Professur für französisch-
und spanischsprachige Literaturen

Prof. Dr. Ottmar Ette

Forschungsschwerpunkt
»Konvivenz«

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Schwerpunkt 2011 »Konvivenz«

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Publikationen

Wissensformen und Wissensnormen

Die Debatte um die Frage nach dem Lebenswissen hat weiter an Fahrt aufgenommen, seitdem der Begriff im Jahr 2007 von Ottmar Ette in die kulturwissenschaftliche Diskussion eingeführt wurde. Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge versuchen, diese Diskussion entscheidend voranzutreiben und neue Horizonte aktuellen wie künftigen literatur- und kulturwissenschaftlichen Denkens und Handelns aufzuzeigen. Der Band geht auf ein internationales Symposium zurück, das im Juli 2010 am Freiburg Institute for Advanced Studies stattfand. Der Stil wissenschaftlicher Konvivenz, der bei diesem Symposium geschaffen wurde, kommt in allen hier versammelten Texten zum Ausdruck. Europäische wie außereuropäische, philologische wie philosophische, fachgeschichtliche wie medienhistorische, erzähltheoretische wie literarästhetische, transkulturelle wie transdisziplinäre Ansätze messen die Dimensionen eines Forschungsgebietes aus, dessen Wissensformen und Wissensnormen es selbst noch näher zu bestimmen gilt. Dieser Herausforderung ist der Band verpflichtet.

El caribe como paradigma

A lo largo de las últimas décadas, la región del Gran Caribe ha ido cobrando de forma continuada un gran auge como uno de los lugares privilegiados para la producción de teorías como la négritude, la créolité o la relationalité; y es en ese orden cronológico que se intenta centrar la mirada, concretamente, en la convivencia en las islas de ese archipiélago y de su diáspora, o de desarrollar a partir de ahí categorías universales como las que han propuesto varios intelectuales.

Si como substrato de este tomo podemos sacar la conclusión de que las islas del Caribe como otras regiones insulares han de ser entendidas como espacios sumamente complejos en los que se condensan (si bien no se simplifican) ciertos procesos, ello quiere decir entonces, con vistas a la crisis en la que se encuentra sumida nuestra convivencia global en la actualidad, que vale la pena echar una ojeada a cómo la literatura procesa y reproduce esa convivencia. El Caribe, en su relacionalidad transarchipiélica, se ha convertido en un paradigma que se proyecta tanto hacia el pasado como hacia el futuro.

Worldwide

Partiendo de las relaciones insulares y archipiélicas alrededor del globo, en el centro de este tomo está la idea de la isla como encarnación del aislamiento, pero también de la relacionalidad transarchipiélica. Para ello no sólo se conectan distintas constelaciones archipiélicas de todo el mundo, sino también varias contribuciones interdisciplinarias en español, inglés y francés. Ese multilingüismo hizo posible la intensa colaboración
transnacional de filólogos, antropólogos, historiadores, traductores y sociólogos.

Konvivenz

Die unserer neuen Globalisierungsphase aufgegebene Herausforderung besteht heute darin, die Bedingungen für eine Konvivenz im weltweiten Maßstab zu schaffen, die es erlaubt, in Frieden und in kultureller Differenz zusammenzuleben. Die Literaturen der Welt stellen mit ihrem über Jahrtausende quer durch die unterschiedlichsten Kulturen fortgeschriebenen ZusammenLebensWissen den idealen Erprobungs- und Experimentierraum für jene Lebensformen und Lebensnormen der Konvivenz dar, der in der Übersetzung des Imaginierbaren ins Denkbare, des Denkbaren ins Schreibbare, des Schreibbaren ins Publizierbare sowie des Lesbaren ins Lebbare und Erlebbare ein prospektives Wissen für die Zukunft zur Verfügung stellt. Aus dem Bewußtsein eines Schreibens nach dem Paradies entstehen Wege auf der Suche nach dem Paradies.

El presente libro reúne trabajos y estudios sobre Centroamérica y el Caribe, dos regiones que se demarcan de forma paradigmática como el área circuncaribe desde su condición de red fragmentada de mundos insulares y de conjuntos de islas, así como desde su condición de unidades multilingües y
transculturales ubicadas entre la insularidad y tierra firme.

