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6. Ausgabe: Dezember 2008
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Engagiert für Lokales

Markus Wicke ist Vorsitzender des Potsdam-Museum-Fördervereins

Als Markus Wicke 2004 dem Förderverein des Potsdam-Museums beitrat, hatte er keine weitere Karriere im Sinn. Der Soziologe und Politologe hatte seine Berufung in der Fördermittelvergabe gefunden, wollte ehrenamtlich nur etwas für seine Wahlheimat tun. Kurz darauf wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Und ist es seither geblieben und half, einen neuen Standort für das Potsdam Museum durchzusetzen. Heute ist Wicke eine feste Größe im Potsdamer Kulturleben.

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Vorsitzender mit Kampfgeist:
Markus Wicke setzte sich für den
Umzug des Potsdam-Museums
ins Alte Rathaus ein.
Foto: zg.

Bereits ein Jahr nach seiner Wahl veröffentlichte der Förderverein ein viel beachtetes Memorandum, in dem die räumliche, personelle und finanzielle Situation des bald 100-jährigen Stadtmuseums angeprangert wurde. Fortan kämpfte Wicke an der Seite des Museums unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit um einen innerstädtischen Standort für das Potsdam Museum. "Viele glauben ja, die Ausstellungsräume befänden sich immer noch in der Breiten Straße", klärt Wicke ein Missverständnis auf. Dabei musste das Museum bereits vor einigen Jahren aus dem repräsentativen Bau ausziehen. Seither ist es im Holländerviertel untergebracht, in der eher unauffälligen Benkertstraße. Doch ist nach einigem Hin und Her ein Durchbruch gelungen: Ab 2011 soll das Potsdam-Museum eine neue Heimat im Alten Rathaus erhalten. Der Umbau hat bereits begonnen.
Geboren wurde Markus Wicke 1971 in Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Schon früh zeigte sich, dass er für seine Sache zu kämpfen versteht. Weil er in der DDR keinen Abiturplatz erhielt, absolvierte er 1986 im Geräte-Regler-Werk Teltow eine Berufsausbildung zum Betriebs-, Mess-, Steuer- und Regeltechniker, die ihm ein Fachabitur einbrachte. Dann kam die Wende und eine neue Erfahrung: Zivildienst. Den leistete Wicke im heimischen Krankenhaus, um direkt nach Gründung der Universität Potsdam ein Studium der Soziologie und Politikwissenschaft aufzunehmen. Die turbulenten Zeiten des Umbruchs und des Aufbaus machten ihm Spaß. Wicke brachte sich ein, war Mitglied des ersten Fakultätsrates der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Und dem studienbegleitenden Engagement blieb er treu. So gründete er unter anderem eine Projektgruppe zur Erforschung der Geschichte des Uni-Standortes Griebnitzsee. Später publizierte er seine Erkenntnisse über den ehemaligen Sitz des Deutschen Roten Kreuzes und die Zusammenarbeit mit den Nazis in einem Buch. Seit zwei Jahren bietet er in Kooperation mit dem DRK-Generalsekretariat Mitarbeiterführungen über den Campus an.

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Begeistert sich für lokale Geschichte: Markus Wicke.
Foto: zg.

Die berufliche Karriere vor und neben dem Ehrenamt führte Wicke auf das Feld der Fördermittelvergabe. Neun Jahre arbeitete er in der Arbeitsmarktförderung, seit März für die "Initiative Oberschule", die Gelder des Europäischen Sozialfonds an Projekte vergibt, die Ausbildungschancen von Schülern verbessern: Projekte zur Berufsorientierung, zur Stärkung der Sozialkompetenz, Kunst- und Kulturinitiativen oder Streitschlichterprogramme.
Doch neben dem Beruf ist die Vorstandstätigkeit für den Förderverein zu einem festen Bestandteil von Wickes Alltag geworden. Neben der Einwerbung von Geldern für das Potsdam-Museum, dem Betrieb eines Souvenirshops, der Presse- und Lobbyarbeit kümmert sich der Verein um Ankäufe von Exponaten, Übernahme von Nachlässen, Restaurationen und unterstützt das Museum im museumspädagogischen Bereich. Derzeit wird ein Schülerprojekt mit der Lenné-Schule durchgeführt. Auch eine Kooperation mit der Universität ist angestrebt. Eine Dauerausstellung zur Potsdamer Stadtgeschichte von den Anfängen bis in die jüngste Gegenwart ist stets flankiert von thematisch herausgehobenen Sonderschauen. In verschiedenen Depots sind die umfangreichen Sammlungen des Museums untergebracht, die derzeit gar nicht gezeigt werden können. So verfügt das Potsdam-Museum über eine Kunstsammlung, eine Porzellan- und Glassammlung sowie eine Fotosammlung, darunter viele Aufnahmen von Hoffotografen und historische Messbilder. Daneben werden Schriften, Stadt- und Baupläne, Plakate, Stiche, Spielzeug, Bauplastiken und Trümmer, etwa vom Stadtschloss und der Garnisonkirche, archiviert. Unter den über 250.000 Exponaten im Depot finden sich zudem neben Militaria Alltagsgegenstände, Zeugnisse bürgerlichen Lebens aus allen Epochen der Stadtgeschichte sowie Möbel und sogar komplett eingerichtete Zimmer.
Derzeit begleitet der Förderverein aus Besuchersicht die konzeptionelle Ausrichtung und räumliche Planung des Potsdam-Museums am neuen Standort. Die Fassadenarbeiten am Alten Rathaus haben begonnen. Die Atlas-Figur auf dem Dach wird gerade neu vergoldet. Nun muss das Haus mit Leben gefüllt werden. Eine Aufgabe, die noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

Marcel Kirf

Kontakt: Marcus Wicke, E-Mail: vorstand@fvpm.de,
Internet: www.vicia.de, www.potsdam-museum.de

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[Letzte Aktualisierung 12.12.2008, Schroeter]