Januar bis März 2010
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Botschafter ohne Diplomatenpass

Ausländische Ehemalige begeistern in ihren Heimatländern für ein Studium in Potsdam

Im Rahmen des internationalen Studierendenmarketings der Universität Potsdam engagieren sich seit letztem Jahr ehemalige Studierende aus Polen und der Russischen Föderation für die Universität Potsdam. Sie werben und begeistern Studieninteressierte in ihren Heimatregionen für ein Studium an der Universität Potsdam.


Botschafter
Verbunden mit ihrer Alma mater:
23 russische und polnische ehemalige
Studierende engagieren sich.
Foto: Fritze

Hochschulen gehen die Studierenden aus. Das jedenfalls ist die große Befürchtung angesichts der zu beobachtenden demographischen Entwicklung. Im Rahmen des Studierendenmarketings hat das Alumni-Team deshalb die Idee entwickelt, auf dem internationalen Markt zusätzlich Studierende zu werben. Es war klar: Besser als Faltblätter zu drucken, ist es, direkt an Studieninteressierte heranzutreten und das persönliche Gespräch mit Abiturienten suchen.
Da bislang die meisten der ausländischen Uni-Absolventen aus Polen und der Russischen Föderation stammen, hat man sich zunächst auf diese Zielregionen festgelegt. Gesucht wurden in beiden Ländern Jungakademiker, die sich an ihre Studienzeit im Brandenburgischen gern erinnern, engagiert sind und der Universität noch verbunden fühlen.
Im Februar wurden die Ehemaligen an die Universität Potsdam eingeladen. Sie wurden gezielt für ihren neuen ehrenamtlichen Job geschult, damit sie nicht nur persönliche Erfahrungen vermitteln, sondern auch kompetent beraten können. Nun hat die Universität Potsdam 23 "Botschafter", die in Schulen mit Deutschunterricht oder auf internationalen Messen auftreten, um für die Universität Potsdam zu interessieren. Dabei vermitteln sie ihren Zuhörern Informationen zu Bewerbung, Vorbereitung oder Studienalltag aus erster Hand. Zugute kommen ihnen die eigenen ganz persönlichen Erfahrungen und natürlich der kaum vorhandene Altersunterschied. Auf Augenhöhe lässt sich manche Hürde leichter überwinden.
Inzwischen zeigt sich: Die Initiative ist erfolgreich. In Polen und der Russischen Föderation haben die Botschafter schon eine große Zahl von Informationsveranstaltungen organisiert. Eine höchst positive Resonanz kommt von den Deutschlehrenden vor Ort, die den sprachlichen und landeskundlichen Unterricht mit authentischen Berichten vom Studium in Potsdam anreichern können. Dass die Botschafter dauerhaft in den beiden Ländern über Leben und Studium in Potsdam informieren, dafür plädieren insbesondere die deutschen Sprach- und Kulturmittler vor Ort. Erste Anfragen für Informationsveranstaltungen mit Potsdamer Botschaftern für 2010 liegen bereits vor.
Auch Messebesuche in den Zielländern haben sich als außerordentlich wirkungsvolles Instrument erwiesen. Sowohl 2008 als auch 2009 besuchte eine Gruppe, bestehend aus Uni-Mitarbeitern und Alumni-Botschaftern, internationale Bildungsmessen in der Russischen Föderation. Die Vorteile des Botschafter-Projekts wurden hier besonders deutlich. Während andere Messestände mit ebenfalls kompetenten Uni-Mitarbeitern nur wenig Besucherresonanz fanden, erfreute sich der Stand der Uni Potsdam regen Zuspruchs. Kompetente Beratung der Studieninteressierten ist zwar wichtig, aber nicht alles. Persönliche Nähe und inhaltliche Beratung sind auch auf Messen Erfolgsgaranten. Die Messebesucher, teilweise noch sehr jung und angesichts der zahlreichen Messestände nicht selten verunsichert, fassten zu den Botschaftern sofort Vertrauen. Hier wurden sie von fast Gleichaltrigen in ihrer Muttersprache beraten. Oft kehrten sie später mit Freunden oder Bekannten an den Stand zurück.
Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre zeigen, dass ausländische Alumni einen wertvollen Beitrag zur internationalen Studierendenrekrutierung beitragen können. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst hat das erkannt: Er identifizierte das Projekt als richtungweisend für die internationale Alumni-Arbeit.

Bianca Böhringer,
Stabsstelle für Studierendenmarketing und Alumniarbeit
Copyright© 2001 Universität Potsdam, Mangelsdorf
[Letzte Aktualisierung 08.02.2010, Schroeter]