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April - Mai 2004
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Faszination Sonne, Mond und Sterne

Erste Kinder-Universität an der Uni Potsdam



Prof. Dr. Joachim Wambsganß:
Holte Sterne vom Himmel.
Foto: Fritze

Potentieller studentischer Nachwuchs bevölkerte am 11. März den Campus Am Neuen Palais. Rund 120 Schüler der Konrad-Grundschule in Berlin und der Evangelischen Grundschule in Potsdam suchten an diesem Morgen Antworten auf große Fragen der Menschheit. Joachim Wambsganß, Professor für Astroteilchenphysik an der Universität Potsdam, hatte zu einem Vortrag über Sonne, Mond und Sterne geladen. Der große Physikhörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt als es um neun Uhr dann soweit war: Mit Hilfe von Experimentieranordnungen, kurzen Filmen und Himmelskörpern auf großer Leinwand erfuhren die Acht- bis Zehnjährigen, warum der Mond manchmal sichelförmig ist, warum die Erde rund ist oder in welcher Konstellation die Planeten zueinander stehen.
Eine so junge Zuhörerschaft 45 Minuten lang zu begeistern, verlangte Joachim Wambsganß Einiges ab. In die Vorbereitung der Kinder-Vorlesung investierte Prof. Wambsganß doppelt so viel Zeit wie in eine Vorlesung vor seinen Studierenden.


Was dazu gelernt: Uni macht Spaß.
Foto: Fritze

Dass die Kinder seinen Ausführungen mit Spannung folgten, lag nicht zuletzt daran, dass sie bei den Experimenten assistieren konnten und auf ihrem Wissensstand "abgeholt" wurden. Auch das eigens für diese Veranstaltung erstellte Vorlesungs-Script brachte die Sterne den Kindern ein wenig näher. Am Ende der Vorlesung konnten die Zuhörer Bastelmaterial mitnehmen, um sich selbst Sternenhimmel zu bauen und zu Sternenguckern zu werden. Und so wie Studierende für ihre Leistungen Scheine bekommen, erhielten auch die Schüler ein Zeugnis für ihre erfolgreiche Teilnahme an der astrophysikalischen Grundlagen-Vorlesung "Sonne, Mond und Sterne".
Mit dieser Veranstaltung gab Prof. Joachim Wambsganß den Auftakt zur ersten Potsdamer Kinder-Universität. Verbunden mit der Kinder-Uni ist die Idee, Kinder schon frühzeitig auf kindgerechte Weise Einblick in die wissenschaftlichen Disziplinen zu gewähren und dadurch ihr Interesse anzuregen. Die Initiative zu einer Kinder-Universität geht zurück auf Journalisten des "Schwäbischen Tagblatts", die im Sommer 2002 an der Universität Tübingen die deutschlandweit erste Veranstaltung dieser Art aus der Taufe gehoben haben. Rasch setzte sich dieses Format in anderen Hochschulstädten durch.
Dem schließt sich nun auch die Potsdamer Universität an, wobei sie einen eigenen Akzent setzt, indem sie ganze Schulklassen zu dieser Veranstaltung einlädt. Auf diese Weise sollen alle sozialen Schichten erreicht werden. Am 30. September 2004 werden erstmals in einem größeren Rahmen die Hörsäle des Universitätskomplexes Golm für Schülerinnen und Schüler der 2. bis 4. Klasse geöffnet. 14 Vorlesungen, gehalten Dozenten aller Fakultäten, stehen den Kindern offen, wobei sie im Vorfeld selbst entscheiden können, in welches Fachgebiet sie Einblick erhalten möchten.

Alexander Mewes
CopyrightŠ 2001 Universität Potsdam, Glaesmer, Knappe
[Letzte Aktualisierung 04.05.2004, Queck]