Die Diskussion um Bachelor- und Masterstudiengänge ist von viel Skepsis bestimmt. Welche Vorteile sich die Studierenden davon erhoffen und welche Nachteile sie fürchten, erfuhr Thomas Pösl bei seiner Umfrage auf dem Campus.

Es soll ja damit alles internationaler werden und dieser Ansatz ist auch prinzipiell richtig. Gleichzeitig soll man schneller studieren, also schneller in das Berufsleben eingegliedert werden. Es scheint mir eine typische Entwicklung dieser Zeit zu sein, wo sowieso alles immer schneller gehen muss. Ich finde es als Konzept unausgereift. Allerdings ist heutzutage auch ein Magisterstudium problematisch, da man auch nicht so recht weiß, was man danach machen soll. Aber ich persönlich finde es interessanter und mache es deshalb.
Oliver Broad, Jüdische Studien, 2. Semester

Ich finde die Vereinheitlichung der Studienabschlüsse mit Blick auf ein vereinigtes Europa positiv. Als angehende Lehrerin habe ich ja schon mit meinem Staatsexamen hier in Brandenburg Probleme, das allein in Deutschland von drei Bundesländern nicht anerkannt ist. Das ist für mich völlig unverständlich und inakzeptabel. Deshalb erhoffe ich mir doch schon eine Verbesserung und eine Erhöhung der Flexibilität.
Melanie Gessert, Lehramt für Kunst und Arbeitslehre, 6. Semester

Aus meiner Sicht sind die beiden Studiengänge unsinnig. Besser wäre es, die Magisterausbildung zu verändern. Der Bachelor ist für den angelsächsischen Bereich sicherlich in Ordnung, schließlich ist das ein völlig anderes, historisch gewachsenes Ausbildungssystem. Hier hat man mit dem Bachelor am Ende nichts in der Hand. Den Master braucht man zusätzlich. Das werden viele gar nicht oder erst zu spät begreifen.
Christian Simon, Geschichte, Politik, Religionswissenschaften, 10. Semester

Das Bachelor-Studium ist eigentlich eine gute Idee, lohnt sich aber aus meiner Sicht nicht, weil der Abschluss in Deutschland bisher nicht anerkannt wird; es gibt nicht wenige Arbeitsbereiche und Firmen, die ihn nicht akzeptieren, selbst wenn man diesen aus Amerika mitbringt. Da scheint mir dringend ein bessere Aufklärungsarbeit über Sinn und Zweck dieses Studiengangs vonnöten. Und die vielbeschworene Internationalisierung funktioniert nur, wenn die Richtlinien, Anforderungen und Profile in allen Ländern gleich sind. Das stelle ich mir doch recht kompliziert vor.
Anja Wunsch, Verwaltungswissenschaften, 4. Semester