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Oktober bis Dezember 2007
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Das Potenzial der Sonne

Nobelpreisträger sprachen auf dem Campus Golm über nachhaltige, umweltfreundliche Energieerzeugung

Das vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Anfang Oktober organisierte Symposium zur "Globalen Nachhaltigkeit" bescherte auch der Universität Potsdam renommierte Gäste. Gleich drei der am Symposium teilnehmenden Nobelpreisträger machten kurzerhand am 8. Oktober eine Stippvisite auf dem Golmer Campus. Vor Lehrenden und Studierenden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät hielten sie Vorabvorträge zum Thema.


Präsentierten lebendigen Meinungsstreit:
Walter Kohn (l.) und Carlo Rubbia ( r.).
Hans-Gerd Löhmannsröben (3.v.l.)
hatte das Treffen gemeinsam mit
seinen Professoren-Kollegen organisiert.
Foto: Fritze

Gekommen waren Prof. Dr. Walter Kohn (USA), Chemienobelpreisträger von 1998, Prof. Dr. Mario Molina (USA), Chemienobelpreisträger von 1995, und Carlo Rubbia (Schweiz), Physiknobelpreisträger von 1984. Vor dem Auditorium bezogen die Wissenschaftler aus unterschiedlichen Blickwinkeln Stellung zu den globalen Herausforderungen, die sich aus dem gegenwärtigen Klimawandel ergeben. Damit verbanden die renommierten Gäste zugleich ihre eigenen Arbeitsgebiete mit der aktuellen Universitätsforschung in Potsdam.
Alle drei machen sich stark für eine nachhaltige, umweltfreundliche Energieerzeugung. Sehr deutlich wurde dies spätestens auch im abschließenden lebendigen Fachdisput untereinander. Carlo Rubbia arbeitete dabei unter anderem zwei Schwächen der Photovoltaik heraus: den relativ geringen Wirkungsgrad einerseits und die Schwierigkeit der Energiespeicherung andererseits. Für sinnvoll halte er deshalb die Idee, Sonnenenergie über Kollektoren zu sammeln, um Flüssigkeiten zu erhitzen. Beide Probleme seien bei dieser Technologie nicht vorhanden. Rubbia, dessen eigentliches Spezialgebiet die Teilchenphysik ist, fragte sogar in seinem zuvor gehaltenen Beitrag: "Wo ist das Energieproblem?" Würde man in der Wüste Sahara auf einer Fläche von 210 Quadratkilometern Sonnenkollektoren aufstellen, könne man damit den jährlichen Energiebedarf aller Menschen abdecken. Damit verwies er auf den Gegensatz zwischen marginaler Rolle von Sonnenenergie im gegenwärtigen Energiemix und dem vorhandenen enormen Potenzial, das sie hat.
Etwas andere Akzente setzten wiederum die zwei weiteren renommierten Forscher, die mit ihren Äußerungen ebenfalls für viel Aufmerksamkeit bei den Anwesenden sorgten. Während Molina auf die Schwierigkeit hinwies, wissenschaftlich unbestrittene Erkenntnisse in reale politische Handlungen einzubringen, zum Beispiel bei einer veränderten Energiepolitik, beschäftigte sich Kohn, dessen Steckenpferde Photovoltaikzellen und Möglichkeiten ihrer Verbesserung sind, mit den unterschiedlichen Ansätzen bei der Erklärung einfacher und komplexer Moleküle. Einfache Moleküle könnten nach seiner Ansicht durch Wellenanalytik sehr genau beschrieben werden, wohingegen die Beschreibung komplexer Moleküle mit diesem Ansatz zwar theoretisch möglich sei, jedoch Computer erfordere, die mehr Atome enthielten als im Universum insgesamt existieren.
Der zweistündigen Veranstaltung wohnten etwa 100 Teilnehmer bei. Einige von ihnen setzten im Anschluss daran die bereits begonnene Diskussion mit den Nobelpreisträgern im kleinen Kreis fort. Von dem gerade Gehörten zeigten sich nach Ende des Kurzbesuchs Studierende wie Uni-Mitarbeiter begeistert. "Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt" resümierte denn auch Fakultäts-Dekan Prof. Dr. Ralph Tiedemann.

pg
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[Letzte Aktualisierung 29.10.2007, Schroeter]