
Zum Thema "Videos mit Röntgenblitzen. So schnell können Nanostrukturen funktionieren" hielt Juniorprofessor Dr. Matias Bargheer am 25. Oktober 2007 seine Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam. Der Wissenschaftler ist Professor für Physik der weichen Materie. Es handelt sich um eine gemeinsame Berufung der Universität Potsdam und des Max-Planck-Institutes für Kolloid- und Grenzflächenforschung.
In der Nanotechnologie und der molekularen Biologie werden immer kleinere Strukturelemente, wie beispielsweise einzelne Atomlagen oder Molekülgruppen, manipuliert, um bestimmte Funktionen zu erzielen. Veränderungen in solchen Systemen laufen auf atomarer Längen- und Zeitskala ab. Für das physikalische Verständnis dieser ultraschnellen Prozesse ist ein anschauliches Bild wichtig. Dank ihrer hohen Struktur- und Zeitauflösung liefert die Femtosekunden-Röntgenbeugung Bildsequenzen atomarer Bewegung von Molekülen und Festkörpern und ermöglicht somit Rückschlüsse über die komplexe Wechselwirkung zwischen Elektronen- und Kernbewegungen. Die aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten, Atomen bei ihren Bewegungen zuzusehen, diskutierte der Referent an aktuellen Beispielen.
Matias Bargheer studierte Physik an der Uni Konstanz, der Rutgers University of New Jersey/USA sowie der Freien Universität Berlin. Anschließend promovierte er zum Thema "Ultraschnelle Photodynamik in kondensierter Materie" in der AG Schwentner an der Freien Universität Berlin. Danach arbeitete der Wissenschaftler als Post-Doc am Max-Born-Institut Adlershof.