Aktuelles
Professur für Kulturen romanischer Länder
39. Römerberggespräche: Gefällt mir nicht. Demokratie auf dem Prüfstand. 03.12.2011 Schauspiel Frankfurt

Der Protest hat derzeit viele Gesichter. Ob Stuttgart 21, Demonstranten in Madrid und Jerusalem oder die occupy-Bewegung: Gegenüber einer Politik, die zunehmend ratlos und überfordert wirkt, erheben sich an vielen Orten Menschen, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen und Partizipation einzufordern. Auch das klassische Bürgertum der Mitte empfindet Unbehagen, da alte Sicherheiten Makulatur geworden sind.
Nicht immer ist die neue Lust an der Einmischung dabei mit ausformulierten Manifesten verbunden. Im Gegenteil, gerade die sichtbare Abstinenz von politischen Programmen irritiert viele Beobachter. Liegt dies daran, dass eine getriebene Politik ohne klare Konturen eben auch keine Gegenentwürfe provoziert? Oder ist die ästhetische Praxis dieses Widerstands, der oft ohne intellektuelle Programme auskommt, doch als politisches Handeln zu begreifen?
Die Römerberggespräche fragen nach den Ausdrucksformen und Adressaten des Protests. Inwieweit sind die verschiedenen Phänomene vergleichbar, und welches politische Selbstverständnis schlägt sich hier nieder? Zu überlegen ist, wie es um Staat und Demokratie steht, die ja vom Versprechen der Partizipation leben. Denn Gesellschaftsverträge müssen immer wieder erneuert, gesellschaftlicher Konsens immer wieder gefunden werden. Kommt unser Gesellschaftsmodell an seine Grenzen, wenn immer mehr Bürger dieses Partizipationsversprechen nur noch als bloße Illusion begreifen? Ist das der Punkt, an dem die ökonomische Krise in eine Legitimationskrise des demokratischen Staates umschlägt?
http://www.roemerberggespraeche-ffm.de
Translating HipHop - Konzerte, Performances, Workshops, Talks & Lectures. 10.-12.11.2011 Haus der Kulturen der Welt Berlin

Am Anfang als „Black Noise“ abgewertet, hat sich Hip Hop in den letzten 30 Jahren über den Globus verbreitet. Auf der ganzen Welt praktiziert man die verschiedenen Dimensionen dieser energiegeladenen Kultur: Rap, DJing, Breakdance, Graffiti. Körpersprache und Gesten werden fast überall verstanden, die Übersetzung funktioniert unbemerkt.
Durch diese gemeinsame „Sprache“ ist eine virtuelle „Hip Hop nation“ entstanden. Gleichzeitig haben lokale Szenen völlig unterschiedliche Stile, Dialekte, Slangs und Codes, die eine Übersetzung erfordern. Hier setzt Translating Hip Hop an: Es feiert Hip Hop und Übersetzung zugleich. MCs aus Bogotá, Beirut, Nairobi, Berlin und Manila arbeiten seit Februar 2011, u. a. in vier Workshops in diesen Städten, an Rap-Übersetzungen aus den verschiedenen Sprachen. Zum Festival präsentieren sie an zwei Konzertabenden ihre babylonischen Performances. Der Kongress bringt in Performances, Lectures, Talks und Filmen internationale Künstler, Aktivisten und Hip Hop-Experten zum Thema Übersetzung und Hip Hop zusammen.
Sie alle erkunden neue Szenen, decken globale Verbindungen auf und knüpfen neue Netzwerke. In vielen Städten sind MCs nicht nur bekannte Musikerinnen und Musiker, sondern auch Chronisten, Guides und Aktivisten ihres Viertels. Sie stehen für Empowerment, besonders der jungen Frauen, und für den Aufbau alternativer Netzwerke, die Jugendliche aus den Gangs holen. Auch dies ist eine Aneignung der aus dem Nichts kreierten Kultur aus der Bronx. Den Bogen dorthin zurück schlagen die legendären Fotografien Joe Conzos aus New York. Mit diesem Ursprungsgedanken des Hip Hop gehen die Translating Hip Hop-MCs in Berliner Schulen und arbeiten in verschiedenen Sprachen mit den Schülerinnen und Schülern an ihren Geschichten.
http://www.translatinghiphop.de
13. Internationaler Semiotik-Kongress der Deutschen Gesellschaft für Semiotik / Universität Potsdam
Vom 12. bis 16. Oktober 2011 findet an der Universität Potsdam der 13. Internationale Semiotik-Kongress statt mit dem Thema: "Repräsentation, Virtualität, Praxis."
