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2. Ausgabe: Dezember 2004
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Mitarbeiter für virtuelles Labor gesucht

Akademiker sollten sich rechtzeitig auf die veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt einstellen



Als Chef vom Career Service kennt er
die Sorgen der Berufsstarter: Prof. Dr. Dieter Wagner.
Foto: Fritze

For many years experts in management had been discussing about the complexity and dynamic of the work environment. The markets are becoming global. This has to be managed from small companies, too, which now have to react global and offer an international service in order to be competitive. States said to be irrevocably poor now have partly an international competitive degree of education, for example India. In politics the same procedures are registered. For example the influence of the EU government is expanding. As a result of this development workplaces will become more flexible concerning place, time and legal conditions. Moreover there are ethical, ecological and cultural reasons requiring adjustable and responsible people.
University graduates have diverse chances in politics, economics, administration and of course science. But they have to adapt to globalisation. Students have to rethink. Its not just enough to study, it's a must to be flexible, to have practical know how and be prepared to accept the challenges of the global markets. Combined studies, respect for other cultures and a very good knowledge are very important conditions to be successful. For scientists soft skills like communicating and negotiation methods are necessary, too. Increasingly foreign languages are important. English won't be enough.

Seit vielen Jahren sprechen Management-Experten davon, dass das Arbeitsumfeld zunehmend komplexer und dynamischer wird. Waren dies früher eher "Weisheiten", die auf einschlägigen Kongressen so flüssig über die Lippen gingen wie "lebenslanges Lernen" oder "die Halbwertzeit des Wissens wird immer kürzer", merkt man nun, dass aus den Schlagworten zunehmend Ernst wird.

Die einschlägigen Veränderungen betreffen im ökonomischen Bereich die Tendenzen zur Globalisierung und Internationalisierung der Märkte. Auch Klein- und Mittelbetriebe müssen zunehmend international agieren. Hinzu kommen vielfältigere Kundenwünsche und der Zwang zu einer stärkeren Prozessorientierung, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Politisch sind ähnliche Tendenzen festzustellen. Der Einfluss der EU-Regierung wächst. Internationale Abkommen beeinflussen das Handeln in den jeweiligen Ländern. Insofern nehmen auch die gesetzlichen Regelungen zu. Es ist eine Illusion zu glauben, Verwaltungsvereinfachung und Entbürokratisierung stünden unmittelbar bevor.
Vielfältige Veränderungen gibt es natürlich in den Naturwissenschaften sowie in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Auch hier hat sich international schon viel getan. Staaten, die früher als unwiderruflich arm galten, wie zum Beispiel Indien, verfügen nun zumindest in Teilbereichen über einen international wettbewerbsfähigen Bildungsstandard. Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien ist die internationale Vernetzung evident. Lediglich die Zeitzonen setzen Grenzen der unmittelbaren Kommunikation über alle Länder hinweg.
Alle diese Veränderungen erfordern flexible und voraus denkende Personen. Allerdings gibt es auch ethische, ökologische und auch soziokulturelle Restriktionen, die mitdenkende und verantwortungsbewusste Menschen bedingen und nicht Technokraten. Das einfache Fazit aus allen diesen Entwicklungstendenzen lautet, dass die Arbeitsplätze immer flexibler werden: sowohl im Hinblick auf den Ort, bis hin zum virtuellen Büro oder Labor, als auch auf die Zeit und die rechtliche Fixierung. Der deutsche Beamte kann hierbei als liebenswertes Relikt angesehen werden.
Es ist davon auszugehen, dass es noch viele Überraschungen geben wird, auf die sich insbesondere Akademiker einstellen sollten. Dabei handelt es sich hier um eine Gruppe mit unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit und vielfältigen Chancen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung und nicht zuletzt in der Wissenschaft selbst. Diese Chancen muss man aber rechtzeitig nutzen.
Das bedeutet für die Studienwahl, dass man sich möglichst interdisziplinär orientieren sollte. Kombinationsstudiengänge sollten zum Beispiel die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einschließen. Die Wahlmöglichkeiten sind ja bereits heute gegeben, werden aber noch zu wenig genutzt. Fremdsprachen und ihre kulturellen Bezüge sind natürlich auch wichtiger denn je. Dabei reicht Englisch zukünftig nicht aus. In Osteuropa, Asien und Südamerika sind auch noch andere Sprachen wichtig. Darüber hinaus sollte man grundsätzlich das studieren, was einem leicht fällt und sehr interessiert. Es wäre aber eine Illusion zu glauben, dass der Arbeitsmarkt nur darauf wartet, den Hochschulabsolventen einstellen zu dürfen. Ein noch so begnadeter Naturwissenschaftlicher wird später scheitern, wenn er nicht präsentieren, kommunizieren oder verhandeln kann. Dieses Angebot, entsprechende Veranstaltungen zu besuchen, sollte man so frühzeitig wie möglich nutzen. Dazu gehört auch das freiwillige Engagement in Bürgerinitiativen und Vereinen, wo man vieles auch durch "learning by doing" mitbekommt.


Paris, Rio, Tokio: Der Arbeitsmarkt wird zunehmend kosmopolitisch.
Foto: Lutz Schönfeld, Unternehmenskommunikation und
Pressestelle/ Berliner Flughäfen

Man wird in vielen Dingen umdenken müssen. Vieles wird nicht mehr so sein, wie es einmal war. Politische und wirtschaftliche Entscheidungen werden zunehmend auch anderswo gefällt. Forschungen finden nicht nur am Standort Deutschland statt. Dies erfordert die Bereitschaft zur Mobilität und zur möglichst frühzeitigen Auseinandersetzung mit fremden Kulturen. Damit einher wird sicherlich auch eine Erhöhung der Reisetätigkeit gehen.
Insbesondere im Berliner Raum ist leider zu beobachten, dass die Unternehmen dazu übergehen, Absolventen erst einmal mit möglichst wenig Geld als Praktikanten zu beschäftigen. Insofern sollte man sich als Berufsanfänger auch anderswo umsehen. Mit entsprechender Berufserfahrung kann man ja versuchen, wieder zurückzukommen. Wer flexible ist, hat es also leichter mit dem Berufseinstieg. Sehr nützlich sind zudem Kontakte, die man zum Beispiel durch Praktika schon während des Studiums knüpfen sollte.
An unserer Universität gibt es inzwischen ein vielfältiges Beratungsangebot für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Auch wer mit dem Gedanken an Selbständigkeit spielt, findet Unterstützung. Grundsätzlich sollte eine Existenzgründung natürlich immer auf einem tragfähigen Konzept aufbauen und nicht aus reiner Angst vor der Arbeitslosigkeit mit einer Ich-AG beginnen.
Prof. Dr. Dieter Wagner, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Projektverantwortlicher für den Career Service und Beauftragter für Existenzgründung und Technologietransfer

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Wagner ist erreichbar unter Tel. 0331/977-3593, E-Mail: wagner@rz.uni-potsdam.de

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[Letzte Aktualisierung 11.12.2004, Tobias Queck]