
So unbestritten Heinrich Heines Rang als einer der bedeutendsten Dichter deutscher Sprache ist, so wenig bekannt ist er einem breiten Lesepublikum. Zu Unrecht, wie Kenner seiner Werke meinen. Heine, der vor 150 Jahren nahezu blind, fast vollständig gelähmt und zum Skelett abgemagert in Paris starb, hinterließ unverwechselbare Literatur. Seine Verehrer feiern ihn als Reformator der Romantik, als unideologischen Idealisten, als Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft, als europäischen Schriftsteller und nicht zuletzt als Dichter der Liebe, der über seine vermuteten amourösen Abenteuer diskret schwieg.
Heines Waffe war sein Witz. Niemand konnte damit so gut kämpfen wie der im Jahre 1797 geborene Düsseldorfer. Mit Frechheit, Scharfsinn und Angriffslust schnitt er an den alten Zöpfen, die für die politischen und sozialen Missstände im damaligen Deutschland sorgten. Heines Zunge war scharf. Er bediente sich als kritischer Dichter und Journalist insbesondere der Satire und Ironie. Nicht ohne Grund, denn er schrieb unter strengen Zensurbedingungen. Immer wieder plädierte er für das Recht der Person, für Religions- und Meinungsfreiheit. Damit provozierte er. Diese Provokation zieht sich denn auch durch sein gesamtes Werk. Ein Schaffen, das durch die Ambivalenz seiner Person gekennzeichnet war.
Die Redaktion von Portal suchte nach Themen und Geschichten, die Leben und Poesie des "ewigen Ruhestörers" beleuchten.