Los trabajos aquí reunidos se dedican y apuntan a visualizar y comprender Centroamérica y el Caribe como Trans(it)Areas, partiendo de un concepto dinámico y vectorial de espacio que transciende las coordenadas geográficas estáticas. Dichos
trabajos se concentran en la exploración e investigación de formas culturales y literarias de representación de procesos intra-, inter- y transregionales de convivencia y comunidad en tiempos de modernizaciones interdependientes. Y es en este contexto en particular en el cual la pregunta por una convivencia
pacífica en la diferencia se perfila como uno de los desafíos centrales para el siglo XXI.

Ette, Ottmar / Mackenbach, Werner / Müller, Gesine / Ortiz Wallner, Alexandra (Hg.): Trans(it)Areas. Convivencias en Centroamérica y el Caribe. Un simposio transareal. Berlin: edition tranvía - Verlag Walter Frey (POINTE - Potsdamer inter- und transkulturelle Texte, Bd. 1) 2011 [371 p.]

Ein im globalen Maßstab erfolgreiches Zusammenleben in Frieden und Differenz stellt für die Menschheit zweifellos die große, vielleicht entscheidende Herausforderung im 21. Jahrhundert dar. Die Frage, wie wir zwischen unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Sprachen und Identitätszuschreibungen zusammenleben können, ist freilich eine der Grundfragen, auf welche die verschiedensten Traditionen der Literaturen der Welt – wie dieser Band zeigt – seit dem Gilgamesch-Epos und seit Tausendundeine Nacht immer wieder neue Antworten gesucht haben. Dieses von der Literatur über Jahrhunderte und Jahrtausende nicht nur gesammelte und konservierte, sondern experimentell immer wieder aufs Neue erprobte ZusammenLebensWissen bildet ein Wissen von den Formen und Normen der Konvivenz, das von enormer, ja lebenswichtiger Bedeutung für uns heute ist. Denn im Dreieck von historisch akkumulierter Last, ästhetisch reflektierter List und oft prospektiv ausgerichteter Lust entfaltet die Literatur ihr Wissen als Erlebenswissen, welches nicht nur das Schreib- und Publizierbare, sondern auch das Denk- und Imaginierbare lebbar und nacherlebbar macht.
Der Band »ZusammenLebensWissen. List, Last und Lust literarischer Konvivenz im globalen Maßstab« bildet den dritten und abschließenden Teil der Reihe, die mit »ÜberLebenswissen. Die Aufgabe der Philologie« (2004) begann und mit »ZwischenWeltenSchreiben. Literaturen ohne festen Wohnsitz« (2005) fortgesetzt wurde. Zu den im nun vorliegenden dritten Band behandelten Autorinnen und Autoren zählen Reinaldo Arenas, Roland Barthes, Albert Cohen, Assia Djebar, Amin Maalouf, Michel de Montaigne, Jorge Semprún, Hans Staden, Mario Vargas Llosa und Cécile Wajsbrot. [Klappentext]

ZusammenLebensWissen. List, Last und Lust literarischer Konvivenz im globalen Maßstab (ÜberLebenswissen III). Berlin: Kulturverlag Kadmos 2010 [400 p.]

Gesamtübersicht der Publikationen

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Aktivitäten

Freitag/ Samstag, 9./ 10. Dezember 2011
Internationale Tagung "Die Karibik als Paradigma: Convivencias/Coincidencias"

Organisation: Ottmar Ette, Anne Kraume, Werner Machenbach, Gesine Müller

Kulturtheoretische Versuche, ein Zusammenleben in Frieden und Differenz programmatisch zu fassen, werden entwickelt als Antwort auf eine missglückte Etikettierung von Multikulturalismus oder als Absage an einen essentialistischen Identitätsbegriff. Dass aktuelle Debatten zu diesem Thema auch intensiv weltweit von Intellektuellen in post-kolonialen insulären oder archipelischen Konstellationen geführt werden, liegt aus verschiedenen Gründen nahe.

Besonders die Karibik hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zu einem der privilegierten Orte für Theorieproduktion emporgeschwungen: Négritude, Créolité, Relationalité – in dieser chronologischen Abfolge wird versucht, das Zusammenleben auf den Inseln dieses Archipels und seiner Diaspora konkret in den Blick zu nehmen, beziehungsweise von dort aus universale Kategorien zu entwickeln, wie es vor allem Édouard Glissant und Benítez Rojo unternommen haben. Dabei stellt sich bis heute immer wieder die Frage, wie ethnische Differenz zu fassen ist, ohne in Essentialismen zurückzufallen. Ähnlich wie die Kritik am Multikulturalismus durch führende Theoretiker in der angelsächsischen Tradition, wie Arjun Appadurai oder Paul Gilroy, äußern sich Intellektuelle der spanischsprachigen und frankophonen Welt rückblickend recht kritisch über die Creolité-Diskurse. Was aber wird dieser Kritik entgegengehalten? Édouard Glissant nennt beispielsweise sein alternatives Modell “Archipelisierung”. Dieses Konzept mündet später in die Idee eines Tout-monde. In den letzten Jahren wurden jedoch auch vermehrt Stimmen weltweit aus anderen Archipel-Konstellationen laut, die sich mit den aus der Karibik stammenden programmatischen Konzepten auseinandersetzten.

