Mit Akupunktur gegen den Stress
Uni-Sportpsychologen kooperieren mit Berliner MedizinerIm Zentrum für
Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin an den St. Hedwig-Kliniken in Berlin
beginnt die Behandlung der Patienten bereits mit dem Betreten der Räume. Der Duft von
Beifußkraut wirkt auf den Eintretenden beruhigend. Ausgleich und Harmonie"
entsteht nach alter chinesischer Weisheit aber auch durch Farbzusammenstellungen. Das
Farbspiel der unterschiedlichen Gelbtöne der Wände oder vom Blau und Rot des
Fußbodenbelags tut den Ankommenden gut.

Sieht zwar gefährlich aus, ist es aber nicht: Akupunktur kann mitunter dort
helfen, wo
die klassische Schulmedizin versagt.
Foto: Fritze |
Einer der beiden Chefärzte des Zentrums ist Dr. med. Günter Gunia, der nicht
nur selbst eine mehrjährige Ausbildung in Akupunktur an der Universität in Peking
absolvierte, sondern seit fünf Jahren Ärzte in Deutschland in die Geheimnisse der
Akupunktur einführt. Er ist von dieser ganzheitlichen Behandlungsmethode überzeugt.
Durch die Schulmedizin schwer behandelbare chronische Erkrankungen können nicht nur
gelindert, sondern in den meisten Fällen auch erfolgreich geheilt werden, indem der
Körper, die Psyche und auch der Geist des Patienten eine gleichzeitige Behandlung
erfahren", betont der Wissenschaftler. Der vierfache Familienvater absolvierte
zusätzlich die dazu notwendige psychotherapeutische und psychoanalytische Ausbildung. Er
ist der Ansicht, dass chronisch Kranke dem Arzt behilflich sein sollten, die Ursachen der
Krankheit zu erforschen und auch lernen können, wie Signale des eigenen Körpers vor und
nach der Behandlung im Interesse der angestrebten Heilung zu interpretieren sind.
Gunia hält seit dem Wintersemester 2001/02 engen Kontakt zum Arbeitsbereich
Sportpsychologie des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Potsdam. Vom Institut sind
eine Reihe gemeinsamer Projekte mit ihm geplant. Allesamt betreffen den Bereich der
Integrativen Medizin. Es gibt zum Beispiel schon einen Workshop zur Ohr-Akupunktur. Die
Stressbewältigung von Studierenden und die Erhöhung ihrer Aufnahmefähigkeit stehen
dabei im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung.
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jürgen Beckmann vom Uni-Institut für Sportwissenschaft
entwickelt Gunia, der auch einen Lehrauftrag der Akademie für Traditionelle Chinesische
Medizin (TCM) in Peking hat und vergangenes Jahr WHO-Beobachter in Genf für TCM war,
bereits Pläne für das kommende Wintersemester. Beide streben an, über Projekte den
Leistungssport zu unterstützen oder auch die Leistungsoptimierung der Studierenden im
Prüfungsstress zu erreichen. Des Weiteren soll es künftig eine Konsultationsstunde für
Studierende und für Mitarbeiter geben.
Sport wird im Leben des Endvierzigers groß geschrieben. Laufen, Radfahren,
Hochseesegeln und auch Surfen betreibt er mit Begeisterung. Der Mediziner lebt seinen
Patienten und Studierenden quasi vor, wie der richtige Umgang mit Lebensenergie Früchte
trägt.
Maria Pichottka
Titelthema
| Uni Aktuell | Forschung | Studiosi | Personalia | Vermischtes
Copyright© 2001 Universität
Potsdam, Glaesmer, Knappe
[Letzte Aktualisierung 05.05.2002 Steffi Knappe] |