Logo alumni
7. Ausgabe: Dezember 2009
Linie links Aktuelle Pressemitteilungen der Universität Potsdam Linie mitte Startseite der Universität Potsdam Linie mitte Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit Linie rechts

Vom Namen zur Marke

Selbstvermarktung ist alles. Aber wie geht das?

Es ist einfach, Visitenkarten zu verteilen. Viel schwerer ist es, den Menschen im Gedächtnis zu bleiben. Doch genau das ist für Selbständige unverzichtbar, ob Geisteswissenschaftler, oder nicht. Wie bleibt man sowohl als Person, als auch als Unternehmer in Erinnerung? Portal Alumni forschte bei einer erfolgreichen PR-Spezialistin nach dem Erfolgsrezept.

Bild
Jutta Rubach ist eindeutig sichtbar.

Große Veranstaltungen in Politik und Wirtschaft haben eine besondere Atmosphäre. Oftmals finden sie in der Welt der Kongresshotels statt: Besucher passieren die Lobby und sickern langsam in das Innere des Gebäudes. Das Personal weist den Gästen den Weg durch lange Flure zum gebuchten Saal. Dort stehen gut gekleidete Menschen beisammen. Man begegnet sich und schielt diskret auf die Namensschildchen der anderen. Einige bekannte Redner und Ehrengäste treffen ein, Journalisten mischen sich unter die Leute. Aber Jutta Rubach gelingt es dennoch, den Überblick zu bewahren. Die PR-Spezialistin erkennt Neuankömmlinge und begrüßt sie mit natürlicher Freundlichkeit. Ihre Freude wirkt aufrichtig. Gastfreundschaft, müsste man das wohl nennen. Man hält inne, denn die Einsicht kommt unerwartet. Dann hat man eine Karte in der Hand: "Jutta Rubach & Partner". Eine schöne Visitenkarte, mit einem Foto in der Ecke. Man steckt die Karte ein. Und behält sie.

Seit 15 Jahren führt die studierte Anglistin und Erziehungswissenschaftlerin ihre Agentur für PR und Pressearbeit. Mit großem Erfolg. Jutta Rubachs Referenzen sind das Ergebnis einer langen beruflichen Karriere. Sie kennt den Wissenschaftsbetrieb und den Traum der Selbständigkeit, die universitäre Pressearbeit und die Welt der Unternehmen. So hat sich das Angebot ihrer Firma Schritt für Schritt entwickelt. Von Haus aus Veranstaltungsexpertin, leistet Jutta Rubach inzwischen kommunikative Strategieberatung mit einer breiten Palette an Instrumenten. Dabei bildet ihre Person ein eigenständiges Zentrum in einem Netzwerk von Kontakten. So bietet sie jedem ihrer Kunden eine eigenständige Lösung. Der erste Eindruck aus dem Flur des Kongresshotels verstärkt sich: Jutta Rubach ist mehr als nur ein Name auf einer Visitenkarte. Jutta Rubach ist eine Persönlichkeit. Und sie steht für eine ganze Firmenphilosophie.

So stößt man auf ein Thema, das in Zeiten zahlloser Internet-Foren und Karrierebörsen kaum aktueller sein könnte. Alles, so scheint es, hängt heute an einem seidenen Faden. Alles entzündet sich an den Fragen: Bin ich sichtbar? Wofür stehe ich, und bin ich unverwechselbar? Das Beratungsangebot zu diesen Karrierefragen kennt keine Grenzen, auch nicht die Stundensätze der Trainer. "Eigenlob stinkt nicht", lautet ein weit verbreitetes Motto. Und manch einer verbringt den halben Tag damit, den eigenen Namen so lange anzuklicken, bis er bei Google auf Platz eins ist. Man kann die eigene Arbeit im Netz kommentieren? Schnell ist ein Pseudonym gefunden, und der Nutzer beweihräuchert sich selbst. "Die stärkste Marke sind Sie selbst!", sagt der Münchner Autor und Coach Jon Christoph Berndt – und versieht überall seinen Namen mit dem kleinen eingekreisten ®.

Aber helfen solche Methoden wirklich? Der renommierte Kölner Markenstratege Peter Zernisch hält dagegen: "Werde der, der Du bist", rät er mit philosophischem Unterton. Bei der Selbstvermarktung gehe es darum, authentisch zu werden, glaubwürdig und echt. "Fremdes entfernen, nichts aufsetzen!", formuliert er eindringlich. Und Jutta Rubach stimmt ihrem Kollegen zu. Authentizität und Glaubwürdigkeit spielen in ihrem Ansatz eine große Rolle. Ob bei Firmen oder Einzelpersonen: Nur wer transparent, kontinuierlich und authentisch kommuniziere, werde als glaubwürdig wahrgenommen. Das heißt für Jutta Rubach auch: Fehler muss man einräumen, und Qualität hat oberste Priorität. So merkt man, dass Jutta Rubach zufrieden sein kann mit dem, wofür sie steht. Sie kann zu sich stehen. Und: Sie sei dankbar für ihr Leben, betont sie. Nicht alle Menschen hätten so viel Glück gehabt, wie sie. Wieder beschleicht einen ein eher ungewöhnliches Gefühl: Vielleicht ist es ja genau diese Dankbarkeit, die Jutta Rubach und ihre Firma so einzigartig macht.

Mark Minnes


Copyright© 2001 Universität Potsdam, Armbruster
[Letzte Aktualisierung 29.11.2009, Räder]