Lohnt sich
das?
Multimedialer Doppel-Dies: ZEIK und Institut für Informatik fordern mehr
E-Learning-Elemente in der LehreKürzlich
veranstaltete die Zentrale Einrichtung für Informationsverarbeitung (ZEIK) einen
MultimeDies zu aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der modernen Medien und ihrer
universitären Nutzung. Die Veranstaltung ging einem Workshop Grundfragen
multimedialer Lehre" voran, zu dem die Professur für Didaktik der Informatik
eingeladen hatte.

Videokonferenzschaltung:
Es ist inzwischen mehr möglich, als viele wissen.
Foto: Fritze |
Leider musste auf beiden Tagungen
durchgängig mit der Erkenntnis umgegangen werden, dass das Tempo der Einbeziehung neuer
Medienangebote und E-Learning-Möglichkeiten in den Lehrbetrieb zu schleppend ist. Neben
einer verstärkten Nutzung technisch bereits installierter E-Learning-Systeme könnten
beispielsweise Lehre und Forschung durch Videokonferenzschaltungen zu anderen
wissenschaftlichen Institutionen weiter qualifiziert werden. Das dürfte den etwa 40
Teilnehmern des ZEIK/AVZ-MultimeDies klar geworden sein, als Dr. Lutz Henrich im
Live-Verbund Potsdam Berlin Paderborn die Funktionsfähigkeit der
Uni-Videokonferenzanlage unter Beweis stellte. Beeindruckend waren auch spezielle
Multimedia-Entwicklungen wie eine CD der Psychologin Dr. Brigitte Lund zur Beeinflussung
der Leistungsbereitschaft von Kindern oder Online-Kurse als
Distance-Learning-Portale" vom Grundschulpädagogen Prof. Dr. Hartmut Giest.
Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen
von ZEIK-Bereichsleiter Dr. Tilo Köhn über Tests von E-Learning-Systemen in der
universitären Lehre. So bietet beispielsweise das seit Juli 2000 getestete WebCT-System
(World-Class Teaching and Learning Suite) gute Möglichkeiten zur Entwicklung virtueller
Kurse oder für den Zugriff zum Internet in Vorlesungen und Seminaren. Ab dem
Sommersemester wird darüber hinaus das ebenfalls recht stabile und wenig aufwändige,
mehrsprachig nutzbare Blackboard-Learning-System" zur Verfügung stehen, mit
seinen übersichtlichen Tools für vielfältige E-Learning-Aktivitäten. Solche
Plattformen" verstärkt für die Lehre zu nutzen, erfordert den weiteren Ausbau
der technischen Infrastruktur der Uni, einen umfangreichen Service bei der ZEIK, der auch
ein Weiterbildungsangebot für den Lehrkörper einschließt.
Aber lohnt sich das alles? Ist das Lernen mit
Neuen Medien" tatsächlich anschaulicher, attraktiver, motivierender,
effizienter, erfolgssicherer? Psychologie-Juniorprofessor Dr. Thomas Köhler kam bei einer
Gegenüberstellung diesbezüglich unrealistischer und realistischer Erwartungen zu einem
klaren Jein", schaffte damit aber wenigstens den Sprung vom ZEIK MultimeDies
zum Workshop des Informatik-Instituts mit zeitweise mehr als 80 Teilnehmern.
Hier ging es theoretischer" zu. So
befassten sich die drei Hauptvortragenden mit didaktischen, psychologischen und
gestalterischen Fragen multimedial gestützter Lehre. Es gäbe eigentlich gar kein
virtuelles Lernen", war da zu erfahren. Jegliches E-Learning" sei
ein ganz normaler, anstrengender, konstruktiver und zielgerichteter Lernprozess. Die
Medien schaffen nur eine spannende Umgebung für das wirkliche Lernen", konstatierte
Informatik-Didaktikerin Prof. Dr. Sigrid Schubert von der Universität Siegen.
Leider kann hier nicht die ganze Vielfalt des
zweitägigen Konferenzgeschehens wiedergegeben werden, seien es Aussagen über die
Entwicklung von Online-Studiengängen durch den Verbund Virtuelle
Fachhochschulen", die vielfältigen Ergebnisse empirischer E-Learning-Untersuchungen
des Psychologen Prof. Dr. Wolfgang Schnotz von der Universität Koblenz-Landau oder die
Ausführungen zur Gestaltung multimedialer Präsentationen des Cottbuser BTU-Professors
Dr. Klaus Fellbaum.
Selbstverständlich trugen auch Vertreter der
Universität Potsdam zum Gelingen des Workshops bei, so Dr. Andreas Degkwitz, Dr. Gerrit
Kalkbrenner, Dr. Rolf-Rainer-Lamprecht, Steffen Skowronek oder Dr. Karl-Heinz Eggensperger
mit Ausführungen zur Weiterentwicklung der Uni-Informationsstruktur, zu fachspezifischen
E-Learning-Szenarien beziehungsweise zu E-Learning-Evaluationsverfahren. Es gab
Foyer-Ausstellungen über konkrete Multimediaprodukte, Lernsysteme und Anwendungsfelder
wie den Online-Campus Soziale Arbeit."
ak
| Videokonferenzen Mit Beginn des Sommersemesters 2003 steht der Universität
eine hochmoderne Videokonferenzanlage zur Verfügung. Mit dieser Anlage können Tagungen,
Lehrveranstaltungen, Seminare und persönliche Konferenzen in Bild und Ton zu
beziehungsweise von anderen Einrichtungen übertragen werden. Die vorhandenen technischen
Parameter gewährleisten eine hohe Kompatibilität auch zu eventuell älteren Anlagen der
Konferenzpartner. Für Fragen zur Organisation und zu den Kosten von Videokonferenzen
steht Jürgen Bobertz, Leiter des Audiovisuellen Zentrums, unter Tel.: 0331/977-1788 zur
Verfügung. |
Titelthema
| Uni Aktuell | Forschung | Studiosi | Personalia | Vermischtes
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[Letzte Aktualisierung 04.04.2003, Knappe] |