Portal. Die Potsdamer Universitätszeitung

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses 


Mehr Nachwuchswissenschaftlerinnen:
Qualifizierte Frauen sollen durch ein Mentoring-Programm angesprochen werden.
Foto: Fritze

Im Dezember 2002 verabschiedete der Senat der Universität Potsdam ein Konzept zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Papier beschreibt den Ist-Zustand und zeigt Mittel und Wege auf, wie die Situation verbessert werden kann. Fakt ist, dass an der Universität Qualifikations- und Promotionsstellen und damit verbunden Nachwuchswissenschaftler fehlen. Als Hauptursachen dafür nennt das Konzept den immer noch sehr hohen Anteil von Dauerstellen im akademischen Mittelbau aber auch die drastische Senkung der Landesmittel für Promotionsstipendien. Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation können auf vielen Ebenen ansetzen. Wichtig ist es, bei Schülern und Studierenden schon früh das Interesse für eine wissenschaftliche Karriere zu wecken. Dies kann zum Beispiel durch den Ausbau der institutionellen Zusammenarbeit mit Schulen in Potsdam und Brandenburg oder durch die persönliche Betreuung und frühzeitige Integration von Studierenden des Grundstudiums in wissenschaftliche Projekte geschehen. Einen Schwerpunkt in der Nachwuchsförderung nehmen jedoch die Doktorandenförderung und die Unterstützung junger Wissenschaftler nach der Promotion ein. Das Konzept betont hier die Bedeutung einer strukturierten, systematischen Graduiertenausbildung und der Einrichtung von Juniorprofessuren. Allerdings, so heißt es weiter, müssen offene Fragen geklärt werden, darunter der Status von Nachwuchswissenschaftlern, die keine Juniorprofessur innehaben, sowie die Zwischenevaluation der Juniorprofessoren und der Übergang zur Professur.

Für die konkrete Umsetzung dieser Vorschläge listet das Konzept eine Reihe von Möglichkeiten auf. Dazu gehört die Etablierung und finanzielle Unterstützung von Doktorandenworkshops oder –seminaren, die Grundversorgung der Bibliothek mit Literaturerwerbsmitteln und die Anrechnung von im Rahmen der Doktorandenausbildung erbrachten Lehrleistungen auf das Lehrdeputat. Die Einrichtung von fachübergreifenden Doktorandenseminaren und anderen Maßnahmen zur strukturierten Graduiertenausbildung könnte künftig, ebenso wie die erfolgreiche Einwerbung von Graduiertenkollegs, europäischen Netzwerken und Marie-Curie-Stipendien, durch zusätzliche Mittel von der Universität honoriert werden. Für qualifizierte Frauen sollen verstärkte Anreize zur Promotion geschaffen werden, unter anderem durch ein von der Kommission Gleichstellung und Frauenförderung zu entwickelndes Mentoring-Programm. Dieses hat die Aufgabe, Frauen verstärkt in wissenschaftliche Netzwerke einzuführen und ihnen den Weg zu Führungspositionen in der Wissenschaft zu ebnen. Weitere Maßnahmen zur Nachwuchsförderung sind eine noch stärkere Nutzung exklusiver Förderprogramme für Postdocs und die Umwandlung von C1-Qualifikationsstellen in Juniorprofessuren.

Das Konzept ist im Intranet unter www.intern.uni-potsdam.de/over/index.htm einzusehen.

Red.

weit-weg | wissenstransfer | unigeschehen | personalia | wegweiser

Copyright© 2004 Universität Potsdam, Glaesmer, Knappe
[Letzte Aktualisierung 25.01.2004, Knappe]