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Identitätsstiftend und fälschungssicherer
Auch auf dem Campus zahlt man bald in Euro
   

Die Tage der Mark sind gezählt. Auch den Pfennig braucht bald niemand mehr zu ehren. Demnächst wird in Euro gerechnet, allein die Numismatiker scheinen die ersten baren Serien wirklich mit Spannung zu erwarten. Denn die von den Politikern gemachten Beteuerungen, der Euro werde stark sein, sind zunächst nur als Verteuerungen spürbar. Was Mitarbeiter und Studierende über die neue Währung denken, erfragte Thomas Pösl.

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Foto: Fritze

Die Einführung des Euro verfolge ich aus mindestens zwei Perspektiven. Als Zeithistoriker begrüße ich das neue Geld, da die gemeinsame Währung ein Zusammenwachsen Europas langfristig befördern wird. Erinnert sei nur daran, dass der Maastrichter Vertrag vom Dezember 1991, in dem unter anderem die Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion und damit die Umstellung auf ein gemeinsames Zahlungsmittel als Ziel formuliert wurde, quasi ein Produkt der deutschen Wiedervereinigung war. Als Konsument allerdings beschleicht mich keine Euphorie. Eher gelassen sehe ich dem Geschehen entgegen, zumal es sich um keine Währungsreform, sondern um eine Währungsumstellung handelt. Die ärgerlichen Preiserhöhungen im Vorfeld sind hoffentlich nur eine temporäre Erscheinung. Immerhin wird der Euro nicht nur das Reisen, sondern auch das Vergleichen der Preise insgesamt erleichtern.

Dr. Detlev Zimmermann,
Historisches Institut

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Foto: Fritze

Dass der Euro kommt, steht ja nun schon geraume Zeit fest, eigentlich ist er finanztechnisch mit dem festen Umrechnungskurs von 1,95583 ja auch schon seit 1999 eingeführt, nur die Zahlungsmittel fehlen bisher noch. Da es sich um eine feste Umrechnung (für Deutschland fast genau 1:2) handelt, sollte die Umstellung kein Problem sein. Natürlich schmerzt es, wenn man die geliebte und geschätzte Mark hergeben soll. Wenn ich mich an den Umtausch aus dem Jahre 1990 erinnere, lief damals eigentlich alles an einem einzigen Wochenende ab, und es hat funktioniert. Warum also diese komplizierte zweimonatige Übergangszeit mit zwei Zahlungsmitteln im Barkauf? Das wird sicherlich für viele noch einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen.

Hans Göbel,
Referatsleiter Bauangelegenheiten, Dezernat 5

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Foto: Fritze

Je näher der Euro kommt, desto mehr wächst die Unsicherheit bezüglich der Preise. Der Kunde ist ab 2002 der Preispolitik relativ hilflos ausgeliefert. Positiv ist, dass in vielen Urlaubsländern die gleiche Währung gilt. Wie real die Preise dann allerdings wirklich sind, bleibt abzuwarten. Der Kunde zahlt sowieso bei der Einführung des Euro die Rechnung. Aus dienstlicher Sicht wird die Währungsumstellung im Bereich Haushalt mit Mehrarbeit verbunden sein wird. Positive Aspekte gibt es daher meines Erachtens nicht.

Gunner Engel,
Referat Haushalt, Dezernat 4

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Foto: Fritze

Große Wirtschaftsräume brauchen eine einheitliche Währung. Oder kann man sich China, Russland oder Amerika mit einem Dutzend Währungen wirklich vorstellen? Das gemeinsame Geld ist ein Ausdruck dieser Wirtschaftseinheit und es wird langfristig identitätsbildend sein. Den Skeptikern sei gesagt: Auch der Dollar war nicht sofort die starke Währung, die er heute darstellt. Trotzdem sehe ich auch ganz klar die Versäumnisse der Politik, die vor allem darin liegen, auf psychologischer Ebene die anhaltenden Preissteigerungen nicht transparent gemacht zu haben. Insofern ist der Start des Euro erst einmal zwiespältig. Bleibt zu hoffen, dass er Blüten treibt. Obwohl die neuen Scheine ja fälschungssicherer sein sollen.

Andreas Oehme,
Student, Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache

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Foto: Fritze

Die harte D-Mark kam, jetzt geht sie wieder. Waren das noch Zeiten, als die Währungsunion kam. Alles ging damals rasant schnell. Lange dauerte nur das mehrmalige Anstehen bei den Sparkassen. Schleichend kommt nun der Euro. Unmerklich verändern sich die Preise, die erhöht werden, um besser runden zu können. Dabei macht man auch so manchen Fehlkauf, weil man DM und Euro verwechselt. Und man bekommt deutlich mehr Post mit allerlei Hinweisen, um die Umstellung gut zu überstehen. Am getrübten Blick auf den Kontostand ändert das allerdings nichts. Freuen werden sich unsere EU-Studierenden, da künftig die Geldwechselei und vieles andere mehr entfällt.

Ulrich Hunger,
Akademisches Auslandsamt

 

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[Letzte Aktualisierung 09.12.2001 Steffi Knappe]