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April - Mai 2004
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Kleinere Unternehmen noch zurückhaltend

Chancen von Bachelor und Master auf dem Arbeitsmarkt


Dr. Dieter Hundt
Foto: Fritze


Neue Studienabschlüsse sollen besser auf die Anforderungen des internationalen Arbeitsmarktes vorbereiten. Doch wie sieht die Praxis aus? Zu den Chancen von Bachelor- bzw. Master-Absolventen auf dem deutschen Arbeitsmarkt befragte Portal Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt:

Welche Vor- und Nachteile hat aus Ihrer Sicht ein Bachelor- beziehungsweise Master-Abschluss im Vergleich zu den herkömmlichen Abschlüssen?

Die Wirtschaft sieht in den für Deutschland neuen Studienabschlüssen vor allem folgende Vorteile: erstens eine praxisnähere Hochschulausbildung, als es bisher gewährleistet ist. Zweitens eine stärkere internationale Ausrichtung der Studienangebote, bei denen neben Auslandsaufenthalten auch fremdsprachige Unterrichtseinheiten zur Selbstverständlichkeit werden. Und drittens eine Verkürzung der realen Studienzeiten, die in Deutschland viel zu lang sind. Die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen, dass die Akzeptanz dieser Studienabschlüsse wächst. Sie darf keinesfalls diesen Prozess mit Überregulierungen im Keim ersticken.

In wieweit sind Arbeitgeber schon mit den neuen Abschlüssen vertraut?

Die international tätigen Großunternehmen kennen diese Abschlüsse seit langer Zeit und haben sie auch gut angenommen. Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen hingegen besteht noch eine gewisse Zurückhaltung, weil noch nicht ausreichend Informationen über das Qualifikationsniveau insbesondere der Bachelor-Absolventen vorliegen. Hier sollten die Hochschulen offensiver Marketing für ihre neuen Studiengänge betreiben. Ein idealer Kooperationspartner sind dabei die regionalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände.

Werden Absolventen mit Diplom und Magister noch bevorzugt eingestellt?

Für die Unternehmen zählen in erster Linie Qualifikationen und Kompetenzen der Absolventen. Es werden diejenigen Bewerber eingestellt, die aufgrund ihres Profils den Anforderungen der Tätigkeit am besten entsprechen. Je vertrauter die Unternehmen mit den neuen Abschlüssen und den damit verbundenen Qualifikationen sind, desto leichter wird auch die Einordnung fallen. Allerdings sollte vermieden werden, dass über lange Zeiträume parallel Bachelor/Master und Diplom/Magister-Abschlüsse angeboten werden.

Welche Entwicklungstrends gibt es hinsichtlich Bekanntheitsgrad, Akzeptanz, und Karrierechancen?

Immer mehr Unternehmen können inzwischen die neuen Studienabschlüsse einordnen und sind bereit, sich bei der Personalrekrutierung konkret auf die Bachelor- und Master-Abschlüsse einzustellen. Hier ist Nordrhein-Westfalen beispielhaft. Dort nennt die Wirtschaft bei Stellenausschreibungen, die sich an Hochschulabsolventen richten, ausdrücklich auch die neuen Abschlüsse. Der spätere berufliche Erfolg hängt dann vor allem von den persönlichen Eigenschaften und der individuellen Leistungsbereitschaft ab.

Wie sind die Einstiegsgehälter für Bachelor beziehungsweise Master im Vergleich zu Magister, Diplom und Diplom/Fachhochschule?

Derzeit liegen noch keine verlässlichen Angaben über Einstiegsgehälter für Bachelor-Absolventen vor, weil erst wenige von ihnen den Weg ins Unternehmen gefunden haben. Nach meiner Vorstellung muss aber grundsätzlich die Regel gelten, dass sich die Bezahlung und Einstufung an der Wertigkeit der übernommenen Aufgabe und den dafür erforderlichen Kompetenzen und Fähigkeiten zu orientieren haben.

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[Letzte Aktualisierung 24.04.2004, Queck]