
Fußball ist Weltsprache, Massenphänomen, Religion. Jede Weltmeisterschaft
gerät zum Großereignis, ruft lange Zeit zuvor Spezialisten aller
Art auf den Plan. Dass es dabei immer noch um Sport geht, verliert sich mitunter.
Schnell mündet notwendige Betriebsamkeit in schier übermächtige
Hysterie. Ihre „Brandstifter“ sitzen in bequemen Sesseln, freuen
sich aufs Millionen-Geschäft. Dagegen haben es überzeugte Protagonisten
eines die Massen begeisternden Spiels ums Dribbeln, Grätschen und Kombinieren
schwer. Andere Zeiten, andere Sitten. Die nachgewiesen ersten „Kicker“
waren die alten Mexikaner, die mit schweren Hüftringen das dem Fußball
verwandte pelota spielten. Den Siegern, ja den Siegern erging es dann schlecht.
Sie wurden den Göttern geopfert. Davor hat es die Menschheit hunderttausende
von Jahren ohne Fußball ausgehalten. Und sich sogar kulturell entwickelt.
Unvorstellbar eigentlich.
Beim Eröffnungsspiel der Deutschen gegen Costa Rica am 9. Juni dürfte
daran wohl kaum jemand denken. Im Stadion, an Bildschirmen, Großbildleinwänden
werden Millionen vom Fußballfieber geschüttelter Fans das Treiben
auf dem Rasen verfolgen. Sieg oder Niederlage wird zur nationalen Angelegenheit.
Ohne Zweifel: Das Turnier wird Spuren hinterlassen, bei den so genannten Stars
und ihren Fans. Die Gemütslagen werden schwanken zwischen Glücksrausch
und Verzweiflung. Ob am Ende tatsächlich der ganz große Sport,
das Fair-Play-Spiel siegt, bleibt abzuwarten. Zu wünschen ist es allemal.
Portal hat sich im Vorfeld auf die Weltmeisterschaft an der Universität
umgehört. Die Redaktion fand interessante Projekte und Meinungen.