Wirklichkeit wird nie direkt erfahren, sondern einer Gesellschaft immer durch symbolische Kategorien zur Verfügung gestellt. „Repräsentation", „Virtualität" und „Praxis" sind Begriffe, mit denen diese symbolische Vermittlung bereits seit geraumer Zeit vielschichtig thematisiert wird. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen haben sie keinesfalls an Brisanz verloren, insbesondere wenn die an sie gebundenen semiotischen Systeme als sich ergänzende und einander durchdringende Formen des Weltzugangs zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Der Begriff der Repräsentation umfasst hierbei sowohl die mentale Vorstellung der Außenwelt, also den Vorgang des Bedeutens von Welt durch Sprache und Symbole, als auch die physischen Artefakte und ihre sozialen, politischen und kulturellen Funktionen. Unter Virtualität wird dagegen eine gedachte Entität verstanden, die unseren Lebensalltag heute mehr denn je indirekt über ihre Funktionalität oder Wirkung prägt. Das rückt Virtualität in die Nähe von Praxis, da sie im Sinne eines „Als-ob" neue Formen des Erlebens, Erfahrens und Handelns eröffnet. Diese Durchlässigkeit von Wirklichkeit und „So-tun-als-ob" wohnt auch dem Begriff der Repräsentation im Sinne von Vor- und Darstellung inne.
An konkreten Beispielen werden diese Permeabilitäten interdisziplinär und multiperspektivisch diskutiert, um deren Gefahren und Chancen zu beleuchten, um die Vielschichtigkeit aktueller Entwicklungen aufzuzeigen und die theoretischen Grundlagen kritisch zu überdenken.
Pressespiegel:
Potsdamer Neueste Nachrichten: Ankündigung Kongress und Ausstellung. 13.10.2011
Potsdamer Neueste Nachrichten: "Wie Fresken in einer Kirche" 19.10.2011
Alles comic! Erzählen Bilder mehr?
Sommersemester 2010: Hauptseminar mit Exkursion: Di 12-14.00
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Comics, BD’s und Graphic Novels erfreuen sich zwar bereits seit einigen Jahrzehnten einer großen Leserschaft, werden aber als „genre mineur“ erst jüngst auch von Wissenschaften beachtet. Und das nicht ohne Grund, denn Comics sind nicht nur populär, sie auch politisch, arbeiten Geschichtsbilder auf, skizzieren kulturelle Eigenheiten, (re)konstruieren Lebensgeschichten und schildern Strategien der Alltagsbewältigung; all das kann unter verschiedenen Akzentsetzungen befragt werden. Comics sind darüber hinaus als multimodales Medium zu betrachten, das sich zum einen verschiedener Codes bedient, zum anderen aber auch eigene Codes und Stile entwickelt hat. Die Romania bietet uns ein breites Spektrum, das vom weltberühmten Helden Tintin, Jacques Tardi oder den Comics des Verlages L’Association bis zu hin den Experimenten Julio Cortázars oder den literarischen Fumettis Milo Manaras reicht. Wir wollen ihre Codes und Darstellungsstrategien analysieren und versuchen die Frage zu beantworten, ob Comics eventuell mehr vermitteln können als Literatur und Film, und wenn ja, was bzw. warum.
