April - Mai 2005
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Weichen für die Zukunft stellen

Forschungsaktivitäten und Projekte vorgestellt

Es war eine Veranstaltung mit Nebeneffekt. Die zweite öffentliche Sitzung der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs im Februar erlaubte einen Überblick über wichtige Forschungsaktivitäten und Projekte zur Nachwuchsförderung. Und sie bot den Rahmen für eine Begegnung besonderer Art: Die beiden Leibniz-Preisträger der Alma mater, Prof. Dr. Reinhold Kliegl und Prof. Dr. Manfred Strecker, trafen erstmals persönlich aufeinander. Vielleicht stand auch deshalb jener Tag unter einem guten Stern.


Das Denken verstehen: Reinhold Kliegl und sein Team
forschen an einer Schnittstelle von Psychologie und Physik.
Foto: Fritze

Präsentiert wurden insgesamt acht Konzepte für Exzellenzcluster beziehungsweise Graduate Schools aus allen Fakultäten. Der interessierte Zuhörer bekam so zusagen den Querschnitt der Universitätsforschung gratis vor Augen geführt. Unter den kurz umrissenen Projekten befanden sich beispielsweise jenes vom Potsdam Cluster of Excellence in Earth and Space Science, dem derzeit einzigen Forschungscluster der Universität (Professor Strecker), das des geplanten Internationalen Promotionskollegs "Computational Modelling of Behavioral, Cognitive, and Neural Dynamics", welches im Rahmen der Initiative für das Helmholtz Center on Computational Neuroscience aufgebaut werden soll (Professoren Reinhold Kliegl und Jürgen Kurths) oder auch das Konzept für ein Graduiertenkolleg "Modern Governance in the Private and Public Sectors" (Professoren Hummel, Lattemann, Reichard).
Diese und die anderen fünf Projekte befinden sich zum Teil in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Jetzt bot sich Gelegenheit, Genaueres zum aktuellen Stand zu erfahren. Und das nicht ohne Grund. Die Identifizierung und Beförderung der Forschungsschwerpunkte soll die Profilbildung der Universität vorantreiben. "Es geht darum festzustellen, wie in der Zukunft die Weichen gestellt werden müssen", sagte Prof. Dr. Frieder. W. Scheller, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, am Rande der Sitzung. "Wir brauchen Klarheit darüber, wie wir in der kommenden Zielvereinbarung Gelder festlegen."
Aus Mitteln der mit dem brandenburgischen Wissenschaftsministerium geschlossenen, bis zum nächsten Jahr reichenden Zielvereinbarung hat die Universität in der Vergangenheit bereits vier Graduiertenschulen unterstützt. Insgesamt konnten 18 Stipendien vergeben werden. "Das Geld, was von der Hochschule kam, ist offensichtlich effektiv angelegt worden" schätzte Scheller ein. Zufrieden zeigte er sich auch über diejenigen Stipendien, die in den anderen Projekten erfolgreiche Arbeit ermöglichen. Fast 30 sind es an der Zahl.
Vier der an der Präsentation beteiligten Gruppen wollen Förderanträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft stellen. Dabei gelte es die Neuorientierung für die Graduiertenkollegs seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu beachten. Thematisch fokussiert, engmaschig und stark interdisziplinär müssen die Konzepte ausgerichtet sein, wenn sie Befürwortung finden wollen. Und das wird immer schwieriger. Gegenwärtig liegt die Erfolgschance, so Scheller, bei zehn Prozent.
Vertreter von Wissenschaft und Forschung drängen seit geraumer Zeit auf die Umsetzung von Reformprojekten für Universitäten und Spitzenforschung. Mit dem Scheitern der Föderalismusinitiative lagen die Umsetzung des "Paktes für Forschung und Innovation" und der "Exzellenzinitiative" auf Eis. Ebenso unklar war, ob die Förderung von Graduiertenschulen aus der Bund-Länder-Vereinbarung tatsächlich kommt. "Angesichts dieser Entwicklung hat das Rektorat die Fakultäten aufgerufen, Forschungsschwerpunkte zu aktualisieren und Skizzen zu entwerfen", erklärte Scheller noch einmal den Hintergrund der Aktivitäten zur Forschungsprofilierung.
Gegenwärtig sitzen jedoch Bund und Länder wieder an einem Tisch. Offensichtlich soll, wie von den Ländern gefordert, künftig eine Förderung von Graduiertenkollegs und Exzellenzclustern erfolgen. Überdies sollen Gesamtstrategien zur Entwicklung von universitärer Spitzenforschung an Hochschulen finanziell unterstützt werden. Sogar über Finanzierungsfragen verständigte sich die eingesetzte ministerielle Arbeitsgruppe. Danach beläuft sich das geplante Förderungsvolumen auf 1,9 Milliarden Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren. Im ersten Jahr werden angeblich rund 190 Millionen Euro für die Exzellenzförderung bereitgestellt. Aber wie viel Geld in die jeweiligen Fördertöpfe fließen soll, ist ungeklärt. Manches andere auch.

pg
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[Letzte Aktualisierung 12.04.2005, Queck]