Bereits im Vorfeld der Entscheidung um den Titel "Stadt der Wissenschaft" ist ein wichtiges Projekt aus der Bewerbung umgesetzt worden. Am 16. März wurde im Stadthaus ein "Welcome Center" eröffnet. Das symbolische blaue Band vor der Tür durchschnitten Oberbürgermeister Jann Jacobs, Sabine Kunst, Präsidentin der Uni Potsdam, Johannes Vielhaber, Rektor der Fachschule Potsdam, und Rolf Emmermann, Direktor des GeoForschungsZentrums.

Bei der neuen Einrichtung handelt es sich um eine Anlaufstelle für ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in der brandenburgischen Landeshauptstadt einen längeren Gastaufenthalt absolvieren. Die Gäste können künftig in das Center kommen und finden an einem Ort Hilfe zum Beispiel bei Fragen zu Anmeldeformalitäten, zur Wohnungs- oder Kitaplatzsuche. Zwei Bürgerservice-Mitarbeiterinnen helfen ab sofort bei der Klärung der Probleme. Damit es dabei keine Sprachschwierigkeiten gibt, sind insgesamt 18 Mitarbeiterinnen des Services in einem Englisch-Kurs auf ihre neue Aufgabe vorbereitet worden. Das Personal im Büro wird also wechseln.
Beim kommunal getragenen Service allein soll es nicht bleiben. Unterstützt wird die Arbeit demnächst von einem Patenschafts- und Tandemprogramm, das die Uni gemeinsam mit LAUF, der Vereinigung außeruniversitärer Einrichtungen, anbieten will. Ähnlich wie im schon seit langem an der Hochschule existierenden studentischen Tandemprogramm, soll es dabei zuförderst um die schnellstmögliche kulturelle und soziale Integration der Gastforscher gehen. Unter anderem werden Potsdamer Bürger die erst kurze Zeit in der Stadt Weilenden auch auf ihren Wegen in die Ämter begleiten. Geplant ist es, einen für den Aufbau und die Koordination des Programms zuständigen Koordinator einzusetzen. Der soll sich auch um die Zusammenarbeit der am Welcome Center beteiligten Partner, die Erstellung einer Internetplattform und um aktuelle Informationsmaterialien kümmern.
Dass sich Potsdam jetzt verstärkt den vielen Gastwissenschaftlern widmet, war nach Ansicht von Kennern der regionalen Wissenschaftslandschaft schon längst überfällig. Immerhin kommen etwa 530 internationale Forscher, die länger als zwei Monate bleiben, pro Jahr in die hiesigen Wissenschaftseinrichtungen. An der Universität Potsdam arbeiten schon allein zahlreiche durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst und die Humboldt-Stiftung Geförderte.
Große Zufriedenheit herrscht deshalb auch bei Uni-Präsidentin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst über das Zustandekommen des "Welcome-Centers". "Es unterstreicht, wie eng Wissenschaft und Stadt im Sinne der weiteren Profilierung Potsdams als Stadt der Wissenschaft zusammenwirken", sagte sie. Kunst, die zugleich auch Vorsitzende des Vereins Pro Wissen e.V. ist, hofft nun darauf, dass nicht zuletzt durch das Center noch mehr mobile Forscher für eine begrenzte Zeit nach Potsdam ziehen.
Das Konzept des jetzt geschnürten Dienstleistungspakets entstand unter Federführung der Universität in Kooperation mit Stadt und Forschungseinrichtungen und war ein Beitrag in einem Wettbewerb um Welcome Center-Projekte, den die Alexander von Humboldt-Stiftung ausgeschrieben hatte.