
Im Rahmen des Leibniz-Kollegs wurden in diesem Jahr zwei Preise für die Nachwuchswissenschaftler der Region vergeben: Der jährlich mit insgesamt 2.500 Euro dotierte Publikationspreis sowie ein Sonderpreis für Pflanzenbiologie, der im letzten Jahr vom Hauptreferenten Professor Dr. Chris Somerville, Stanford, für junge Nachwuchswissenschaftler aus Berlin oder Brandenburg gestiftet wurde.
Den ebenfalls mit 2.500 Euro dotierten Preis für Pflanzenbiologie erhielten zu gleichen Teilen Dr. Axel Tiessen und Dr. Tomás Werner. Axel Tiessen, der seine Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Golm erstellt hat, wurde für seine Arbeit auf dem Gebiet des pflanzlichen Stärkestoffwechsels ausgezeichnet. Seine Untersuchungen an der Kartoffelknolle lassen neue züchterische und biotechnologische Methoden zur Verbesserung des Stärkeertrages erwarten. Der aus Tschechien stammende Tomás Werner beschäftigt sich an der Freien Universität Berlin mit einer in den 50er Jahren entdeckten Gruppe pflanzlicher Hormone, den Cytokininen, die eine wichtige Rolle bei der Samenkeimung, der Sprossentwicklung und bei pflanzlichen Alterungsphänomenen spielen. Werner gelang es erstmals, mit Hilfe moderner gentechnischer Verfahren Pflanzen mit reduziertem Cytokinin-Gehalt zu züchten und damit die Auswirkung von Cytokininmangel auf Pflanzen zu testen.
Auch der Publikationspreis des Leibniz-Kollegs wurde geteilt. Ihn nahmen zu gleichen Teilen Judit Schneider und Thomas Kietze in Empfang. Judit Schneider, Doktorandin im Institut für Physik der Universität Potsdam, wurde der Preis für eine neue, von ihr entwickelte Methode zur Berechnung und Visualisierung chaotischer Ausbreitungsphänomene in chemischen und biologischen Systemen zuerkannt. Thomas Kietze erhielt den Preis für seine Beiträge zur Entwicklung einer neuartigen Methode, gezielt Polymerschichten mit gewünschten Eigenschaften aus verschiedenen Komponenten zu erzeugen. Da diese Methode auf viele Polymer-Kombinationen anwendbar ist, rechnet man durch die damit herstellbaren neuen Materialien mit einer ganzen Reihe an technischen Verbesserungen, etwa im Bereich der Solarzellen. Kietzes Arbeit entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Chemie der Universität Potsdam und dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm.