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April - Mai 2004
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Chancen für Veränderungen nutzen

Neugestaltung von Studiengängen in der Musikpädagogik

Bachelor- und Masterstudiengänge müssen eingeführt werden. Davon ist Birgit Jank überzeugt. Die Professorin für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Universität Potsdam begrüßt grundsätzlich die Chance, die dies für eine Neugestaltung von Studiengängen eröffnet.


Beim Üben Punkte sammeln: Musikpädagogik stellt sich
den Fragen und Chancen der Modularisierung.
Foto: Fritze

Darin ist sie sich mit vielen ihrer deutschen Fachkollegen einig. Die Wissenschaftlerin plädiert dafür, dass sich die Musikpädagogik an den Universitäten in der Musiklehrerausbildung nicht länger an den auf die wesentlich künstlerisch-praktische Berufspraxis abzielenden Ausbildungsmodellen der Musikhochschulen orientiert. Es gehe vielmehr darum, dass die Universitäten eine Struktur von Musiklehrerausbildung entwickelten, die einerseits von ihren spezifischen Ressourcen her realisiert werden kann und andererseits der Vielfalt musikunterrichtlicher Notwendigkeiten der allgemeinbildenden Schule gerecht werden könne. Es müsse gegen föderalistische Bestrebungen angegangen werden. In der jetzigen frühen Phase der Reformen sei aufgrund der föderalistischen Struktur der Bildungspolitik ein nicht zu unterschätzender Trend zu bemerken, der eine Kooperation und vor allem eine gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zwischen den Bundesländern erschweren könne.
Das Institut für Musik und Musikpädagogik hat jetzt einen Modularisierungsvorschlag für die Musikausbildung im Lehramt für Gymnasien erarbeitet. So wurde erstmals ein Modul festgelegt, das ein ästhetisch-künstlerisches Projekt enthält, an dem künstlerische Ausbildung, Musikwissenschaft und Musikpädagogik zusammen arbeiten werden. Hier erhalten die Studierenden in größerem Umfang Wahlmöglichkeiten und können eigene Vorschläge zur Gestaltung des Studiums einbringen. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Stärkung der schulpraktisch orientierten Ausbildungsanteile. Die Ausbildung soll sich stärker als bisher an den Anforderungen der Schule orientieren und direkter mit den Schulen kooperieren. Und weiter ist für die Musikpädagogen und die Musikdidaktiker wichtig, den Schwerpunkt neue, musikbezogene Medien auszubauen. Deshalb soll es in Zukunft ein Pflichtmodul Musikmedien-Unterrichtsmedien geben. "Die Modularisierung der Musiklehrerausbildung ist deshalb ein schwieriges und zugleich herausforderndes Vorhaben, weil es sich um ein sehr heterogenes Studium handelt", sagt die Musikpädagogin.

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Die speziellen Bedingungen der Bachelor- und Masterstudiengänge für die Musiklehrerausbildung, die damit einhergehende Modularisierung und die auftretenden Probleme standen im Zentrum einer Fachtagung am Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam im Februar dieses Jahres. Führende Vertreter der Musikpädagogik von 27 Hochschulen tauschten ihre Gedanken über diese aktuellen bildungspolitischen Reformen aus. Um den Austausch und föderalistische Tendenzen auf Bundesebene über längere Sicht zu thematisieren und eine möglichst große Einheitlichkeit bei den Studiengangskonstruktionen in der Musiklehrerausbildung auch im Hinblick auf die Bologna-Verträge voranzutreiben, wurde eine ständige Konferenz "Musikpädagogik an Wissenschaftlichen Hochschulen Deutschlands" konstituiert.

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[Letzte Aktualisierung 24.04.2004, Queck]