Juni - August 2004
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Potsdam will 2006 Stadt der Wissenschaft werden

Neuer Verein ProWissenschaft e.V. treibt Bewerbung voran



Nicht nur vom Satelliten aus: Ganz Potsdam ist ein Campus.
Foto: GFZ Potsdam

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft lobt für das Jahr 2006 zum zweiten Mal den Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft" aus, an dem sich auch Potsdam beteiligt. Der Wettbewerb soll dazu beitragen, dass sich die Städte ihres Potenzials in Wissenschaft, Forschung und Technologie bewusst werden und sich für die Schaffung von Netzwerken, insbesondere zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und zwischen Wissenschaft und Kultur aktiv einsetzen. Die Städte sollen Wissenschaft als Motor für die Stadtentwicklung nutzen und durch die Öffnung der Wissenschaft einen Identifikationswert für die Bürger der Stadt schaffen. Die Auswahl erfolgt unter anderem nach den Kriterien aktive Rolle der Städte bei der Netzwerkbildung, Dialogorientierung, das heißt ein breites Spektrum an unterschiedlichen Aktivitäten und Formaten sowie Originalität.
Für Potsdams Bewerbung sind die jahrelangen Erfahrungen mit Veranstaltungen wie dem Tag der Wissenschaft und Forschung und dem Technologiezentrum nützlich. Seit rund fünf Jahren wird das Projekt "Science Center" für die Innenstadt diskutiert. Inzwischen ist ein breiter Konsens entstanden, Potsdams Mitte besser als bisher für die Wissenschaften zu erschließen und somit auch Potsdam als Universitätsstadt breiteren Kreisen näher zu bringen.
Am 22. April 2004 wurde in Potsdam der gemeinnützige Verein ProWissenschaft Potsdam e.V. gegründet, dessen Aufgabe die erfolgreiche Wissenschaftskommunikation in der Region Potsdam ist. Der Verein unterstützt die Stadt bei der Infrastrukturentwicklung. Konkret benannt ist hierbei das geplante Kommunikationszentrum Wissenschaft in der Innenstadt, dessen Arbeitstitel inzwischen "Denkhaus" lautet. Dem Vorstand des Vereins gehören an: Die drei Hochschulrektoren beziehungsweise Präsidenten, der Vorstand des GeoForschungsZentrums Potsdam, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer und der Oberbürgermeister Potsdams.
Ein wichtiges Ziel der Aktivitäten für "Stadt der Wissenschaften 2006" ist, dass die Bevölkerung sich mit der Universitätsstadt Potsdam identifiziert und dass die Fremdwahrnehmung über "Die Stadt der Geschichte, Schlösser und Gärten" hinauswächst.
Eine horizontale Vernetzung der Hochschulen und Institute innerhalb eines zu definierenden Aktionsprogramms, zumal unter maßgeblicher Initiative der Stadt, muss auf dem Bewusstsein konkreten Nutzens aufbauen. So war es 1998, als erstmals der brandenburgische Tag der Wissenschaft und Forschung stattfand. In den weit über 1.000 Gymnasiasten, die aus ganz Brandenburg anreisten, konnten die Hochschulen zu Recht die künftigen Studierenden sehen. So ist es heute mit der Kinderuniversität und den Sonntagsvorlesungen und so wird es morgen im Denkhaus am Alten Markt, den Schülerlabors auf dem Telegrafenberg oder in Golm sein. Der Verein ProWissenschaft Potsdam e.V. wirbt dafür, möglichst viele geeignete Aktivitäten ins Stadtzentrum und ins Denkhaus zu verlagern um dort einen erstklassigen Attraktionspunkt für Einheimische und Gäste der Stadt zu schaffen.
Damit die Stadt ihre führende Rolle bei Antragstellung und Umsetzung des Wettbewerbs für 2006 ausfüllen kann, sollten die Maßnahmen auf Schnittmengen mit der Stadtentwicklung hin ausgestaltet werden, also auf Handlungsfelder, auf denen Politik und Verwaltung Beratung und Kooperation nachfragen. Hierzu zählen die Einbindung benachteiligter Stadtteile beispielsweise durch Patenschaften mit Grundschulen, Klassenkurse im Schülerlabor oder Radtouren in die Forschungseinrichtungen, die Förderung der Ansiedlung forschungsnaher Unternehmen und die Wiedergewinnung von Potsdams Mitte.
Die Kommunikation für "Stadt der Wissenschaften 2006" baut auf dem Slogan "Ganz Potsdam ist ein Campus" auf, mit dem eine Alleinstellung bezeichnet wird, die über statistische Größen wie Anzahl der Institute hinausweist. Man kennt sich und man trifft sich auf dem jungen Campus. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kunst, gemeinsame Projekte von Naturwissenschaftlern, Designern und Filmemachern kommen zustande, weil Potsdams Einrichtungen in ihrer Entwicklungsdynamik innovativ sind und weil der Campus überschaubar ist.
Mit dem zweiten Slogan: "Raum und Zeit für Denker" verweist die Kommunikation auf die Angebote, die die Region ihren Forschern macht. Außerdem wird dadurch an der Bedeutung Potsdams für die Wissenschaften zu Einsteins Zeiten angeknüpft und ein Bogen von dieser Traditionslinie zu den heutigen "Denkfabriken" geschlagen.

Ideen und Beiträge für "Stadt der Wissenschaften 2006" können an ffischer@rz.uni-potsdam.de gesendet werden. Weitere Informationen unter www.stadt-der-wissenschaft.info

Florian Fischer
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[Letzte Aktualisierung 14.07.2004, Queck]