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Leibniz-Preisträger 2002
Prof. Dr. Reinhold Kliegl von der Universität Potsdam    erhält den höchstdotierten deutschen Förderpreis
                                  

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Prof. Dr. Reinhold Kliegl
Foto: Fritze

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für das Jahr 2002 bestimmt. Elf Wissenschaftler werden mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch Professor Reinhold Kliegl (48) vom Institut für Psychologie der Universität Potsdam.

Mit dem Förderpreis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Die Förderung soll die Arbeitsmöglichkeiten der Preisträger und ihrer Arbeitsgruppen verbessern und die Mitarbeit besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftler sowie die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus dem Ausland erleichtern. Die bereitgestellten Mittel - im Fall von Professor Reinhold Kliegl handelt es sich um ein Preisgeld von 1,5 Millionen Mark (775.000 Euro) – geben den Forschern die Möglichkeit, sich weitgehend frei von administrativem Aufwand auf ihre Arbeit konzentrieren zu können.

Reinhold Kliegl studierte Psychologie an der Universität Regensburg und an der University of Colorado in Boulder, USA. Den Ph.D. erhielt er 1982 von der University of Colorado und wurde 1992 an der Freien Universität Berlin habilitiert. Nach zehn Jahren am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und zwischenzeitlich an der School of Technology des Georgia Tech in Atlanta ist Reinhold Kliegl seit 1994 Professor für Psychologie an der Universität Potsdam. Er ist Direktoriumsmitglied des Interdisziplinären Zentrums für Kognitive Studien in Potsdam und gehört zu den Herausgebern von zwei international hoch angesehenen Fachzeitschriften.

Reinhold Kliegls Interesse gilt dem kognitiven Altern und kreist um die Frage, wie Alterungsprozesse erklärbar sind und inwieweit man den Altersveränderungen durch Training kognitiver Leistung entgegentreten kann. Er konnte mit Hilfe einer differenzierten Methodologie zeigen, dass Alternseffekte nicht auf einen globalen Mechanismus, wie etwa die generelle Verlangsamung des Denkens, zurückzuführen sind, sondern in unterschiedlichen Bereichen kognitiver Teilleistungen jeweils spezifisch verlaufen. Mit einer als "Testing the Limits" bekannt gewordenen Methode gelang ihm beispielsweise der Nachweis der Trainingsresistenz gesunder älterer Menschen für das Namensgedächtnis. Reinhold Kliegls Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von experimentellen Analysen kognitiver Veränderungen im Alter, grundlagenorientierter formaler Modellbildung und einer innovativen Erhebungs- und Analysemethodik aus. Dabei hat er mehrfach neue Forschungsmethoden entwickelt, die differenziertere Beschreibungen und Erklärungen für scheinbar lange bekannte Phänomene ermöglichen.

Die feierliche Verleihung der Preise im Leibniz-Programm für das Jahr 2002 durch den DFG-Präsidenten Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker findet am 6. März in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.

 

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[Letzte Aktualisierung 10.12.2001 Steffi Knappe]