Ausgehend von unserem zentralen Fokus auf Konvivenz (vgl. O. Ette: ZusammenLebensWissen, Berlin Kadmos 2010) soll es in unserer Tagung darum gehen, die Karibik als Paradigma, d.h. als prädestinierten Ort für Theorieproduktion, zu beleuchten. Dabei wollen wir fragen, inwiefern Konzepte von dort in welchen anderen Regionen oder gar weltweit rezipiert, evtl. kritisch hinterfragt und neu profiliert wurden.

Zusendung von Abstracts bis zum 25. Oktober an folgende zwei Adressen:

Anne Kraume: kraume@uni-potsdam.de oder Gesine Müller: gesine.mueller@uni-potsdam.de

 

Montag, 14. Februar 2011 um 19.00 Uhr
Buchvorstellung und Vortrag: Zusammenlebenswissen - wie Literatur die Zukunft erzählt

Organisiert von Spree-Athen e. V.
Die Veranstalung findet statt im Literaturhaus in der Fasanenstr. 23 in Berlin Charlottenburg (U1 Uhlandstr.)
Einritt frei, Gäste willkommen

externer link Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier. (PDF, 87KB)

 

»F(r)icciones de vida – trauma, memoria y convivencia en las literaturas hispanoamericanas / LebensF(r)iktionen – Trauma, Erinnerung und Zusammenleben in den hispanoamerikanischen Literaturen«

Unter dem Titel „F(r)icciones de vida – trauma, memoria y convivencia en las literaturas hispanoamericanas“ / „LebensF(r)iktionen – Trauma, Erinnerung und Zusammenleben in den hispanoamerikanischen Literaturen“ findet am 16. und 17. Dezember ein europäisches Kolloquium/Doktorandenworkshop am Institut für Romanistik statt, in Zusammenarbeit mit und gefördert von der Potsdam Graduate School (PoGS). Die Veranstaltung widmet sich neueren literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschungsansätzen zum Verhältnis von Literatur und Leben und der Rolle der Literatur als Speichermedium von Lebenserfahrung und Lebens- wie Überlebenswissen in verschiedenen Momenten der hispanoamerikanischen Literaturen. Einer der Schwerpunkte werden die jüngeren zentralamerikanischen Literaturen sein. Mehr...

Eröffnungsvortrag

externer link Das Programm hier (PDF, 33 KB)

externer link Mehr Infos hier (PDF 34 KB)

 

9.12.2010 Eröffnungsvortrag im Rahmen des Internationalen Symposiums »Mario Vargas Llosa: die Literatur erleben / Mario Vargas Llosa: vivir la literatura« am Instituto Cervantes in Berlin zum Thema "Konvivenz: Das Fest des Ziegenbockes oder Das Fest der Literatur".

 

»TransitAreas. Convivencias en Centroamérica y el Caribe« Internationales Symposium und Theorie-Workshop

TransitAreas27.01.-29.01.2010

in Zusammenarbeit mit Gesine Müller, Alexandra Ortiz Wallner und Werner Mackenbach Veranstaltung des Internationales Symposium und Theorie-Workshop - TransitAreas - Convivencias en Centroamérica y el Caribe - Internationales Symposium und Theorie-Workshop zu Formen des Zusammenlebens in Zentralamerika und der Karibik am Ibero-Amerikanischen Institut PK Berlin und der Universität Potsdam. Mehr...

externer link Programm (PDF, 652 KB) externer link Plakat (PDF, 904 KB)

 

 

 

Prof. Dr. Ottmar Ette

Kontakt

Universität Potsdam
Institut für Romanistik

Prof. Dr. Ottmar Ette
Komplex I, Haus 19, Raum 425

Am Neuen Palais 10
D-14469 Potsdam

Tel.: +49-331-977-4191
Fax: +49-331-977-4252

Sekretariat:
Gabriele Penquitt (Raum 431)
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Bild mit Studenten auf dem Campus