
Zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Hochschulentwicklung im Land Brandenburg hatten Mitte Mai die Uni Potsdam, die Fachhochschule Potsdam und das SPD-Wissenschaftsforum an die Uni Potsdam eingeladen. Ein wesentlicher Diskussionspunkt waren die unzureichenden finanziellen Mittel für die Hochschulen. Tatsächlich ist Brandenburg trotz des erfolgreichen Aufbaus einer neuen Hochschullandschaft seit der Wende mit nur 2,9 Prozent Ausgaben für die Hochschulen bundesweit Schlusslicht. Ministerpräsident Matthias Platzeck betonte, dass es schon Ausdruck klarer Prioritätensetzung sei, wenn die Hochschulen von Sparmaßnahmen ausgenommen werden. Er sagte für die nächsten Jahre mehr finanzielle Sicherheit für Planungen der Hochschulen zu. Der Rektor der Uni Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder sagte, die Bemühungen des Landes seien zwar erkennbar, dennoch seien die Hochschulen noch massiv unterfinanziert. Es fehle insbesondere an Mitteln für die Hochschulbibliotheken und die Wartung und Reparatur moderner Geräte, deren Nutzungsmöglichkeiten dadurch eingeschränkt seien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Debatte um die Förderalismusreform. Es besteht Anlass zur Sorge, der Bund könne sich aus der Gemeinschaftsaufgabe des Hochschulbaus zurückziehen. Die Bundesländer müssten dann ihre Hochschulen allein aus Ländermitteln finanzieren. Platzeck erklärte, er werde sich in der Förderalismuskommission gegen diese Bestrebungen einsetzen. Auf die Frage eines Studenten zu Studiengebühren sagte Platzeck, er halte ein neues System der Studienfinanzierung für unumgänglich. In den nächsten ein bis zwei Jahren würden Studiengebühren allerdings noch keine Rolle spielen.