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7. Ausgabe: Dezember 2009
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Eine Herzensangelegenheit

Klaus Haße kümmert sich um Absolventen und Öffentlichkeitsarbeit im Institut für Informatik

Wenn ehemalige Studierende des Instituts für Informatik über ihren Einstieg ins Berufsleben berichten, etwa bei Institutsfesten, wenn sie die Verbindung zum Ort Ihres Studiums halten, dann ist Klaus Haße ein zufriedener Mensch. Dann trägt seine Arbeit Früchte: die Absolventen an das Institut zu binden und in einen Erfahrungsaustausch zu bringen, Kontakte und Netzwerke herzustellen. Vor fünf Jahren ging Haße in Pension, aber das Institut ist immer noch seine wissenschaftliche Heimat. „Ich wäre glücklich, wenn die Studierenden, die das Institut verlassen, es auch so erleben würden. Das ist das Anliegen meiner Alumni-Arbeit.“

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Mathematiker Haße:
Ein Leben für die Wissenschaftsorganisation.

Ehrenamtlichkeit ist der Ausdruck dieser „Heimatverbundenheit“: Neben der Pflege des internen Alumni-Programms, kümmert sich Haße seit gut zwei Jahren auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Instituts. Vieles erledigt er von zu Hause aus, aber einen Tag pro Woche ist er am Institut. „Ich decke natürlich nicht alles alleine ab. Doch mein Engagement hier ist sicherlich zu einem guten Teil unterstützend und förderlich.“

1938 in Berlin-Charlottenburg geboren, lebt Haße bis zum Studienbeginn 1956 außerhalb Berlins. In Neuenhagen am östlichen Stadtrand geht er zur Schule, dort macht er Abitur. Als Lehramtsstudent für Mathematik/Physik beginnt er sein Studium an der Humboldt-Universität, konzentriert sich jedoch bald schon ganz auf die Mathematik. Seine Vorlieben sind Algebra und algebraische Geometrie, 1961 schließt er sein Studium als Diplommathematiker ab.

Haße, der verheiratet ist, zwei Kinder hat und mittlerweile in Spandau lebt, ist danach bis 1969 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Reine Mathematik der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof. „Man könnte sagen, ich habe dort Mathematik um des reinen Erkenntniswillens betrieben, mit wenig Anwendungsbezug. Aber die Geschichte der Mathematik zeigt, dass zunächst rein theoretische Überlegungen irgendwann zu praktischen Anwendungen führen.“ Dennoch schlägt Haße keine rein wissenschaftliche Karriere ein. „Neben meinem Interesse für Wissenschaftstheorie habe ich mich immer auch für Wissenschaftsorganisation interessiert.“ Er entwirft für die damalige „Hauptforschungsrichtung Theoretische Mathematik“ Planungskonzeptionen und Forschungspläne. Vom Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR wird er eigens dazu zum wissenschaftlichen Sekretär des wissenschaftlichen Rates eben dieser „Hauptforschungsrichtung“ berufen. Da die Tätigkeit im Hochschulwesen angesiedelt ist, gelangt er zurück zur Humboldt-Uni, betraut mit wechselnden Aufgaben: Als wissenschaftlicher Oberassistent der Sektion Mathematik beteiligt er sich an Forschungsarbeiten zu mathematischen Problemen der Informatik. „Die Informatik steckte damals ja noch in den Kinderschuhen. Neben den Rechenzentren der Unis, die sich theoretischen Überlegungen zuwandten, waren die Mathematikinstitute eine Keimzelle für die Bildung von selbstständigen Informatikinstituten. Ohne Mathematik keine Informatik.“

Haße, der sich für Theater, Film, Oper, für Architektur und Bildende Kunst interessiert, ist beteiligt an der Gründung des Fachbereichs Informatik an der Humboldt-Uni. Als wissenschaftlicher Assistent ist er betraut mit der Organisation der Lehre, des Prüfungswesens sowie mit Lehraufgaben. Zwischenzeitlich ist er EDV-Dozent bei einer privaten Bildungseinrichtung; ein Intermezzo, mehr nicht. Im Jahre 1996 kommt er an die Potsdamer Universität zum dortigen Institut für Informatik. Wieder tüftelt er an Studien- und Prüfungsordnungen, an Lehr- und Forschungsaufgaben. Er ist Studienfachberater, gibt aber auch Lehrveranstaltungen im Bereich Theoretische Informatik.“ Während meiner ganzen Berufstätigkeit hatte ich mit Lehrkonzeptionen, Studienplänen, Studien- und Prüfungsordnungen zu tun. Es war ein ständiger Reformprozess, der mit Bologna einen erneuten Höhepunkt erreicht hat.“

Die Nähe zu den Studierenden hat Haße, soweit dies seine eigentlichen Tätigkeiten zuließen, immer gesucht. Als eine Art Propädeutikum bietet er vor Semesterbeginn für die angehenden Informatik- und Wirtschaftsinformatikstudenten deshalb einen vierzehntägigen Brückenkurs Mathematik an. Ziel des Kurses ist, mathematische Wissens- und Fähigkeitslücken zu schließen, das Verständnis für mathematische Sachverhalte und Grundkonzepte zu verbessern, um den Beginn des Informatikstudiums zu erleichtern. „Das ist zwar ein vergleichsweise geringer Anteil, den ich noch an der Persönlichkeitsbildung der Studierenden habe. Die aber liegt mir immer noch sehr am Herzen.“

Thomas Poesl
Wer sich wie Klaus Hasse für das Alumni-Programm engagieren möchte, ist hier herzlich willkommen. Über Anfragen jeglicher Art freut sich das Alumni-Team. Rufen sie uns an unter: +49 331 977 18 98 oder senden sie eine Mail an: alumni@uni-potsdam.de.

 

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[Letzte Aktualisierung 29.11.2009, Räder]