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6. Ausgabe: Dezember 2008
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Ins rechte Licht gerückt

Der Lebenslauf in der Bewerbung

Fast jeder muss sich mehrmals in seinem Leben auf eine Stelle bewerben und dafür unter anderem einen Lebenslauf verfassen. Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen gibt es natürlich auch in Bezug auf den Lebenslauf Moden und Trends. Spezielle Tipps sind deshalb so zahlreich wie individuelle Vorlieben von Personalchefs. Dennoch gibt es einige allgemeingültige Richtlinien.

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Foto: Fotolia/Mellimage

Zum Standard in Bewerbungsunterlagen gehören nach dem Anschreiben ein Lebenslauf mit Foto, Zeugnisse, Zertifikate oder Bescheinigungen, gegebenenfalls Arbeitsproben, eine Referenzübersicht beziehungsweise ein Anlagen- und Publikationsverzeichnis. Dreh- und Angelpunkt einer Bewerbung sind aber das Anschreiben und der Lebenslauf. Wichtig ist, dass sich diese beiden Unterlagen sinnvoll ergänzen, ohne redundant zu sein: Während der Lebenslauf den Werdegang und das Qualifikationsprofil beinhaltet, hebt das Anschreiben die wesentlichen Schlüsselpunkte erklärend hervor und unterstreicht die Motivation für die konkrete Stelle.

Empathie gefragt

Wer einen Lebenslauf verfassen muss, sollte sich zunächst einmal in die Lage eines Personalchefs versetzen, der Hunderte von Bewerbungen durchzusehen und zu bewerten hat. Wem diese Empathie gelingt, macht danach schon das meiste richtig. Bereits der erste Eindruck beim Lesen kann mit entscheiden, ob ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Inhaltlich sollte der Lebenslauf ein aussagekräftiges Bild von den eigenen Leistungen vermitteln, ohne dass man in den Zeugnissen und Bescheinigungen blättern muss. Gleichzeitig sollte er möglichst individuell und aktuell auf die angepeilte Arbeitsstelle zugeschnitten sein. Das bedeutet, sich darüber Gedanken zu machen, welche Kompetenzen und Erlebnisse einen für die ausgeschriebene Stelle prädestinieren. Darin besteht die eigentliche kreative Leistung beim Verfassen des Lebenslaufes. Mit dem Lebenslauf legen Bewerber also den Personalverantwortlichen praktisch schon die erste Arbeitsprobe vor.

Übersichtliche Struktur

Der Personalchef sollte anhand des Lebenslaufs wichtige Stationen eines Bewerbers und sein Profil innerhalb von wenigen Minuten erfassen können. Eine übersichtliche Gliederung, ein klares, durchgehendes und logisches Layout, präzise und konkrete Formulierungen sind dafür die Voraussetzung. Der Lebenslauf sollte deshalb auch nur ein bis maximal drei Seiten umfassen und in tabellarischer Form mit zwei Spalten überschaubar gestaltet sein. Einige Bewerber werden im Interesse einer persönlichen Note besonders kreativ und bringen bei den Bewerbungsunterlagen Farbe ins Spiel. Das ist legitim, solange es bei wenigen farbigen Akzenten bleibt, die das schnelle Erfassen von Lebensdaten erleichtert. Allerdings werden Bewerbungsunterlagen in Unternehmen oft kopiert, um sie an mehrere Personen zu verteilen. Am Ende werden also womöglich die Farbgestaltungen gar nicht wahrgenommen.
Der Lebenslauf sollte in mehreren Hauptabschnitten gegliedert sein. Dazu zählen persönliche Daten, Schul- oder Berufsausbildung, Studium, Berufspraxis, Praktika, Wehr- und Ersatzdienst, Weiterbildung, Qualifikationen, besondere Kenntnisse, ehrenamtliche Engagements und Hobbys/Interessen. Sie müssen - ausgenommen von persönlichen Daten - nicht in dieser Reihenfolge stehen und auch nicht alle auftauchen.
In der Darstellung der zeitlichen Abfolge unterscheidet man die deutsche und amerikanische Version. Die deutsche beginnt mit der Schulbildung und fährt dann bis zur jüngsten Tätigkeit chronologisch fort. Die amerikanische Version dreht den Spieß um: Es wird mit dem aktuellen Stand begonnen, während ältere Daten erst weiter unten erscheinen. Während sich die deutsche Variante besonders für den Bewerber eignet, der keine Lücken im Lebenslauf hat und der sich bei einem eher traditionellen Unternehmen bewirbt, ist der amerikanische Ansatz dann zu empfehlen, wenn der Beruf oder die Aufgabenfelder schon des Öfteren gewechselt wurden und die letzte Qualifikation oder Tätigkeit besonders ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden sollen.

