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April - Mai 2004
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Die Praxis wird es zeigen ...

Umstellung der Lehrerausbildung auf Bachelor-Master-Modell

Ab dem Wintersemester 2004/2005 werden gestufte lehramtsbezogene Studiengänge, die mit den Hochschulabschlüssen Bachelor oder Master enden, erprobt. Das sieht die so genannte Erprobungsklausel des brandenburgischen Lehrerbildungsgesetzes vor. Derzeit läuft an der Universität Potsdam der Prozess der Umsetzung.


Besserer Unterricht durch Reform der Lehrerbildung?
Foto: Fritze

Die dreijährigen Bachelor-Studiengänge führen zu ersten berufsqualifizierenden Abschlüssen außerhalb des Lehramts. Als Problem erweist es sich, dass es für Bachelor-Abgänger derzeit noch kein klares Berufsbild gibt. Erst mit den Bachelor-Abschlüssen und den sich daran anschließenden eineinhalb- bis zweijährigen Masterstudiengängen ist der Zugang zum Vorbereitungsdienst für ein Lehramt möglich. Wie alle anderen Bachelor- und Masterstudiengänge werden sie auch in der Lehrerbildung modularisiert und mit Leistungspunkten nach dem Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) versehen. Zugangsvoraussetzung für lehramtsbezogene Master-Studiengänge ist ein Bachelor-Abschluss, der auf diese Master-Studiengänge bezogen ist. Damit gehört das bisherige Staatsexamen der Vergangenheit an. Qualitätseinbußen, wie einige befürchten, soll es nicht geben. Vorgesehen ist, auch weiterhin ein Drittel der Ausbildung den Bereichen Fachdidaktik, Erziehungswissenschaften und Schulpraxis zu widmen. Die Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen sind in Module unterteilt, die sich aus Vorlesungen und Seminaren zusammensetzen. Für jeden Abschnitt werden Leistungspunkte vergeben.
Was die Lehrerbildung an der Universität Potsdam betrifft, so verbindet Dr. Roswitha Lohwaßer vom Zentrum für Lehrerbildung mit dieser Umstellung der Lehrerbildung sowohl Chancen als auch Risiken. Sie plädiert dafür, die jetzt in Gang gesetzte Diskussion zu nutzen, um auch in Verbindung mit der Durchsetzung des Potsdamer Modells der Lehrerbildung inhaltliche Reformen voranzubringen. Prof. Dr. Gerda Haßler legte den an der Lehrerbildung Beteiligten die Rahmenbedingungen vor, die sich an den gesetzlichen Vorgaben und den Anforderungen an zweistufige Studiengänge orientieren. Die Prorektorin für Lehre und Studium forderte dazu auf, sie nun entsprechend der Spezifik der Fächer inhaltlich zu füllen. Bis Anfang Juni dieses Jahres sollen die Fächer ihre Ordnungen erarbeiten, wofür ihnen auch eine Musterordnung zur Orientierung zur Verfügung steht. Zweistufige Studiengänge bedürfen der Akkreditierung, die bereits jetzt durchgeführt werden muss, auch wenn die finanziellen Bedingungen dafür noch nicht klar sind. Fachwissenschaftler, Fachdidaktiker und Erziehungswissenschaftler müssen also miteinander ins Gespräch kommen, sich darüber einigen, welche Anteile aus welchen Bereichen in die neuen Studiengänge einfließen und Module benennen. Diskussionsstoff liefert auch die "Berufsbezogenheit" in den einzelnen Modulen. Es geht weiter darum, die Internationalität zu stärken, beispielsweise Praxisstudien für Lehramtsstudierende auch im Ausland zu ermöglichen. Die im Potsdamer Modell festgeschriebenen fünf verschiedenen Praxisstudien sollen durch ein Praxissemester in Verantwortung der Universität mit Hilfe von Studienseminaren ergänzt werden.
Klar ist, erst wenn die Studien- und Prüfungsordnungen festgeschrieben sind, werden an der Universität Potsdam Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Auf die Hochschule kommt mit der Einführung der neuen Studiengänge eine größere Verantwortung als bisher zu. Denn künftig werden Abschlussprüfungen nicht mehr vom Staatlichen Schulamt, sondern von den Hochschulen selbst abgenommen.

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[Letzte Aktualisierung 24.04.2004, Queck]