Prof. Dr. Pablo Wessig hielt am 2. Juli 2009 seine Antrittsvorlesung am Institut für Chemie der Universität Potsdam. Wessig, der die Professur für Bioorganische Chemie erhielt, gab in seiner Vorlesung zum Thema "Kleine Stäbe - große Wirkung?!" einen Überblick über das Forschungsgebiet der molekularen Stäbe, ihren Aufbau, ihre Eigenschaften sowie ausgewählte Anwendungen. Der 1962 in Görlitz geborene Wissenschaftler studierte und forschte vor allem an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er bis zu seiner Berufung als Privatdozent tätig war. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Präparative Organische Photochemie, Molekulare Stäbe und Fluoreszenzsonden.
Am 16. Juli 2009 hielt Prof. Dr. Jasmin Joshi ihre Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam zum Thema "Globale Ausbreitung: Wie Pflanzenwanderungen durch biotische Interaktionen beeinflusst werden". Frau Joshi erhielt den Ruf auf die Professur für Biodiversität/Spezielle Botanik im Institut für Biochemie und Biologie. In der Vorlesung gab sie nicht nur eine Übersicht über ihr Forschungsgebiet, sondern berichtete auch über neue Erkenntnisse der Anpassungsfähigkeit von Pflanzenarten an neue Umweltveränderungen. Jasmin Joshi ist gebürtige Schweizerin und promovierte an der Universität Zürich. Es schlossen sich Aufenthalte an der Universität von Leiden (Niederlande) sowie am Imperial College at Silwood Park, Ascot/Großbritannien bevor sie als Oberassistentin am Institut für Umweltwissenschaften an die Universität Zürich zurückkehrte. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Invasionsbiologie, vor allem die evolutive Anpassung standortfremder Organismen an neue Umweltbedingungen, funktionelle Biodiversitätsforschung, sowie Untersuchungen zu Vegetationsveränderungen im Zuge der aktuellen Klimaveränderungen.
Am 15. Oktober 2009 hielt Prof. Dr. Silke Leimkühler ihre Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam. Die Professorin für Molekulare Enzymologie sprach über "Die Bedeutung des Spurenelements Molybdän für den Menschen". Leimkühler ging in ihrem Vortrag auch auf die Vernetzung unterschiedlicher Biosynthesewege in der Zelle ein. Die Referentin studierte Biologie an der Universität Bielefeld, promovierte an der Ruhr-Universität Bochum und leitete, nach einer Postdoc-Zeit in den USA, eine Emmy-Noether Nachwuchsgruppe in Braunschweig, wo sie auch habilitierte. Von 2005-2009 war sie Juniorprofessorin an der Universität Potsdam. Im April dieses Jahres hat sie hier die Professur für Molekulare Enzymologie übernommen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die protein-biochemische Analyse des Syntheseweges des Molybdän-Kofaktors in Bakterien und im Menschen sowie die Charakterisierung des katalytischen Mechanismus von metallhaltigen Oxidoreduktasen.
Am 5. November hielt Prof. Dr. Jana Eccard ihre Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam. Eccard ist Professorin für Tierökologie und Humanbiologie. Ihr Vortrag stand unter dem Titel „No place to hide – Wie Landschaftsstrukturen die Nahrungssuche von Beutetieren beeinflussen“. Er beleuchtete neue Ansätze der evolutionsbiologischen Verhaltensökologie. Die Evolution von Verhaltensweisen durch Interaktionen zwischen Arten, aber auch zwischen Individuen einer Art gehört zu ihren hauptsächlichen Arbeitsgebieten. In der Vorlesung sprach sie über die Bedeutung von Raumstrukturen auf Raumnutzung und Effizienz von Tieren auf Nahrungssuche. Viele Tierarten sind Beutetiere anderer Tierarten und müssen, um ihren Fortbestand zu sichern, sowohl Nahrungssuche als auch Partnersuche und so genanntes „Raubfeindrisiko“ geschickt ausbalancieren. Individuelle Kompromisse hängen dabei von Geschlecht und Alter der Individuen ab und können in Verhaltensexperimenten sowie im Freiland untersucht werden. Veränderungen der Landschaft durch den Menschen können allerdings dazu führen, dass Tiere Entscheidungen treffen, die für ihre Zukunft von Nachteil sind. Eccard war vor dem Antritt ihrer Potsdamer Professur am Lehrstuhl für Verhaltensbiologie der Universität Bielefeld und am Evolutionsökologischen Zentrum der Universität Jyväskylä in Finnland wissenschaftlich tätig.