Akzente setzen, Lücken vermeiden

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Als Leiterin des
Career Service
der Universität
weiß Nelli Wagner,
worauf es beim
Verfassen eines
Lebenslaufs ankommt.
Foto: Fritze

Es müssen im Lebenslauf nicht alle Stationen aufgeführt werden, jedoch unbedingt jene, bei denen man Qualifikationen und Kompetenzen erworben hat, die besonders für die anvisierte Stelle qualifizieren. Das können Studienschwerpunkte, Praxiserfahrungen oder Ehrenämter sein, die dann etwas ausführlicher dargestellt werden dürfen als andere Fakten. Außerdem sollten aktuellere Angaben genauer ausgeführt werden als weiter zurückliegende Ereignisse. Wer über noch wenig Berufserfahrung verfügt, belegt die zeitlichen Angaben mit Jahres- und Monatsangaben.
Größere zeitliche Lücken in der Darstellung sollte man vermeiden. Gebrochene Lebensläufe oder längere Auszeiten müssen kein Nachteil sein. Bewerber sollten überlegen, was sie in diesen Zeiträumen gelernt haben und dies darlegen. Erziehungszeiten der eigenen Kinder können beispielsweise im Lebenslauf selbstbewusst als Familienphase bezeichnet werden, in der man Fähigkeiten wie Selbstorganisation und -motivation erworben hat. Das kann für die neue Stelle möglicherweise wertvoll sein. In Auszeiten kann man Fähigkeiten entwickelt und Erfahrungen gesammelt haben, durch die man überhaupt erst zu einer interessanten Persönlichkeit geworden ist. Das kann das eigene Bewerberprofil positiv von anderen abheben. Angaben zu Eltern oder Geschwistern gehören nicht in den Lebenslauf. Bei politischen Ämtern sollte man im Hinblick auf das Unternehmen und die gewünschte Stelle gut abwägen, ob man sie angibt.
Nicht vergessen sollte man, den Lebenslauf mit Ort und Datum vom linken Rand her zu unterschreiben. In Bewerbungshandbüchern wird öfter dazu geraten, dafür einen blauen Füllfederhalter zu benutzen, da dies edler wirke.

Hilfe von Profis

Das beigelegte Foto sollte immer aktuell sein und einen freundlichen Gesichtsausdruck zeigen - ob schwarz-weiß oder in Farbe. Es lohnt sich, in ein professionelles Foto zu investieren. Vorab sollte man mit dem Fotografen besprechen, auf was für eine Stelle man sich bewerben und welche Wirkung man mit dem Foto erzielen will.
Es ist insbesondere für Berufsanfänger empfehlenswert, beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen professionelle Unterstützung wahrzunehmen, etwa durch Bewerbertrainings oder Beratungen. Absolventen bis zu einem Jahr nach Abschluss des Studiums können auch noch die äußerst günstigen Angebote des Career Service der Universität Potsdam nutzen.

Nelli Wagner, Leiterin des Career Service

www.uni-potsdam.de/career-service

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[Letzte Aktualisierung 12.12.2008, Schroeter]