionale, Potsdam: Universität Potsdam 2011.
Isolde Pfaff M.A.
Dissertation: Grìco-Salentino-Italiano. Migration, Sprachvariation und Sprachdynamik in Süditalien, (in Druckvorbereitung).
Claudia Schlaak
Dissertation: Das zweigeteilte Baskenland: Sprachkontakt und regionale Identität in Frankreich und Spanien, (in Druckvorbereitung).
Janka Wunderlich M.A.
Dissertation: El Lunfardo. Eine Kontaktvarietät der Migrationskultur am Río de la Plata - aus Sprechersicht und im Sprachgebrauch der tangueros, (in Druckvorbereitung).

