
Schon mehrfach war die Alte Kirche Golm Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Jetzt haben zwei Geowissenschaftler der Universität Potsdam sich erneut auf Spurensuche begeben. Mit einem Georadargerät tasteten Prof. Dr. Jens Tronicke und Diplom-Geophysiker Urs Böniger den Ziegelboden der Alten Kirche ab, um herauszufinden, was sich darunter befindet. In den Untergrund geschickte elektromagnetische Wellen sollten Aufschluss über durch den Menschen vorgenommene Bodenveränderungen im ältesten Gebäude Potsdams geben. Was bei den Untersuchungen herausgekommen ist, erfuhren Interessierte beim 3. Golmer Tag der Archäometrie am 11. Oktober. Danach deuten die mit dem Georadar detektierten Strukturen unter anderem ehemalige Fundamente und zwei Grablegen an. "Die Ergebnisse bestätigen die Vermutungen", sagte Jens Tronicke, "dass in einem älteren Teil der Kirche Bestattungen vorgenommen wurden". Die wissenschaftliche Analyse fiel in eine Zeit, in der Gemeinde und Kreissynode der evangelischen Kirche um die Zukunft des Gotteshauses streiten. Letztere plädiert für dessen Verkauf. Die Kirchengemeinde hingegen will ein "Kloster auf Zeit" etablieren, es als Pilgerstätte und Meditationsort sowie für Veranstaltungen und Ausstellungen anbieten.