Juli bis Dezember 2009
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16. UNIDRAM-Festival beendet

Ein Universum theatralischer Imagination

UNIDRAM, das internationale Theaterfestival, lockte auch 2009 zahlreiche Theaterinteressierte an. Zum 16. Male ist es über die Bühne gegangen.

Unidram
Höhepunkt bei UNIDRAM: Die Lange Nacht des Figurentheaters.
Foto: Unidram

Extrem Gegensätzliches, einander Widerstrebendes, scheinbar Widersinniges: Hamlet war ein Westernheld in weißem, wehenden Mantel. Tschechows berühmte "Drei Schwestern" waren ein Männertrio, das behauptete, weitere neun Geschwister zu haben, allesamt Frauen. Eine vierhändige Königin begegnete einem Soldaten ohne Erinnerung, und der Hintergrundsound kam als skurrile Objektmusik von einer polyphonen Waschmaschine.
Der mechanische Zirkus von "Hnos Oligor" aus Spanien mit seinen ratternden Gerätschaften schien am symptomatischsten für das diesjährige UNIDRAM-Programm. Nicht nur, weil kinetische Maschinen, Apparaturen und andere ferngesteuerte Vehikel eine wichtige Rolle spielten. Vor allem deshalb, weil der Kern dieses theatralischen Perpetuum mobiles die Entstehung des Universums von der Schöpfung bis zum Chaos war. Jeder Abend des neuntägigen Programms bildete ein solches eigenes Universum theatralischer Imagination ab: mit unkonventionellen Klassikerbearbeitungen, mit vom Film inspirierten theatralischen Versuchsanordnungen, mit schräger Kammeroper und dadaistischem Liederabend, mit Happening, Tanz-, Bewegungs- und Objekttheater. Nicht zu vergessen auch ein Theater mit Puppen und Figuren. Letzterem war erstmals eine eigene "Lange Nacht" gewidmet. Sie richtete unter dem Titel "Bis in die Puppen" den Fokus auf animierte Bühnenwelten. Die bisherige "Lange Nacht der Experimente" bildete unter dem Titel "Finale" den abschließenden Höhepunkt des Festivals. Mit dem "Tam Tam Theater" aus Belgien und dem "Theatre du mouvement" aus Frankreich waren zwei der dienstältesten und renommiertesten Ensembles im Bereich des internationalen Objekttheaters zu Gast. Und trotzdem der Blick bei der Programmauswahl in diesem Jahr eher nach Westeuropa gerichtet war, blieb Osteuropa nicht außen vor. Denn auch Ensembles aus Bulgarien, der Slowakei und Tschechien waren vertreten.

Thomas Pösl,
Stabsstelle Studierendenmarketing und Alumni
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[Letzte Aktualisierung 11.11.2009, Schroeter]