
Glaubhaften Berichten zufolge, waren es die Mönche des Mittelalters, die mit brennenden Lichtern auf den Nägeln in die Frühmette zogen, um im Schein der Kerzen ein Loblied auf den Herrn zu singen. Das war mitunter eine schmerzhafte Angelegenheit. Jedenfalls geistert seit Jahrhunderten der Satz von den "Dingen, die uns auf den Nägeln brennen" durch den deutschen Sprachraum. Schenkt man martialischeren Überlieferungen Glauben, dann bezieht sich die Redewendung gar auf eine Folterpraxis, bei der den Opfern glühende Kohlestücken auf oder gar unter die Nägel gelegt oder gesteckt wurden.
Wie auch immer: Unter der Überschrift "Was uns auf den Nägeln brennt" wird sich die Portal-Redaktion von nun an in jeder Ausgabe dem stellen, was Ihnen, den Leserinnen und Lesern der Universitätszeitung, auf den Nägeln brennt, Ihren Problemen, Ihren Anregungen, Ihren Meinungen.
Die Prämierung der Universität Potsdam im Wettbewerb "Exzellenz in der Lehre" durch den Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und die Kultusministerkonferenz im vergangenen Monat stieß durchaus auf ein geteiltes Echo. So halten vor allem Studierende die Vergabe von einer Million Euro zur Förderung verschiedener Zukunftsprojekte im Bereich der Lehre für ein falsches Signal. Der Alltag zeichne ein alles andere als "exzellentes" Bild der Lehre: überfüllte Hörsäle, überbuchte Seminare, zu wenig freie Arbeitsplätze, Lehrveranstaltungen, die sich überschneiden…
Wir haben Studierende, Lehrende und die Hochschulleitung um Ihre Meinung gebeten und würden uns freuen, wenn Sie, die Leserinnen und Leser der "Portal", den Ball aufnehmen und den Diskurs in unserer nächsten Ausgabe fortsetzen.