Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet an der Universität Potsdam ein Graduiertenkolleg zum Thema "Zusammenspiel von Tektonik, Klima und Biosphäre in der Afrikanisch-Asiatischen Monsunregion" ein. Es ist am Institut für Geowissenschaften angesiedelt, beteiligt sind weiterhin die Institute für Biologie, Physik und Geoökologie sowie das Alfred-Wegener-Institut Potsdam und das GeoForschungsZentrum Potsdam. Darüber hinaus sind Wissenschaftler aus weiteren nationalen und internationalen Partnerinstitutionen eingebunden. Sprecher des Kollegs ist Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Manfred Strecker.

Im Rahmen des Graduiertenkollegs soll die Wechselwirkung zwischen Tektonik und Klima und die Auswirkungen auf die Biosphäre auf unterschiedlichen Längen- und Zeitskalen untersucht werden. "Die regionale Basis für diese Forschungen bilden die indisch-eurasische Kollisionszone des Himalayas und das Ostafrikanische Grabensystem", erklärte dazu PD Dr. Martin Trauth, einer der beiden stellvertretenden Sprecher des Kollegs. Diese Regionen seien durch extreme Reliefunterschiede gekennzeichnet, welche aus jungen tektonischen Prozessen hervorgingen. Außerdem sei für beide Regionen der Einfluss des afrikanisch-asiatischen Monsuns typisch, welcher sehr variabel auf unterschiedlichen Skalen reagiere. Der Himalaya und das Ostafrikanische Grabensystem bieten damit die Möglichkeit, den Einfluss langanhaltender klimatischer Bedingungen auf aktive tektonische Prozesse zu untersuchen. Die morphotektonische Entwicklung der Region wiederum beeinflusst das Klima, die Verteilung von Flora und Fauna sowie die Wanderungswege unserer frühen menschlichen Vorfahren.
Das Verstehen der Wechselwirkungen zwischen tektonischen und klimatischen Prozessen und der Einfluss auf die Biosphäre in einer stark variablen Umwelt ist für alle Beteiligten eine spannende Herausforderung in Lehre und Forschung, die für multidisziplinäre Zusammenarbeit bestens geeignet ist. "Das Graduiertenkolleg bietet somit Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in attraktiven Forschungsprojekten auf dem Gebiet der Geowissenschaften möglichst interdisziplinäre Expertisen zu sammeln und frühzeitig wissenschaftlich selbstständig zu werden", so Trauth. Die Besonderheit des Graduiertenkollegs sei das umfangreiche Lehrprogramm für die Stipendiaten, welches zum Beispiel Ringvorlesungen, Seminare, Workshops, Labor- und Geländekurse umfasse. Mit seiner Einrichtung wird die strukturelle Promotion an der Universität Potsdam weiter vorangetrieben. Das Graduiertenkolleg ist das nunmehr fünfte an der Universität.
Informationen können Interessenten im Internet unter den Adressen
http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2006/presse_2006_32.html,
http://www.geo.uni-potsdam.de/,
http://www.geo.uni-potsdam.de/Graduiertenkolleg/index.html und
http://www.uni-potsdam.de/forschung/forschung_up/gradkolleg.html#a1 finden.