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Juli bis Dezember 2009
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Eine Uni für alle

Neue Sichtweisen der Gesellschaft auf Themen wie Chancengleichheit, Barrierefreiheit und Diskriminierung stellen auch die Hochschulen vor neue Herausforderungen. Denn derzeit müssen Studierende mit Behinderung/chronischer Krankheit nach wie vor ein besonderes Maß an Durchsetzungs- und Beharrungsvermögen mitbringen, um erfolgreich studieren zu können. Ein wirklich barrierefreies Studium wird an vielen deutschen Hochschulen momentan nicht erreicht. Was benötigen deutsche Hochschulen, um in diesem Bereich zur internationalen Spitze aufzuschließen? Sicher steht nach wie vor die bauliche Barrierefreiheit bei allen Überlegungen an erster Stelle. Dessen ungeachtet hat sich das jetzt abgeschlossene gemeinsame Pilotprojekt der Universität Potsdam und der Informations- und Beratungsstelle des Deutschen Studentenwerkes (DSW) bewusst eine andere Zielstellung gesetzt. Unter dem Titel "Eine Universität für alle - Studium und Behinderung" beschäftigte es sich mit den Barrieren in den Köpfen der Hochschulangehörigen. Hierbei wurden ausdrücklich die Mehrheit der Universitätsmitglieder in den Mittelpunkt gestellt - die Studierenden. Sie konnten als aktive Mitgestalter für die Umsetzung des Themas "Eine Universität für alle" gewonnen werden.

Für die Durchführung des Pilotprojektes war die Universität Potsdam in besonderer Weise geeignet. Denn es konnte an ein bereits vorhandenes Konzept, die Tutorenwerkstatt der Zentralen Studienberatung, "angedockt" werden. Schon seit 2008 diskutieren hier Studierende vielfältige Fragen zum Thema Studium und Behinderung. Es geht beispielsweise darum zu verstehen, dass es sichtbare und nichtsichtbare Behinderungen gibt oder Chancengleichheit im Studium individuelle Nachteilsausgleiche verlangt.

Das Pilotprojekt selbst, bei dem Studierende mit Behinderung als Experten im Zentrum der Ausbildung standen, verlief sehr erfolgreich. Wohl auch deshalb, weil die Zusammenarbeit von Studierenden mit und ohne Behinderung und der Behindertenbeauftragten in allen Projektphasen beispielhaft funktionierte. Die beteiligten Studierenden werden sich auch in Zukunft als Multiplikatoren für das Thema "Eine Universität für alle" engagieren.

Dr. Irma Bürger,
Studienberaterin/Behindertenbeauftragte für Studierende;
Christoph Beier,
wissenschaftliche Hilfskraft, Zentrale Studienberatung
Copyright© 2001 Universität Potsdam, Mangelsdorf
[Letzte Aktualisierung 11.11.2009, Schroeter]