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Juli bis Dezember 2009
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Berufsstart in Ungarn

Anna Buchwald lehrte an der Uni Szeged das deutsche und europäische Wirtschaftsrecht

Die Potsdamer Jura-Absolventin Anna Buchwald machte ihre ersten beruflichen Schritte an der Uni Szeged in Ungarn. Hier leitete sie mehrere Monate lang Übungen im deutschen und europäischen Wirtschaftsrecht. Im Juni dieses Jahres ist die Juristin zurückgekehrt, jede Menge neue Erfahrungen im Gepäck.

Anna Buchwald
Stadtbummel in Szeged: Gelegenheit zum Auftanken.
Foto: privat

Anfang Oktober letzten Jahres nahm ich meine Arbeit als Lektorin in Szeged auf. Im August hatte ich die erste juristische Prüfung abgelegt, nun sollte ich anderen die Grundlagen der deutschen Rechtswissenschaft beibringen. Seit zehn Jahren besteht an der Universität Szeged der Studiengang "Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht". Studierende können neben ihren regulären Vorlesungen Blockveranstaltungen von Professoren der Universität Potsdam besuchen. Meine Aufgabe war es, das ganze Semester lang den Vorlesungsstoff mit den Studierenden vor- und nachzubereiten und am Ende des Semesters die Klausuren zu stellen.
Kaum in Szeged angekommen, stand ich vor einer Gruppe von 20 Studierenden und sollte über drei Stunden einen Einblick in das deutsche Verfassungsrecht geben. Es war anfangs nicht leicht, das Wissen aus dem deutschen Studium zu komprimieren und darzustellen. Die Studierenden haben es mir aber leicht gemacht. Sie sprachen alle gutes Deutsch und waren motiviert. Ihr Interesse am deutschen Recht hatte zum Teil ganz persönliche Gründe. Denn viele Ungarn haben deutsche Vorfahren und pflegen noch heute die deutsche Kultur. Einige von ihnen erhofften sich durch das Studium auch ein Karriereplus und generell bessere Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt.
Unterschiede gab es im Bereich der juristischen Methodik. Im deutschen Rechtsstudium wird konstant mit Hilfe des Gesetzes am konkreten Fall gearbeitet. Zu einem Problem soll in einem Gutachten Stellung genommen werden. In Ungarn werden die Gesetzestexte und die rechtlichen Probleme weitestgehend auswendig gelernt. Eine Falllösungsmethodik gibt es dort nicht. Die unterschiedlichen Ansätze zeigten sich im Seminarraum ganz praktisch. Nicht wenige meiner Schützlinge weigerten sich anfangs, ihre Gesetzestexte mitzubringen. Der ungarische Student trägt seine Gesetze im Kopf, alles andere ist ungewohnt.

Anna Buchwald, Absolventin der Rechtswissenschaften
Copyright© 2001 Universität Potsdam, Mangelsdorf
[Letzte Aktualisierung 11.11.2009, Schroeter]