Medieninformation der Universität Potsdam

Nr.: 205/10 vom 02.08.2010

Potsdamer David bezwingt gleich mehrere Goliaths

Wissenschaftler der Uni Potsdam siegen bei Internationalem Logik-Wettbewerb

Wissenschaftler des Instituts für Informatik der Universität Potsdam haben mit einem Computer-Programm einen internationalen Wettbewerb auf der weltgrößten Logik-Konferenz, der "FLoC2010" in Edinburgh gewonnen. Unter den zu lösenden Problemen, sind nicht nur solche aus dem reinen Reich der Logik, sondern auch Fragestellungen aus Mathematik, Informatik und Wirtschaft, die sich mit Hilfe von Logik beantworten lassen. Die von den Potsdamer Informatikern entwickelte Software zeichnet sich durch eine ungewöhnlich kompakte Größe aus. Während die Computer-Programme der Konkurrenz mehrere zehntausend Zeilen benötigen, besteht der Kern der Potsdamer Applikation tatsächlich nur aus wenigen, aber sorgsam ausgeklügelten Zeilen und vermag es dennoch viele der konkurrierenden "Mammut"-Programme souverän zu schlagen, was den Potsdamer Wissenschaftlern bereits mehrere Preise eingebracht hat, zu denen sich nun der Siegertitel auf der "FLoC2010" in Edinburgh gesellt.

Der im Rahmen der "FLoC" seit 14 Jahren ausgetragene Wettbewerb gilt als eine Art Weltmeisterschaft der Logik-Programme. Zum vierten Mal waren die Potsdamer Informatiker der Professur "Theoretische Informatik" am Start. Ziel des Wettbewerbes ist es, möglichst viele Logik-Probleme zu lösen. Im Bereich der Mathematik sind zum Beispiel mathematische Sätze enthalten, die das Computer-Programm aus einer gegebenen Menge von Axiomen mit Hilfe logischer Regeln vollautomatisch herleiten muss. Selbst einfach erscheinende Probleme stellen für den Computer jedoch eine große Herausforderung dar. Die Forschungen auf diesem Gebiet zählen daher zum Kerngebiet der Künstlichen Intelligenz. Die Potsdamer Wissenschaftler haben den Siegertitel für die Lösung einer neuen Klasse von Problemen geholt. Viele der in der Praxis vorkommenden logischen Probleme enthalten neben den logischen Operatoren zusätzlich Arithmetik, also Zahlen und Rechenoperationen. Um auch diese Probleme lösen zu können, müssen die verwendeten Computer-Programme erweitert werden. Während komplexe Programme nur sehr schwierig zu erweitern sind, konnte das "leanCoP" genannte Programm der Potsdamer Informatiker in nur wenigen Wochen an die neuen Probleme angepasst werden. Auf Anhieb beantworteten sie damit mehr Fragen im Wettbewerb als die riesigen Programme einiger renommierter, internationaler Universitäten. Aber nicht nur Wettbewerbe lassen sich mit solchen Computer-Programmen gewinnen. So sind die Potsdamer Forscher gerade dabei, ihre Software dafür zu nutzen, um die Sicherheit von Geschäftsprozessen einer großen Bank zu verbessern. Vielleicht ein Weg, um in Zukunft größere Bankencrashs zu vermeiden.

Hinweis an die Redaktionen:

Kontakt: Jens Otten, Telefon: 0331/977-3072 oder 0160/9985-7546, E-Mail: E-Mail: jeotten@cs.uni-potsdam.de

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