Ein gemeinsamer Besuch im Institut Français in Berlin, dessen Bibliothek zahlreiche Comics zur Verfügung stehen sowie eine Exkursion ins Comic-Museum in Brüssel im Juni (23.-26.6.2010) soll uns den Zeichen-Welten näherbringen. Um rechtzeitig eine günstige Übernachtung reservieren zu können, wird um verbindliche Anmeldung bis zum 20.03.2010 gebeten. (kimminic@uni-potsdam.de). Um Ihnen einen verlängerten Aufenthalt zu ermöglichen, erscheint es sinnvoll, die An- und Abreise selbst zu organisieren (Flug ca. 130 €, Nachtbus ca. 65 €) Die Aufenthaltskosten werden sich voraussichtlich auf ca. 200 € belaufen, (Übernachtung in DZ oder Mehrbettzimmern, 3 gemeinsame Abendessen, mittags Lunchpaket oder Snack, Metrotickets)
Vortrag von Karl Rössel (Rheinisches JournalistInnenbüro, Köln
Zur aktuellen Brisanz der Auseinandersetzung mit bislang ausgegrenzten Kapiteln der Geschichte
am Montag, den 1.2.2010
in R. 2.14.021,
um 17.00 Uhr
(im Rahmen des Hautseminars von Prof. Dr. Eva Kimminich: Geschichte, Erinnern, Vergessen)

Vortrag von Herrn Dr. Pap Ndiaye
Les enjeux culturels et littéraires de la négritude

am Donnerstag, 14. Januar 2010
in R. 2.14.5.04 von 11.30-13.00
Pap Ndiaye ist Historiker und wurde 1965 im französischen Antony geboren. Sein Vater ist Franzose, seine Mutter senegalesischer Herkunft. Aufgewachsen ist Pap Ndiaye im Vorort von Paris. 1986 schließt er seine Promotion im Fach Geschichte erfolgreich an der „Ecole Normale Supérieure“ ab. Nachdem er anschließend einige Jahre in den USA verbrachte, lebt und arbeitet er inzwischen wieder in Frankreich, als Dozent an der „Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales“ (EHESS). Er ist Mitglied des Forschungszentrums nordamerikanischer Studien des CNRS-EHESS. Außerdem gehört er dem Redaktionskomitee der Revue L’Histoire an. Als Spezialist der USA, liegt der Schwerpunkt seiner aktuellen Forschung auf vielfältigen Fragen zu schwarzen Bevölkerungen in den USA und Frankreich. Ganz konkret lässt sich ein Projekt nennen, in welchem er Formen der rassischen Diskriminierung, wie Reden und Praktiken, in amerikanischen Lebensversicherungsfirmen des 20. Jahrhunderts untersucht. Pap Ndiaye weist zudem großes zivilgesellschaftliches Engagement auf, er bringt sich häufig in öffentliche Debatten ein. Diesbezüglich ist seine Mitgliedschaft im „Cercle d’action pour la promotion de la diversité en France“ erwähnenswert. Dies ist eine Vereinigung, die dem „Conseil Représentatif des Associations Noires“ (CRAN) angehört. Er ist außerdem Mitglied des Wissenschaftsrates des CRAN.
Publikationen
• La condition noire. Essai sur une minorité française, Paris, Calmann-Lévy, 2008.
Preis Jean-Michel Gaillard des « Rendez-vous de l’Histoire » de Blois (2008). Taschenbuchausgabe September 2009 (Gallimard, collection Folio).
• Les Noirs américains. En marche pour l’égalité, Paris, Gallimard, coll. Découvertes, 2009.
• « La représentation positive de soi : enjeux de la négritude », Katalog der Ausstellung "La représentation des étrangers en France et en Allemagne", Cité Nationale d’Histoire de l’Immigration - Actes Sud, 2009.
Die Ausstellung befindet sich derzeit im DHM in Berlin unter dem Titel „Fremde? Bilder von den ‚Anderen’ in Deutschland und Frankreich seit 1871“.
• « Les Noirs et leur perception de la discrimination raciale dans le monde du travail en France depuis les années 1960 », in Eric Fassin et Jean-Louis Halperin, Discrimina-tions : Pratiques, savoirs, politiques, Paris, La Documentation française, 2009.
Vortrag von Dr. Brahima Camarra aus Bamako (Mali):
Erinnerung und mündliche Literatur: Das Beispiel der Tirailleurs sénégalais
am Montag, den 16.11.2009
in Raum 2.14.021 von 17.00 s.t. bis 18.30
im Rahmen des Seminars: Geschichte(n), Erinnern und Gedenken




