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03/2011
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Ein neuer Mann an der Spitze

Der Senat wählte Prof. Dr. Oliver Günther ins Präsidentenamt

Dieser für die künftige Ausrichtung der Universität so wichtige Tag fiel noch in die vorlesungsfreie Zeit. Dennoch war der Senatssaal gut gefüllt, alle elf Senatoren-Plätze besetzt. Erster Punkt auf der Tagesordnung der 188. Senatssitzung: die Wahl eines neuen Präsidenten der Universität Potsdam. Zwei Kandidaten hatte der Landeshochschulrat vorgeschlagen. Das Votum der Vertreter der Statusgruppen fiel unmissverständlich aus. Professor Oliver Günther, Ph.D, wird als vierter Präsident die Universität Potsdam leiten.

Von Birgit Mangelsdorf


Neuer Präsident: Prof. Dr. Günther
Setzte sich durch: Prof. Dr. Oliver Günther ist neuer
Präsident der Universität Potsdam. (Foto: Fritze)

Der Berliner Wirtschaftsinformatiker setzte sich klar gegen Robert Seckler, Professor für Physikalische Biochemie an der Universität Potsdam, durch. Der 1961 in Baden-Württemberg geborene Oliver Günther ist derzeit noch Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt- Universität und Direktor des dortigen Instituts für Wirtschaftsinformatik. Studiert hat er Wirtschaftsingenieurwesen und Mathematik an der Universität Karlsruhe. Zum Ph.D. promovierte er an der University of California in Berkeley. Oliver Günther verfügt über vielfältigste nationale wie internationale Erfahrungen. Er war unter anderem am International Computer Science Institute (ICSI) beschäftigt und arbeitete an der University of California in Santa Barbara. Seit 1993 ist er an der Humboldt-Universität. Für die Uni Potsdam hat Oliver Günther ehrgeizige Pläne. Perspektivisch sieht er sie im Spitzencluster der zehn bis zwölf stärksten deutschen Forschungsuniversitäten. Unmittelbar nach der Senatswahl erklärte der Professor:„Ich habe in den vergangenen Monaten viel über die Universität Potsdam gelernt und weiß, wo die Probleme liegen. Ich habe auch Ideen für deren Lösung. Wir werden das Schiff durch schwere Wasser bringen müssen, aber ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen gute Fortschritte machen werden. Ich habe jedenfalls den besten Eindruck von ‚unserer‘ Universität und freue mich auf die Zusammenarbeit.“ Oliver Günther trifft auf eine gut aufgestellte Universität. Die Liste der Erfolge der vergangenen Monate muss keinen Vergleich scheuen. Nur wenige Beispiele: So hat sich die Uni Potsdam im Wettbewerb „Für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ erfolgreich durchgesetzt. Bis 2016 kann die Hochschule nun mit zusätzlichen Millionen Euro rechnen, die in die weitere Verbesserung der Lehre investiert werden. Ebenfalls erfolgreich hat sich die Uni um ein Erasmus Mundus-Doktorandenprogramm der Europäischen Gemeinschaft beworben. Rund 6,5 Millionen Euro fließen über dieses Programm in den nächsten sieben Jahren nach Potsdam. Die Universität Potsdam ist damit eine von insgesamt nur zwei deutschen Hochschulen, bei denen die Federführung für ein Erasmus Mundus- Promotionsprogramm liegt. Außerdem erhielt die Potsdamer Universität als eine von zehn Hochschulen bundesweit den Zuschlag für ihr Konzept im Wettbewerb „EXISTGründungskultur – Die Gründerhochschule“, Bestandteil des EXIST IV-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Die Fördersumme beträgt über maximal fünf Jahre bis zu 800.000 Euro jährlich. Mehrere gute Nachrichten kamen in diesem Sommer auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Unter anderem hat die DFG die Förderung für den Sonderforschungsbereich 632 „Informationsstruktur: Die sprachlichen Mittel der Gliederung von Äußerung, Satz und Text“ um vier weitere Jahre verlängert. Die Arbeit der Wissenschaftler wird mit rund neun Millionen Euro gefördert. Unverändert groß ist das Interesse künftiger Studierender an der Universität Potsdam. So haben sich zum Beispiel allein auf die 40 verfügbaren Plätze im Bachelorstudiengang Europäische Medienwissenschaften mehr als 2.400 Bewerber online beworben, für die 195 Studienplätze im Fach Politik und Verwaltung interessierten sich mehr als 2.100. So lang die Liste der Erfolge – so lang die Liste künftiger Herausforderungen. Die größte dürften die beabsichtigten Kürzungen der Landes im Hochschuletat darstellen und die damit einhergehenden strukturellen Veränderungen der Hochschullandschaft Brandenburg. Es gibt also jede Menge zu tun – auch für den neuen Mann an der Spitze der Universität Potsdam. Prof. Oliver Günther plant seinen Dienstantritt für den 1. Januar 2012.

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[Letzte Aktualisierung 22.06.2011, Voigt]