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Medieninformation der Universität Potsdam

Nr. 2011-245 vom 28.11.2011


Europa vom Mittelmeer aus denken

Internationale Forschungsgruppe „Transmed! Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein“ begründet

Grundlagenforschung zum europäischen Einigungsprozess ist das Ziel einer internationalen Forschergruppe, die mit einer ersten Tagung Ende November in Paris ins Leben gerufen wird. Das vom Deutsch-Französischen Jugendwerk finanzierte Projekt „Transmed!“ ist auf drei Jahre angelegt und führt Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammen. Ziel der Gruppe ist es, die intellektuelle Basis des europäischen Integrationsprozesses vom Kulturraum des Mittelmeers aus neu zu denken.

Die Einigung Europas ist ins Stocken geraten. Doch die Krise der europäischen Union ist nicht nur eine ökonomische – als Teil der Weltfinanzkrise –, sie ist auch eine politische: Die demokratische Legitimation der Union verblasst neben der Ökonomisierung aller Verhältnisse. Es fehlen vor allem tragfähige kulturelle Begründungen des europäischen Einigungsprojekts zwischen Globalisierung und Renationalisierung.
Eine neue intellektuelle Basis für die Fortführung des europäischen Integrationsprozesses ist das Ziel des internationalen Forschungsprojekts „Transmed! Denken der Mediterranée und europäisches Bewusstsein“. Das von dem Romanisten Dr. Markus Messling von der Universität Potsdam gemeinsam mit dem Komparatisten Dr. Franck Hofmann von der Freie Universität Berlin initiierte Projekt zielt auf eine transmediterrane Ausrichtung des europäischen Kontinents. Vor dem Hintergrund der politischen Krise Europas und der Revolte des „arabischen Frühlings“ gehe es darum, „das Mittelmeer aus der Perspektive der gegenwärtigen politischen Prozesse in den Blick zu nehmen und Europa durch Erbe und Erfahrung der Mediterranée hindurch neu zu denken“, so gemeinsam Hofmann und Messling. „Die Méditerranée wird dabei nicht in einem neo-humanistischem Sinne, sondern als ein offener Raum europäischer (Selbst)verständigung verstanden, in dessen Aufrufung die Vielschichtigkeit des historischen Erbes und der intellektuellen Durchdringung, der Vielsprachigkeit und ästhetischen Weltaneignung behauptet werden soll. Den Künsten kommt daher in dem Projekt eine besondere reflexive Funktion zu.“
In diesem Sinne führt „Transmed!“ eine Gruppe von Philosophen, Kunst- und Literaturwissenschaftlern aus Frankreich, Italien, Tunesien, Marokko und Deutschland zusammen, um Grundlagenforschung zum europäischen Einigungsprozess zu betreiben. Mit ihrer ersten Tagung am renommierten Pariser Collège International de Philosophie vom 30. November bis 3. Dezember nimmt die Forschergruppe ihre Arbeit auf.

Das Projekt ist angesiedelt am Institut für Romanistik der Universität Potsdam (Dr. Markus Messling) und am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin (Dr. Franck Hofmann) und findet in Kooperation mit dem Collège International de Philosophie Paris statt. Die Forschergruppe wird finanziert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk/Office franco-allemand pour la Jeunesse (DFJW/OFAJ). Die Arbeit der Forschergruppe ist auf drei Jahre angelegt und wird mit jährlich 30.000 Euro unterstützt. Sie soll zugleich die strategische Neuausrichtung und programmatische Profilierung der Bildungsarbeit des DFJW begründen. Tagungsorte der DFJW-Forschergruppe sind Marseille, Neapel, Marrakesch, Paris und Berlin.

Hinweis an die Redaktionen:

Zeit: 30.11.11 bis 03.12.11
Ort: Collège International de Philosophie, 1 rue Descartes, 75005 Paris
Kontakt: Dr. Markus Messling, Universität Potsdam, Institut für Romanistik/Leiter der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Philologie und Rassismus im 19. Jahrhundert“,
Telefon: 0331/977-4204, E-Mail: messling@uni-potsdam.de
Dr. Franck Hofmann, Peter Szondi-Institut, Freie Universität Berlin,
Email: hofmann@transversale.org

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Herausgegeben: 28.11.2011, 17:27, Autor: Zimmermann/Peter

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