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Medieninformation der Universität Potsdam

Nr. 2012-002 vom 11.01.2012


Populäre Rezeption klassischer Musik

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Christian Thorau am 11. Januar an der Universität Potsdam

„Beethoven und der Elefant – Populäres Wissen als Herausforderung für die (Musik)Wissenschaft“ ist das Thema der Antrittsvorlesung von Christian Thorau an der Universität Potsdam. Thorau ist Professor für Musikwissenschaft am Bereich Musik und Musikpädagogik der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Musikhören ist keine geschichtliche Konstante, sondern verändert sich ständig als Folge kultureller und medialer Umbrüche – nicht nur im Zeitalter des iPod-Listening und der Musikdownloads. Im Rückblick auf die bürgerliche Musikkultur des 19. Jahrhunderts entwirft Christian Thorau musikhistorische Perspektiven auf Umgangsweisen mit klassischer Musik, die wegen ihrer populären Elemente häufig durch das Raster wissenschaftlicher Beschreibung fallen. Dazu gehören das assoziative Erzeugen von Hörbildern und die emotive Generierung von Geschichten, die die Musik „erzählt“. Auch ein auf Attraktionspunkte ausgerichtetes „touristisches“ Hören, das Musik als auditive Reise wahrnimmt und sich von den großen dramaturgischen Wirkungen mitreißen lässt, muss nicht die strukturellen Dimensionen der Werke nachvollziehen, die diese Wirkung ermöglichen. Keine Musik hat hier so stark als Magnet und Modell gewirkt wie die Symphonien Ludwig van Beethovens. Erst durch den Spiegel der literarisch-poetischen Karikatur von Hörern und Musikpublikum und durch das damals entstehende Begleitmedium der Musikführer und Programmhefte lässt sich ein Bild davon zeichnen, wie und mit welchen Funktionen im Konzertsaal gehört wurde und welche Hörweisen sich unhinterfragt bis heute erhalten haben.
Christian Thorau hat Musik, Musikwissenschaft, Geschichte und Semiotik an der TU Berlin und an der Hochschule der Künste Berlin studiert. Im Jahr 2000 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit zur Wagner-Rezeption. 2010 habilitierte sich der Forscher mit einer Schrift zum Verhältnis von Musik und Metapher. Nach zahlreichen weiteren Schritten in seiner wissenschaftlichen Karriere kam Thorau Ende 2010 an die Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der bürgerlichen Musikkultur, die Musikästhetik und Musiksemiotik, die Theorie und Praxis der musikalischen Analyse und die Geschichte des musikalischen Hörens.

Hinweis an die Redaktionen:

Zeit: 11. Januar 2012, 18.00 Uhr
Ort: Campus Golm, Karl-Liebknecht-Str. 24/25, Haus 6, Raum 2.01 (Kammermusiksaal)
Kontakt: Prof. Dr. Christian Thorau, Tel.: 0331/977-2108, -2122, E-Mail: thorau(at)uni-potsdam.de

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Herausgegeben: 11.01.2012, 09:57, Autor: Görlich/Voigt

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