Prof. Dr. Ottmar Ette
Professur für französisch- und spanischsprachige Literatur
Doktoranden
Amrei Buchholz (*1982, Hamburg)Studium der Neueren deutschen Literatur, Kunstgeschichte und Lateinamerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin, der Universidad Autónoma de Madrid und der Universidad de Buenos Aires (Stipendiatin des DAAD). Magisterarbeit (2010) zu Franz Theodor Kuglers universal-ästhetischer Theorie (betreut von Prof. Dr. Roland Berbig und Prof. Dr. Horst Bredekamp). Arbeitserfahrung im musealen Bereich in verschiedenen Ausstellungshäusern und -projekten, u.a. an der Akademie der Künste Berlin, dem Ethnologischen Museum Berlin, der Temporären Kunsthalle Berlin und dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Promotionsvorhaben zu Landschaftsdarstellung und Wissen. Visuelle Strategien im Werk Alexander von Humboldts. Seit 2011 Mitglied des Graduiertenkollegs Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens an der Universität Potsdam, http://www.uni-potsdam.de/visibility/index.html. Lehrveranstaltungen im WiSe 2009/2010 und SoSe 2010 zur Ekphrasis in Film, Fotografie und neuerer deutsch-, spanisch- und englischsprachiger Literatur am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin. Forschungsschwerpunkte sind Text-Bild-Beziehungen, die Ekphrasis in Schrift, Film und Fotografie, Poetologien des Wissens, Wissens- und Wissenschaftsgeschichte sowie ästhetische Theorie des 19.-20. Jht., Handschriftenerschließung und -transkription.
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Promotionsvorhaben
Landschaftsdarstellung und Wissen. Visuelle Strategien im Werk Alexander von Humboldts
Abstract
Das Promotionsvorhaben Landschaftsdarstellung und Wissen. Visuelle Strategien im Werk Alexander von Humboldts geht davon aus, dass Visualität eine zentrale Rolle in Humboldts Denksystem spielte. Gezeigt werden soll, dass die Komplexität der Humboldtschen Wissenschaftskonzeption über textliche wie bildliche Visualisierungsstrategien denk-, darstell- und vermittelbar wurde. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse konnten so nicht nur einem breiteren Publikum zugeführt, sondern auch scheinbare Gegensätze verbunden werden, die den wissenschaftlichen Diskurs um 1800 zum Teil maßgeblich prägten. Dies betraf Dualitäten wie Körper und Geist, Sinnlichkeit und Intellekt, Natur und Kunst, Ästhetik und Technik, Geistes- und Naturwissenschaft, Statik und Bewegung, Fragment und Ganzheitlichkeit.
Während diese vermittelnde Funktion der Visualität in der europäischen Rezeption wenig Beachtung gefunden hat, lässt sie sich in Iberoamerika bis in die heutige Literatur- und Kunstproduktion nachvollziehen. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Humboldts visuelle Strategien für die dortige Identitätsstiftung relevant, weil mittels ihrer europäische Traditionen mit spezifisch südamerikanischen Aspekten verbunden werden konnten: Die Rezeption von Humboldts Denksystem kennzeichnete die ‚Neue Welt’ vermeintlich als einen Ort, an dem sich die humanistische Vorstellung einer idealen Gesellschaft realisieren konnte.

