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Made in Uni-Potsdam
Der universitätseigene Verlag bietet professionelles Know-how bei kostenlosem Service

Verlegen ist Frauensache – jedenfalls an der Universität Potsdam. Seit 1998 können sich Wissenschaftler der Universität in Sachen Publizieren an Karin Baumann und Dagmar Schobert vom hauseigenen Verlag wenden. Sein Domizil hat der organisatorisch der Universitätsbibliothek zugeordnete Verlag im Uni-Komplex III/2, Park Babelsberg.


Frauenpower: Karin Baumann (r.) und
Dagmar Schobert verlegen für die Uni.
Foto: Fritze

Bundesweit haben inzwischen viele Universitäten ihren eigenen Verlag gegründet. Der Grund ist vor allem ein finanzieller: Forschung an Universitäten wird durch öffentliche Mittel finanziert. Die Ergebnisse der Forschung werden dann aber überwiegend durch kommerzielle Verlage veröffentlicht, so dass Universitätsbibliotheken sie für teueres Geld zurückkaufen müssen. In Zeiten knapper Kassen sind die Bibliotheken immer weniger in der Lage, ein vollständiges Angebot an wissenschaftlichen Fachinformationen bereitzustellen. Dabei gehört eine gute Literaturausstattung zu den Konkurrenzkriterien einer Hochschule. Da liegt es nahe, die Verlegung der im eigenen Hause produzierten Forschungsergebnisse selbst in die Hand zu nehmen. Zwar haben schon zuvor Institute der Universität Potsdam mit viel Kraftaufwand Publikationen in Eigenregie herausgegeben. Diese waren aber weder in den Datenbanken des Buchhandels noch in den Nationalbibliotheken verzeichnet und entsprachen nicht den formalen Anforderungen an Verlagspublikationen. Solche „graue Literatur" ist deshalb nur äußerst schwer auffindbar. Außerdem gab es kein einheitliches, am Corporate Design der Universität orientiertes Erscheinungsbild.

Beim Publizieren im Universitätsverlag ist das nun anders. Die Mitarbeiterinnen statten die Veröffentlichungen nicht nur mit einer ISSN oder ISBN aus dem verlagseigenen Nummernkontingent aus, sondern bieten darüber hinaus den Autoren einen umfangreichen Service bei der Veröffentlichung. Handelt es sich um gedruckte Publikationen, berät das Verlags-Team beispielsweise beim Layout und sorgt für ein korrektes Impressum. Außerdem kümmert es sich um die Abwickelung des Druckauftrages und vor allem um Werbung und Vertrieb. Gedruckt wird meist uni-intern und damit kostengünstig in der Druckerei des Audiovisuellen Zentrums (AVZ). „Die Zusammenarbeit mit dem AVZ hat sich hervorragend entwickelt", betont Verlegerin Baumann. Allerdings sind die Möglichkeiten für Farbdruck in der hauseigenen Druckerei etwas eingeschränkt. Autoren, die eine Publikation mit mehrfarbigem Umschlag wünschen, müssen ihn extern drucken lassen und dafür dann etwas tiefer in die Tasche greifen.

Der Verlag bietet mit seinem eigenen Dokumentenserver aber auch die Möglichkeit, elektronisch zu publizieren. Die Vorteile der Online-Publikation liegen mit der weltweiten Recherchierbarkeit und der schnellen Verbreitung der Forschungsergebnisse auf der Hand. Das Verlags-Team sorgt für das richtige Format, komfortable Navigationsmöglichkeiten im Dokument sowie für optimale Auffindbarkeit, beispielsweise durch die Ausstattung mit internationalen Standards entsprechenden Metadaten und Verzeichnung in relevanten Datenbanken.

Anders als bei anderen Verlagen bleiben alle Rechte vollständig bei den Autoren. Der Uni-Verlag bietet nicht nur umfangreichen Service, sondern ist auch sehr schnell und flexibel: „Wir haben mit Unterstützung des AVZ schon Publikationen innerhalb einer Woche hergestellt", sagt Karin Baumann, „und bei vergriffenen Titeln ist eine Nachauflage in der hauseigenen Druckerei auch schon mal innerhalb von zwei Tagen möglich." Der Verlag beteiligt sich mit bis zu 30 Prozent an den Herstellungskosten einer Veröffentlichung. Dieser Zuschuss ist ein Kredit, der durch den Verkaufserlös abgezahlt wird. „Der Zuschuss ist für viele Wissenschaftler ein Anreiz, trotzt Schwellenängsten erstmals im Uni-Verlag zu veröffentlichen", weiß Dagmar Schobert, „dann lassen sie sich aber schnell vom Service überzeugen." Elektronische Publikationen sind derzeit noch kostenlos. Auch für Doktoranden ist deshalb der Uni-Verlag eine bequeme und kostengünstige Alternative. Denn mit der elektronischen Veröffentlichung und der Abgabe von vier bis sechs gedruckten Exemplaren ist an den meisten Fakultäten die Veröffentlichungspflicht bereits erfüllt.

In diesem Jahr hat der Verlag bisher 24 gedruckte und 32 Online-Publikationen herausgebracht. Auch die gedruckten Veröffentlichungen kann man ganz bequem online bestellen. Gegen Rechnung und zwei Euro Versandgebühr erreicht das gewünschte Exemplar meist schon am nächsten Tag den Kunden. Ein Bestseller ist die CD-ROM: „Training im Wasser mit der Poolnudel", vom Institut für Sportwissenschaft, die schon ein Mehrfaches der Herstellungskosten eingebracht hat. Gewinnorientiert arbeitet der Uni-Verlag allerdings nicht. Überschüsse aus Verkäufen fließen in vollem Umfang an die Institute zurück.

Der Uni-Verlag will seinen Service in Zukunft noch weiter ausbauen. Gerade fertig gestellt ist beispielsweise ein komfortableres Datenbanksystem für Online-Publikationen. „Für die Zukunft kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass wir E-Learning-Angebote und Arbeitsmaterialien für laufende Seminare online stellen", sagt Dagmar Schobert. „Auch die Einrichtung von Kommentarfeldern in Online-Publikationen wäre denkbar." Und wenn es nach Karin Baumann geht, wird es bald eine Universitätsreihe mit herausragenden Diplomarbeiten und Dissertationen an der Universität geben. Ihr Wunsch: „Eine noch bessere technische Ausstattung unserer Uni-Druckerei, die vielfältige Bindetechniken zuließe."

Den Universitätsverlag und alle Veröffentlichungen finden Sie im Internet unter: http://info.ub.uni-potsdam.de/verlag.htm.

bm

 

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Copyright© 2001 Universität Potsdam, Glaesmer, Knappe
[Letzte Aktualisierung 07.12.2003, Knappe]