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Oktober bis Dezember 2008
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Interesse wecken und motivieren

Portal fragte Hochschullehrer nach ihrem Verständnis von guter Lehre

Auf die Frage danach, was eigentlich eine gute Lehre ausmacht, erhält man gemeinhin sehr verschiedene Antworten. Jeder Dozent hat eigene, meist sehr persönliche Ansichten dazu. Portal befragte Hochschullehrer der Universität Potsdam zu ihren Vorstellungen.

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Foto: Fritze

Für mich ist gute Lehre insbesondere aus drei Gründen sehr wichtig. Erstens ist es geradezu unsere Verpflichtung als Hochschullehrer, die Studierenden fundiert auszubilden, damit sie den Qualitätsansprüchen auf den nationalen und internationalen Arbeitsmärkten gerecht werden können. Nur so haben unsere Absolventen und Absolventinnen im Wettbewerb um attraktive Arbeitsplätze die Chance, einen Job ihrer Wahl zu bekommen. Zweitens funktioniert die Vermittlung von Qualifikationen am besten, wenn die Studierenden Interesse am Fach haben und zum Lernen motiviert sind. Eine gute Lehre fördert Interesse, Engagement und Motivation und steigert dadurch den Lernerfolg der Studierenden erheblich. Drittens erkennen Studierende gute Lehre an und unterstützen solche Hochschullehrer, die hervorragende Lehrveranstaltungen anbieten. Dadurch steigt auch für uns der Spaßfaktor und die Motivation, weiterhin viel Zeit und Kraft für eine gute Lehre einzusetzen.
Prof. Dr. Ingo Balderjahn
Professur für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing

Porträt
Foto: Fritze

Die Dimensionen des Qualitätsverständnisses von Lehre im Studium sind so vielgestaltig wie die Leitideen und Ziele universitärer Ausbildung. Neben Drittmitteleinwerbung stellt eine forschungsbasierte Lehre einen wesentlichen Grundpfeiler des Hochschulbetriebes dar. Förderung durch Forderung, orientiert an den aktuellen Wissensständen, bildet die Grundlage jeder professionsorientierten Ausbildung unserer Studierenden. Den Studenten als Persönlichkeit zu akzeptieren, seine stärkere Einbindung in die Lehrveranstaltung, Reflexion und wenn nötig Kritik nutzend, immer dem Ziel folgend, möglichst viele Studenten optimal zu fördern, ist mir sehr wichtig.
Dr. Henning Ohlert
Integrativer Behindertensport

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Foto: Fritze

Gute Lehre ist nicht notwendigerweise das, was die Studierenden hören wollen. Gute Lehre ist langfristig angelegt. Sie gründet sich - jedenfalls in den Geisteswissenschaften - auf langjährige Wissenskulturen, besonders aber auf solche Phänomene, wo diese Kulturen fragwürdig beziehungsweise brüchig geworden sind. Auf diese Weise eröffnen sie einen Horizont der Veränderbarkeit von Wissenskulturen. Gute Lehre ist auch deshalb langfristig, weil Studierende sich später an solche Lehre erinnern und damit auch die ehemalige Institution im Blick behalten.
Prof. Dr. Rüdiger Kunow
Professur für Amerikanische Literatur

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Foto: Fritze

Die Schwierigkeit des Jurastudiums besteht vor allem darin, dass die Teilrechtsgebiete auf vielfältige Weise miteinander verwoben sind und sich die Zusammenhänge nicht ohne weiteres erschließen. "Gute" juristische Ausbildung muss die Komplexität reduzieren, ohne zu simplifizieren, und den "Überblick" schaffen; sie muss den Studierenden das erforderliche Fachwissen vermitteln, aber auch die gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen und Auswirkungen rechtlicher Regelungen vor Augen führen. Und die Lehrveranstaltungen sollten auch Spaß machen, um das Interesse zu wecken und aufrecht zu erhalten!
Prof. Dr. Uwe Hellmann
Professur für Strafrecht, insbesondere Wirtschaftsstrafrecht

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[Letzte Aktualisierung 10.11.2008, Schroeter]